Brandschutzunterweisung an Rhein-Mosel-Fachklinik – Jeder Mitarbeiter muss ran
Sechs Meter hohe Stichflamme macht Gefahr deutlich
Fettexplosion hinterlässt staunende Gesichter
Andernach. Die Stichflamme schießt satte sechs Meter in die Höhe.
Im Ernstfal l besser reagieren können
Die Hitze, die die Fettexplosion selbst in zehn Metern Entfernung noch druckvoll erzeugt, macht Angst. Doch so schnell wie sie entstanden ist, löst sich die Feuerwolke in der Atmosphäre auch wieder auf und hinterlässt staunende und bis entsetzte Gesichter ob dieser Urgewalt. Ausgelöst hat den beeindruckenden Effekt der Brandschutztechniker Egon Balter. Er unterwies gemeinsam mit Wilhelm Monn, dem Brandschutzbeauftragten der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, die Mitarbeiter der Einrichtung in Sachen Feuerbekämpfung. „Viele hatten mir in den vergangenen Jahren gesagt, sie wollten mehr praktisch unterwiesen werden, damit sie im Ernstfall besser reagieren können. Dem haben wir jetzt Rechnung getragen“, erklärt Monn, der vielen Andernachern aus der örtlichen Feuerwehr bestens bekannt ist – hat er doch 45 Jahre lang in der Wehr aktiv mitgearbeitet, davon 22 Jahre in der Wehrführung. Mehr als 190 Mitarbeiter nahmen an den ersten vier jeweils einstündigen Unterweisungen teil. In diesem Jahr bietet Monn noch vier weitere Tage an. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll jeder der rund 1500 Mitarbeiter der Rhein-Mosel-Fachklinik mindestens einmal Feuerlöscher oder Wasserschlauch unter Monns Aufsicht benutzt haben. Hinzu kommt noch ein theoretischer E-Learning-Test der hauseigenen Rhein-Mosel-Akademie, den jeder bestehen muss.
Ein Knall wie ein Kanonenschuss
Pulver-, Schaum-, CO2-Feuerlöscher, Löschdecke oder Wandhydrant – den Mitarbeitern wurde jede Funktion der Geräte erklärt, und sie probierten alle aus. „Wir haben ein sehr gutes Feedback des Tages bekommen. Die Mitarbeiter waren mit Begeisterung dabei. Jeder, der bislang an der Unterweisung teilgenommen hat, trägt jetzt noch mehr zur Sicherheit seiner Patienten und Kollegen bei“, ist Monn zufrieden mit dem Start der Aktion. Damit die Mitarbeiter nicht nur am Arbeitsplatz auf Zack sind, sondern auch daheim sensibel mit dem Element Feuer umgehen, demonstriert Balter zum Abschluss zunächst die Explosion einer handelsüblichen Haarspraydose. Mit einem Knall, der einem Kanonenschuss gleichkommt, zerberstet die Dose und baut einen Druck auf, der sogar das Eisengerüst verbiegt, an dem sie befestigt ist.
Frittierfett - eine große Gefahr!
Der Höhepunkt aber ist die Vorführung der Fettexplosion: Dabei verwendet Balter keine besonderen Showelemente, um den Effekt zu steigern. Der Brandschutztechniker erhitzt etwa 750 Milliliter Frittierfett wie es in jeder Fritteuse zu finden ist und löscht es mit Wasser ab. Was folgt, ist eine meterhohe Feuerwolke und eine unglaubliche Hitzeentwicklung. Monn: „So etwas darf man daheim nie tun. In einer Küche setzt allein die Hitze sofort den ganzen Raum in Brand. Personen erleiden schwerste Verletzungen.“
