Thriller zum Saisonauftakt
HSV Rhein-Nette Damen feiern Heimsieg im Handball-Halloween-Krimi in Plaidt
aus Andernach
Plaidt. Nach langen Wochen des Wartens war es endlich soweit. Saisonauftakt der HSV Rhein-Nette Damen, zuhause gegen die Damen aus Hamm an der Sieg. Intensive Wochen der Vorbereitung lagen hinter unseren Ladies und niemand wusste so recht wo die Reise hingehen wird. So war der Beginn der Partie in Plaidt zuerst ein Abtasten und zum eigenen Flow finden, bevor dann den zahlreich erschienen Zuschauern eine Achterbahnfahrt der Emotionen bevorstehen sollte.
Unsere Ladies kamen wie die Gäste gut in die Partie und die Führung wechselte im Verlauf der ersten 30 Minuten ständig hin und her. Die Deckung, letzte Saison das Prunkstück, bekam allerdings zu selten den starken Rückraum der Gäste von der Sieg in den Griff, sodass man mit einem Rückstand von 16:17 in die Pause ging, wobei anzumerken gilt, das man sich immer wieder heran fightete und keinen Ball verloren gab.
In der Halbzeitpause nahm man sich vor das Tempo hochzuhalten um das Rückzugsverhalten der Hammerinen konsequent zu bestrafen. Dies funktionierte eindrucksvoll und gestützt auf eine immer stärker werdende Tamara Rother im Tor, rollte eine schnelle Angriffswelle nach der anderen auf das Tor der Gäste zu. Spätestens beim 27:23 durch eine einmal öfter gut aufgelegte Constanze Treitz tobte die Halle. Doch wer die Gästespielerinnen gebrochen sah, sollte sich kurze Zeit später die Augen reiben. Genauso wie sich unsere Damen in Halbzeit eins zurück kämpften, gelang es nun Hammerinnen ihrerseits den verlorenen Faden in ihrem Spiel wieder zu finden. Jeder Fehler, jeder Fehlpass und jeder verlorene Zweikampf wurde von der jeweils anderen Mannschaft konsequent bestraft. Beim 30:31 aus Sicht der HSV nahm Trainer Alex Winkel die Auszeit und appellierte an seine Mädels, das sie konzentriert, aber mit Geschwindigkeit weiter spielen sollen und nur die technischen Fehler abstellen müssen, die sich leider in der Schlussviertelstunde häuften. Doch genau das Gegenteil passierte zuerst in den letzten 4 Minuten dieses Krimis. Ballverlust in der Vorwärtsbewegung, 2 Minutenstrafe im Rückzug gegen die gute Regisseurin Greta Sonnleitner, gefolgt von einer weiteren 2 Minuten Strafe gegen Abwehrcheffin Meike Nonninger. 4 gegen 6, 1:30 Minuten vor Schluss und der Gegner hat den Ball, alles schien gegen die Gastgeberinnen zu laufen. Als dann Rückraumkannonierin Sina Niederhausen auch noch zum 30:32 erhöhen konnte und die Uhr noch 1 Minuten und 10 Sekunden Restspielzeit anzeigte, schien die Messe gelesen. Was dann passierte war das I-Tüpfelchen an einem wahnsinnigen Handballnachmittag. In doppelter Unterzahl nahmen sich die wieselflinken Lena Steffens und Neuzugang Stephanie Betzing ein Herz, bestraften das langsame Rückzugsverhalten der Gäste und erzielten in gemeinsamer Co-Produktion den 31 zu 32 Anschluss, nur wenige Sekunden nach der vermeintlichen Vorentscheidung. Als dann Tamara Rother den nächsten überhasteten Abschluss der Gäste entschärfen konnte und die bärenstarke Steffi Betzing 30 Sekunden vor Ende der Partie auf 32:32 stellte war die Halle kaum noch zu bändigen. In doppelter Unterzahl bissen sich die kombinierten von Rhein und Nette verdient wieder in die Partie zurück, doch das Drama war noch nicht zu Ende. Auszeit Hamm, noch 21 Sekunden auf der Uhr und das Credo auf Heimseite lautete, keinen freien Wurf mehr zuzulassen und in jeder Situation in der es Möglich ist, die Gegenspielerin festzumachen. Am ende der Auszeit folgte ein Satz der noch wichtig werden sollte: wenn wir den Ball nochmal bekommen, Vollgas nach vorne. Ein Drehbuchautor eines Krimis hätte dieses Spiel nicht besser schreiben können, Hamm erspielte sich nach Wiederanpfiff eine klare Torchance die Tamara Rother im Kasten vereitelt und wenige Sekunden vor Schluss sind die Gastgeberinnen tatsächlich im Ballbesitz. Alles geht schnell, jeder Pass sitzt und Steffi Betzing krönt kurz vor der Schlusssirene ihre hervorragende Leistung zum Einstand im Trikot der HSV mit dem 33 zu 32 Siegtreffer. Unfassbarer Saisonauftakt unserer Damenmannschaft der viel Lust auf mehr macht.
Stimmen zum Spiel
Trainer Alex Winkel: Absoluter Wahnsinn was hier Heute passiert ist. Wir wussten das es ein hartes Spiel wird, das wir an unsere Grenzen gehen müssen und vielleicht auch darüber hinaus. Was die Mädels hier heute für eine Willensleistung erbracht haben ist wirklich stark. Steffi hat einen super Einstand, Constanze spielt genauso stark und Leni und Meike halten die Abwehr zusammen. Genauso freue ich mich aber darüber das Josie wieder voll dabei ist, Lea auf einmal im Mittelblock auftaucht und einen super Job macht um Meike zu entlasten, Anne-Cecile sich Woche für Woche verbessert. Es macht einfach einen riesen Spaß zu sehen was die Mädels jede Woche geben, auch wenn ich Heute nicht jede Spielerin einsetzen konnte, so ist das trotzdem ein Teamsport und jeder Mosaikstein wird noch wichtig in dieser Saison! Ich bin unendlich Stolz auf dieses Team
Es spielten
Rother, Dilger im Tor
Treitz (9), Betzing (9), Steffens (3), Klein (1), Zimmermann (6), Nonninger (2), Halfmann (1), Sonnleitner (2), Kaul, Kummer, Albert, Schütz
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