Erster Warnstreik bei Rasselstein
Metaller legten die Arbeit nieder
Es geht nicht nur ums Geld
Andernach. Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht legten die Metaller bei Rasselstein die Arbeit nieder. Rund 600 Beschäftigte haben in der Nacht zum Donnerstag vor dem Andernacher Werk für mehr Lohn demonstriert. Neben der Nachtschicht kamen auch zahlreiche Metallerinnen und Metaller aus anderen Betrieben zu der Demonstration, um zu bekunden, dass sie hinter den Forderungen stehen. 5,5 Prozent prangte in roten Leuchtbuchstaben über dem Pförtnerhaus. Um so viel Prozent mehr Entgelt geht es bei den Warnstreiks.
Doch das ist nicht die einzige Forderung der IG Metall. Auf ihrer Agenda stehen zudem Bildungsteilzeit sowie verbesserte Regelungen zur Altersteilzeit. „Dass wir heute Nacht hier bei Rasselstein um 00.01 Uhr mit dem ersten Warnstreiks in der Tarifbewegung der Metall- und Elektro-Industrie loslegen müssen, haben die Arbeitgeber zu verantworten“, sagte Armin Schild, Bezirksleiter der IG Metall Mitte. „Wer zwölf Stunden vor Ablauf der Friedenspflicht ein Angebot macht, das wir eher als Treppenwitz wahrgenommen haben, muss sich natürlich nicht wundern, dass die Belegschaften sauer sind“, betont Schild. „Wir haben drei Forderungen gestellt. Zu allen drei Forderungen haben die Arbeitgeber entweder unzureichend geantwortet oder gar keine Idee gehabt, was wir mit ihnen verhandeln wollen. Oder sie haben uns schlicht und ergreifend provoziert, und uns beispielsweise ein Entgeltangebot gemacht, bei dem die Leute einfach nur lachen und sagen, ‚das ist nicht ernst gemeint‘“, so der Gewerkschafter. Mit Warnstreiks wollen die Gewerkschafter den Druck erhöhen. „Es ist offensichtlich die einzige Möglichkeit, die Arbeitgeber in der Metallindustrie zu einem Ergebnis zu bewegen, das wir auch akzeptieren können. Sorgen machen wir uns dabei keine.
Die Belegschaften sind, wie sich das für die IG Metall gehört, kampfbereit und wir werden einen guten Abschluss hinbekommen“, ist Schild überzeugt. Auch Markus Eulenbach, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Neuwied und Betriebsratsvorsitzender von Thyssen-Krupp Rasselstein, Wilfried Stenz, fordern endlich ein anständiges Angebot von Seiten der Arbeitgeber. „Wir sind bereit unsere Forderungen, die fair und angemessen sind, nicht nur mit ein paar Warnstreiks, sondern wenn nötig mit einem unbefristeten Streik durchzusetzen“, ließ Eulenbach Muskeln spielen. „Der nächste Warnstreik ist bereits für den 10. Februar anberaumt. Der wird in einer weitaus anderen Dimension ausfallen, als der erste Warnstreik“, schwört Eulenbach die Metaller auf einen Arbeitskampf ein.
Die Beschäftigten demonstrierten vor dem Andernacher Werk für mehr Lohn.
