Kommunales Kino zeigte „Die Verlegerin“
Plädoyer für die Pressefreiheit
Hochaktueller Film von Steven Spielberg stimmte so manchen Zuschauer nachdenklich
Andernach. 60 Zuschauer waren gekommen, um sich den neuesten hochaktuellen Film von Steven Spielberg im Gemeindesaal der Christuskirche anzusehen.
Der Film „Die Verlegerin“
Amerika Anfang der 70er Jahre: Seit Jahren wütet nun schon der Vietnam-Krieg, in dem sehr viele Zivilisten und Tausende Soldaten ihr Leben verloren haben - und dies droht weiterhin der Fall zu sein, wenn nicht Einhalt geboten wird.
Gleichzeitig führt eine immer stärker werdende Antikriegsbewegung zu einer gesellschaftlichen Krise.
Innerhalb dieses Spannungsfeldes bekommt die Redaktion der „Washington Post“ hochbrisante Papiere zugespielt - es handelt sich um eine streng geheime Dokumentation zum Vietnam-Krieg.
Die sogenannten „Pentagon-Papiere“ beweisen, dass bereits vier Präsidenten die Öffentlichkeit in Bezug auf die Vietnam-Politik bewusst belogen haben. Die noch unerfahrene neue Chefin der „Post“ muss nun entscheiden: Wird diese hochbrisante Nachricht, deren Wahrheitsgehalt unbestritten ist, gedruckt - oder werden die Druckmaschinen in letzter Minute angehalten? Denn sowohl die Existenz der Zeitung als auch sämtlicher Mitarbeiter stehen auf dem Spiel.
Die Spannung ist groß - und der Zuschauer fiebert mit: wie wird die Entscheidung ausfallen und was für Folgen wird sie haben? Werden alle verantwortlichen Mitarbeiter im Gefängnis landen?
Doch die Sache geht gut aus: Sämtliche Zeitungen im Land verbünden sich mit der „Post“ und drucken ebenfalls die brisante Neuigkeit. Meryl Streep spielt die „Post“-Chefin kongenial als einzige Frau unter lauter Männern, die ihr skeptisch bis irritiert entgegentreten. Der Film ist ein Plädoyer für die Pressefreiheit. Er steht ein für die Wahrheit - über alle Sanktionen und Bedrohungen hinweg.
Steven Spielberg, dessen Film auf tatsächlichen Begebenheiten beruht, bezieht darin eindeutig Position: Er habe mit „Die Verlegerin“ einen patriotischen Film gedreht, keinen parteipolitischen, sagte er. Er sei jemand, der an die Pressefreiheit glaubt, an einen Journalismus, der Aufklärung zur Aufgabe hat.
Insofern sei der Film auch als Gegenmittel zu nicht abgesicherten populistischen „Fake News“ zu sehen, die nur allzu gern geglaubt werden.
So mancher Zuschauer mag an diesem Abend nachdenklich nach Hause gegangen sein, denn die Parallele zur derzeitigen Situation Amerikas, dessen Präsident ständig das Wort von den „Fake News“ verlauten lässt und somit einen Berufsstand zu diskreditieren versucht, ist unverkennbar. Allseitiger Dank an die Projektgruppe. Besucherin Katrin Büchner in einer Email: „Die ‚Atmosphäre ist sehr familiär, die Mitglieder äußerst engagiert. Wir haben den aufschlussreichen Film sehr genossen. Besonders gut fanden wir die einleitenden Worte einer Mitarbeiterin.“.
Vorschau
Der nächste Kino-Abend findet am statt am Dienstag, 19. März. Diesmal wird eine britisch-amerikanische Filmkomödie gezeigt - zur gewohnten Zeit und an gewohntem Ort - und ebenfalls mit Starbesetzung.
