Caritas-Kinderstadtranderholung im Nickenicher Wald
Kinder lernen von Cowboys und Indianern
Andernach. Es brauchte keine Stammestänze oder Friedenspfeife, als Bürgermeister Claus Peitz die Indianer der Caritas-Kinderstadtranderholung im Nickenicher Wald besuchte. Dort fand das Stammesoberhaupt ein Gewusel von Kindern. Die einen bastelten Freundschaftsbändchen und Indianerschmuck oder ließen sich von den Betreuerinnen auf den Armen und im Gesicht eine Kriegsbemalung verpassen. Andere bauten aus den herumliegenden Hölzern Flitzebogen oder brachten ein Wickiup in Form. Diese halbrunden Bauten aus Reisig und Gras bauten die Apachen als Behausung“, erklärt Caritas-Mitarbeiter Uwe Baudenbacher. Er und 12 Betreuer, viele von ihnen sind noch Schüler zwischen 16 und 17 Jahre alt, kümmern sich um die 54 Jungen und Mädchen der ersten Freizeit. Die zweite Teilfreizeit ist mit 60 Kindern komplett ausgebucht. Für Dienststellenleiterin Margret Marxen-Ney, Caritas Andernach, und Claus Peitz eine Bestätigung, dass die Caritas-Kinderstadtranderholung damals wie heute bei den Kindern immer noch begehrt ist. Im Tipi, das ebenfalls im Nickenicher Wald aufgebaut wurde, können die vom Herumtollen müden Kinder Kurzgeschichten hören und Kraft für das nächste Abenteuer sammeln. Dabei ist es Uwe Baudenbacher wichtig, dass die Kinder nicht nur Indianer spielen, sondern auch viel vom Leben im Wilden Westen und der Kultur der „Indianer“ erfahren. So ist bei der Erkundung des Maislabyrinths mehr über die Ernährung der Indianer zu hören. Mais kommt nämlich, genauso wie die Kartoffel, aus Amerika und wurde dort schon vor 5.000 Jahren angebaut. Die Indianer machten bereits Popcorn, als die Europäer noch keine Sonnenblumen und Kürbisse kannten. Auch bei der Planwagenfahrt vom „Obst- und Blumenhof Müller“ umweht die Gruppe ein Hauch Wilder Westen. Genauso ist Hockey eine Sportart, die von den Indianern erfunden, ihren Weg nach Europa fand und von den Jungen und Mädchen in der Alten Schützenhalle mit Begeisterung gespielt wird. Stilecht soll es auch beim Elternnachmittag zugehen, wo statt Kaffee und Kuchen Süßkartoffelbrot gereicht werden soll. Selbst die 12jährige Narin, die mit ihren Eltern und ihrer Schwester aus Aleppo fliehen musste, ist begeistert und bastelt am liebsten Freundschaftsbändchen. Im Nickenicher Wald haben die beiden Mädchen bereits gute Freunde gefunden. Bürgermeister Peitz freut sich, dass sich auch Flüchtlingskinder bei der Caritas-Stadtranderholung wohlfühlen. Vielleicht haben sie auch Spaß am Fußball, den Claus Peitz als ein kleines Geschenk mitgebracht hat. Eine gelungene Stadtranderholung, die zweimal während der großen Ferien von der Caritas angeboten wird.
Die Kinder und der Bürgermeister haben Spaß am Indianer sein. Foto: privat
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