„KlarSicht“-MitmachParcours machte Station in Andernach
Spielerische Suchtaufklärung wirkt
Andernach. Der Mitmach-Parcours „KlarSicht“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert mit Fakten und Spielen Jugendliche zu den Themen Alkohol und Tabak. Der Parcours gastierte auf Initiative des Jugendzentrums des Amtes für Jugend- und Soziales der Stadt Andernach in Andernach.
Wer den Durchblick hat, ist cool. Dennoch trüben ein Fünftel der 14- bis 17-Jährigen einmal im Monat ihren Blick und trinken bis zum Vollrausch. Und circa 15 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen vernebeln sich mit Zigaretten die Sicht. Doch mit erhobenem Zeigefinger und klugen Belehrungen ist niemandem geholfen. Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erklärt die Grundidee des Mitmach-Parcours „KlarSicht“: „Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren brauchen altersgerechte Präventionsangebote. In Rollenspielen, Diskussionen und mit eigenen Fragen sollen sie sich mit den Themen Alkohol und Tabak auseinandersetzen. Wir vermitteln ihnen Entscheidungshilfen für einen gesundheitsförderlichen Umgang damit, und die Jugendlichen reflektieren gleichzeitig ihr eigenes Konsumverhalten.“
Die Jugendlichen trafen an den einzelnen Stationen immer auf zwei professionelle Ansprechpartner/-innen. Sie erklärten ihnen die Spiele und kamen so mit ihnen ins Gespräch. Das Moderatoren-Duo bestand jeweils aus Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des „KlarSicht“-Teams der BZgA sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Kooperationspartner, die im Vorfeld extra für die Mitmach-Aktion geschult wurden.
Ernüchterung auf ganzer Linie
Ein Highlight unter den fünf Stationen des Parcours war „Drunk-Buster“. Diese Rauschbrille simuliert einen Alkoholgehalt von circa 1,3 bis 1,5 Promille im Blut. Unter anderem sollten die Jugendlichen damit auf einer gestrichelten Linie gehen - oder es vielmehr versuchen, denn kaum ein Schritt traf die Linie. Klar im Kopf, aber betrunken im Blick; dieses persönliche Erleben ging vielen der jungen Erwachsenen nahe. Die zwei Stationen „Alkohol“ und „Tabak“ informierten spielerisch und interaktiv über die Gefahren beim Konsum von Alkohol und Zigaretten. Dabei ging es nicht darum, den Alkoholkonsum per se zu verteufeln. Vielmehr wurde den Jugendlichen ein kritischer und bewusster Umgang mit Alkohol vermittelt. Unvernebelt ist die Aussage beim Tabak: „Nichtrauchen ist nicht nur gesund, sondern auch ganz schön clever.“ An der Station „Talkshow“ wurden in der Gruppe Geschichten entwickelt, in denen es um Probleme ging, die im Umgang mit Alkohol oder Tabak entstehen können - erfundene und erlebte, anonym erzählt. Gemeinsam wurde überlegt, wie die auftretenden Probleme hätten verhindert werden beziehungsweise wo Betroffene Hilfe finden können. An der fünften Station „Images“ setzten sich die Jugendlichen mit Werbeversprechen der Alkohol- und Tabak-Industrie auseinander. Eins wurde klar: Die Jugendlichen lassen sich nichts vormachen. Wer nach dem Parcours noch Wissensdurst hatte, konnte sich am Info-Kiosk mit Lesestoff eindecken.Die Jugendlichen durchliefen den Parcours in fünf Gruppen. Am „Tor der Entscheidung“ wurde ihnen zunächst eine Einstiegsfrage zum Thema gestellt. Nach dem Parcours beantworteten die Teilnehmer die gleiche Frage noch einmal. Die Einschätzungen vor und nach dem Parcours konnten direkt miteinander verglichen werden.
Erfolgreiche Kooperation
Folgende Kooperationspartnerinnen und -partner wirkten aktiv mit und trugen dazu bei, den Parcours erfolgreich umzusetzen:
Jugendzentrum der Stadt Andernach, Ordnungsamt der Stadt Andernach, Job-Fux-Projekt der Stadt Andernach, Zentrum für ambulante Suchtkrankenhilfe des Caritasverbandes Koblenz e.V., Caritasverband Rhein Mosel Ahr - Schulsozialarbeit, Evangelische Kirchengemeinde Andernach, August-Horch-Schule, Geschwister-Scholl-Schule und Realschule St. Thomas
Pressemitteilung der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
An den einzelnen Stationen wurde den Jugendlichen ein kritischer und bewusster Umgang mit Alkohol vermittelt.
Der „Drunk-Buster“ machte den Jugendlichen klar, wie benebelt der Blick nach Alkoholgenuss ist. Fotos: privat
