Allgemeine Berichte | 14.01.2013

Prunksitzung der Rot-Weißen Husaren

„Janz Annenach stäht Kopp“

Saalkarneval mit Musik, Tanz und Humor eröffnet

Das Mittelballett begab sich „auf hohe See“.RAU

Andernach. „Ich hann ne Mütz, ich bin jetzt Präsident. Ich bin berühmt, auch wenn mich keiner kennt.“ Bevor unter den musikalischen Klängen des Musikzuges angeführt von Tambourmajor Sandra Schröter der Elferrat in die Mittelrheinhalle Einzug hielt, eröffnete Sitzungspräsident Michael Steil mit Sologesang begleitet den Sitzungsabend. Mit dem „Fliegermarsch“ und schmissigen Tönen nahm die Veranstaltung gleich zu anfangs Fahrt auf, das Motto „Janz Annenach stäht Kopp“ nahm die Musikabteilung gleich zum Anlass, den „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ rückwärts vorzutragen. Nach begrüßenden Worten des Kommandeurs Manfred Schmid wurde Michael Klemmer als reaktivierter „Puddel“ vorgestellt, er ersetzte in diesem Jahr Sabrina Völkel, die als Adjutant des Prinzenhofstaats abkömmlich ist.

Mit dem Kinderballett folgte daraufhin der erste tänzerische Programmpunkt. Die zehn Nachwuchshusaren unter der Leitung von Monika Hochgeschurz und Ilka Karbach-Gräf „spielten Cowboy und Indianer“, „ritten um die Wette“ und schwangen so gewitzt das Lasso, dass sie viel Beifall ernteten und eine Zugabe tanzen durften. Nur wenige Jahre älter als die Ballettkinder ist Katharina Versch, die am Wochenende nicht nur als „kleines Solomariechen“ fungierte, sondern auch das krankheitsbedingte Fehlen von „großen Solomariechen“ Anna Drews kompensierte. Nachdem die KG Tiefenort aus Thüringen im Vorjahr ihren Einstand bei der Rot-Weißen-Sitzung gab, führte deren Abordnung einen Western-Sketch auf, der nicht nur die Saloon-Kulisse zum Kochen brachte, sondern auch das Publikum in Andernachs guter Stube. Für diesen „geistigen Schwachsinn“, so Sitzungsleiter Michael Steil, war eine Zugabe fällig.

„Oldstars“ bekommen stehende Ovationen

Rhythmisch und flott ging es anschließend mit dem achtköpfigen Gardeballett weiter, in den Vereinsfarben und zu Melodien aus dem Musical „Fame“ verbreiteten auch sie jugendliches Flair. Dem Dank an den Bühnenbau, deren Kulisse die Wahrzeichen der Stadt spielerisch kombinierte, folgte Gaby Haart als Toilettenfrau. Sie outete sich als modernste „Klokraft“ der Welt und gab dabei so manches Wortspiel rund um das menschliche Geschäft zum Besten. Zu einem Trance-Hitmix wirbelten die Husaren-Majorettes um Trainerin Patrizia Krüg mit ihren Stäben, woraufhin die laut und deutlich geforderte Zugabe nicht lange auf sich warten ließ. Nicht auf sich warten ließ dann ebenfalls die Varieté-Darbietung der „Oldstars“, in denen sich drei Ex-Regimentstöchter, acht Ex-Hofdamen und drei Ex-Prinzessinnen vereinten und 989 Lebensjahre geballte Erfahrung auf 22 Tänzerinnen versammelten. Eine tolle Mischung aus Filmhits der „Blues Brothers“, choreografischem Ideenreichtum und tänzerischer Raffinesse, dank der die erste Hälfte der Prunksitzung mit stehenden Ovationen endete. Applaus erntete auch Britta Wittenberg, der samstags mit dem großen Verdienstorden der Gesellschaft ausgezeichnet wurde.

Partylieder wie „Schwarze Natascha“ zogen den Vorhang nach der Pause wieder auf, angeführt von den Leadsängern Michael Steil und Sabrina Völkel. „Mit dem Kölsche Pass“ im Gepäck grüßten die Schlawiner mit einem fulminanten Liederpotpourri. Und wie man mit ausgezogenen Schuhen Stimmung erzeugt, dürfte inzwischen landauf landab bekannt sein. Als Zugaben dienten „I Will Survive“ und „An Tagen wie diesen“ für den emotionalen Abschluss. Auf „hohe See“ begaben sich derweil die Akteure des Mittelballetts, deren Trainerin Claudia Bersch die Leitung nun abgeben wird. Als Matrosinnen tanzten ihre Mädels flink über die Wogen der Heiterkeit, die ihre äußert gelungene Darbietung inklusive Zugabe entfachte. Der „hohen See“ folgte hoher Besuch in Person des diesjährigen närrischen Tollitätenpaares Prinz Waldemar I. und Prinzessin Uschi I. Seine Tollität machte seinem Namen als „singender Rheinkadett“ alle Ehre und trug erst zwei Ständchen auf seiner „Klampf“ vor, danach mitsamt seiner Gefolgschaft einen offensichtlich schweißtreibenden Ensembletanz, der viel Anklang fand. Als Sitzungsgäste des restlichen Programms durften sie sich sonntags im Anschluss Ihres Bühnenauftritts zurücklehnen und unterhalten lassen.

Dies war fürs Erste die Aufgabe des Männerballetts, deren Schützlinge sich in ein Dutzend Harems-Damen verwandelten und in dieser Rolle von ihrer Trainerin Patrizia Krüg verabschiedeten - sie gibt ihr Amt nach 30 Jahren in andere Hände. Lustige Anekdoten von der jüngsten Vereinsschiffstour und Geschichten aus dem Alltag der Stadtspitze trug Walter Lauterbach vor und legte auf humorvolle Weise den Grundstein für einen weiteren tänzerischen Höhepunkt: Das Showballett von Südernach gab die „Manege frei“ für eine zirkusreife Vorführung, die wie ein zuckersüßer Lollipop daherkam. Davon wollten die Narren im Saal mehr sehen.

Mehr zu hören bekam die Narhalla zum Finale hin vom Musikzug, dessen rasante Musikfolge die Stimmung nochmals anheizte und die Probenarbeit von Tambourmajor Sandra Schröter und dem musikalischen Leiter Sven Voss einen stimmungsvoll kräftigen Ausgang bescherte. Schlussendlich versammelten sich alle Aktiven nochmals auf der Bühne, um sich vom jecken Volk zu verabschieden. Begleitet von der Sitzungskapelle „MännDi“ bahnte sich der feierwütige Lindwurm durch die klatschenden Reihen in Richtung Foyer, wo gute Laune und gute Musik viele vom frühen Heimgehen abhielten. RAU

Das Kinderballett als Indianerhorde.

Das Kinderballett als Indianerhorde.

Walter Lauterbach war zu Witzen aufgelegt.

Walter Lauterbach war zu Witzen aufgelegt.

Das Mittelballett begab sich „auf hohe See“.Fotos: RAU

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