„Sitzenbleiben abschaffen?“
CDU Andernach lädt zum Montagsgespräch am 11. März ein
Andernach. Zu einem Montagsgespräch über eines der in den letzten Wochen am heftigsten diskutierten Themen lädt die Andernacher CDU mit ihrem kulturpolitischen Arbeitskreis für Montag, 11. März, um 20 Uhr, in das Hotel Rheinecker Hof, Marktgasse 1, ein.
Die rot-grüne Koalition in Niedersachsen will das Sitzenbleiben in der Schule abschaffen. Und auch die rot-grüne Landesregierung in Rheinland-Pfalz will in einem Modellversuch den Verzicht aufs Sitzenbleiben testen. Aber was so manchen Schüler mit schwachen Noten freuen mag, trifft nicht nur auf Gegenliebe. Es werden immer mehr Stimmen laut, die diese Tendenz äußerst kritisch bewerten: „Die Abschaffung des Wiederholens einer Schulklasse ist ein weiteres ideologisches Werkzeug von SPD und Grünen zur Gleichmacherei in der Bildungspolitik“, sagt etwa Leopold Born, Bundesvorsitzende der Schüler Union (SU), der mit 10.000 Mitgliedern bundesweit stärksten Schülerorganisation. Den Vorschlag bezeichnete Born als „rot-grüne Kuschelpädagogik“, die ein leistungsorientiertes Lernen ersetzen solle. Kritisch äußerten sich auch Lehrer zu dem Vorhaben. Dagegen ist nach einer Studie des Bildungsforschers Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung das Sitzenbleiben „teuer und unwirksam“. Dem Staat entstünden Kosten von fast einer Milliarde Euro im Jahr, weil mehr Schüler im System seien, was wiederum mehr Lehrerstellen erfordere. Das Durchfallen führe aber nicht zwingend zu Besserungen: Kinder, die trotz ähnlicher Defizite knapp versetzt werden, entwickelten sich oft besser. Ohne den Warnschuss, so fürchten allerdings viele Lehrer, entfalle das wichtigste Sanktionsmittel, die Schüler würden undisziplinierter. Der Chef des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, hat deshalb von einem „pädagogischen Unsinn“ gesprochen: „Eine Abschaffung des Sitzenbleibens käme einem Recht auf Wohlfühlschule mit Abitur-Vollkasko-Anspruch gleich.“
Zu diesem kontroversen Thema wird im Rahmen des CDU-Montagsgesprächs Dr. Adolf Weiland, stellv. Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion sprechen.
Pressemitteilung der
CDU-Andernach
