Grundschule Eich
„Hospiz macht Schule“
Kinder der vierten Klasse befassten sich eine Woche lang mit Krankheit und Tod
Eich. In der Grundschule Eich gab es eine Woche keinen Unterricht nach Stundenplan. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse vier sowie die Klassenlehrerin Trudi Jakob waren bereit, sich stattdessen mit dem auch für Erwachsene schwierigen Thema Krankheit, Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Sechs ehrenamtlich tätige Hospizhelferinnen, Hannelore Bermel, Heidrun Lappe, Dorothea Schünemann-Diederichs, Brigitte Stern, Gabriele Theisen und Babette Thomsen begleiteten die Kinder während des Projekts „Hospiz macht Schule“. In kleinen Gruppen konnten die Kinder ihre Vorstellungen, ihre Fragen, aber auch ihre Ängste im geschützten Raum der Klassengemeinschaft mitteilen. Alle Äußerungen wurden ernst genommen. Selbstverständlich gab es keine Bewertung, kein richtig oder falsch. Die Kinder erfuhren eine Wertschätzung ihrer Gefühle. Darüber hinaus lernte die Klasse auch die Jenseitsvorstellungen und die Bestattungsgebräuche anderer Religionen kennen. Ihre aussagekräftigen Arbeiten aus dem Projekt stellten die Schülerinnen und Schüler im Historischen Rathaus mit Unterstützung der Stadt Andernach aus. Pfarrer Helmut Cordes, erster Vorsitzender des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz e.V., begrüßte die Eltern und die vielen interessierten Bürger der Stadt ganz herzlich und dankte allen Beteiligten mit einem Blumenstrauß für ihr Engagement. Er stellte heraus, dass das Leben und das Sterben untrennbar miteinander verbunden sind. „Der Tod gehört zum Leben dazu, wird aber oft ausgegrenzt und tabuisiert.“ Bürgermeister Claus Peitz eröffnete in Anwesenheit von Mitgliedern des Stadtrates die Projektpräsentation und verfolgte begeistert den Beiträgen der fünf Gruppen zu den einzelnen Themenbereichen - Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Sterben und Tod, Traurigsein sowie Trost und Trösten. Aussagekräftige Bilder zu den Aufgaben „Gib deinem Gefühl eine Farbe“ „Wandlung einer Raupe in einen Schmetterling“ oder „Meine Jenseitsvorstellung“ beeindruckten die Gäste. „Warum kann man an Krebs sterben?“ „Was ist AIDS?“ „Welche Krankheiten können Würgeschlangen übertragen?“ standen am zweiten Projekttag „Krankheit und Leid“ im Mittelpunkt. Die Kinder freuten sich, dass die Kinderärztin Dr. Pudelko-Groh, die ihnen bei ihrem Besuch sachkompetent und liebevoll alle Fragen offen beantwortet hatte, anwesend war. Die Schülerinnen und Schüler berichteten anschaulich, wie der Inhalt eines Filmes zum Thema „Sterben und Tod“, die Durchführung von Fantasiereisen, das Umsetzen von Feuerbohnenpflanzen oder das Schreiben von Trostbriefen ihnen persönlich geholfen haben, Ängste zu mindern. Der abschließenden Aussage eines Kindes: „Lebe jeden Tag bewusst.“ sollten sich jeder anschließen. Durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Fördervereins der Hospizbewegung Andernach-Pellenz e.V., für die zur Verfügung gestellten Materialien und die Übernahme der Ausbildungskosten der Hospizhelferinnen war die, für alle Beteiligten gewinnbringende, Durchführung des Projektes erst möglich.
„Gib deinem Gefühl eine Farbe“ beeindruckte die Gäste.
