Tierheim Andernach informiert
Katzen und Singvögel: Realität und Panikmache
Andernach. Es ist nicht neu, dass die Verantwortung für negative Entwicklungen gern anderen zugewiesen wird. So auch beim Thema „Katzen und Singvögel“. In erster Linie trägt nämlich der Mensch ursächlich durch seinen Umgang mit Natur und Umwelt dazu bei, Lebensraum und Nahrung für Vögel zu verringern. Die primären Gründe für den Rückgang bestimmter Vogelarten sind nicht Beutegreifer, wie Katzen, sondern weitreichende Veränderungen der Lebensräume der Vögel: wie beispielsweise die Intensivierung der Landwirtschaft, der Rückgang kleinbäuerlicher Strukturen und naturnaher Flächen in Dörfern sowie die Gebäudesanierungen und Überbauung von Brachflächen in den Städten. Es bedarf einer grundlegenden Richtungsänderung in der Landschaftspflege, um Vögeln genügend Lebensraum zu schaffen. Katzenhalter wissen, dass es die meisten Katzen auf Mäuse abgesehen haben. Die werden fleißig gefangen, auch wenn der Futternapf regelmäßig gefüllt ist. Dann werden sie eben Frauchen oder Herrchen als Geschenk mitgebracht. Sicher haben auch Jäger dazu beigetragen diese Mär zu verbreiten, dient sie doch auch dazu, den Abschuss von mehr als 100.000 Katzen pro Jahr zu rechtfertigen. Dass auch Tierschutzorganisationen beklagen, dass es zu viele Katzen gäbe, ist ihrer Sorge um diese wundervollen Tiere geschuldet. Denn ihnen geht es um die Verelendung vieler verloren gegangener Hauskatzen und ihres Nachwuchses. So betont auch der Tierschutzverein Andernach immer wieder eindringlich, dass nachhaltige, tierschutzgerechte Lösungen, wie Katzenkastrationsaktionen, nötig sind, um den Bestand der frei lebenden Katzen langfristig zu verringern. Auch die in Privathaushalten lebenden Freigängerkatzen sollten kastriert werden, um die Katzenpopulationen nicht ungewollt zu vergrößern. Hier liegt die große Verantwortung der Kommunen, über entsprechende Verordnungen aktiv zu werden. Die aber wurde bisher von zu wenigen Kommunen wahrgenommen. Das Tierheim Andernach appelliert daher immer wieder an alle verantwortlichen Behörden, sich für eine bundesweite Verordnung von Katzenkastrationen einzusetzen.
