Allgemeine Berichte | 05.02.2013

Internationale Musiktage Koblenz

Totgesagte leben länger

Obwohl der IMK-Vorstand alles hinwarf, gibt es ein neues Kuratorium mit einem beeindruckenden Programm

Pressekonferenz der IKM im Studio von TV Mittelrhein in Urbar.

Region/Urbar. „Tot gesagte leben länger“. Dieses Sprichwort gilt auch für die Internationalen Musiktage Koblenz (IMK). Seit etwa 20 Jahren hatte IMK-Chef Detlef König Sponsorengelder für die Veranstaltungen hereingeholt, die damit immer mehr zu einem gesellschaftlichen Ereignis wurden. Das gefiel dem künstlerischen Leiter Romeo Tudorache langsam aber sicher überhaupt nicht mehr, weil er meinte, die „künstlerische Leistung“, vor allem die Musik, werde nicht genügend wertgeschätzt. Die Spannungen eskalierten zu einem solchen Streit, dass im September vergangenen Jahres der komplette Vorstand der IMK  zurücktrat und der Trägerverein damit aufgelöst war.

Aber in Koblenz wollte man eine so erfolgreiche Konzertreihe einfach nicht sterben lassen. Und, getreu dem Holzmichel-Lied der Randfichten, heißt es jetzt über die IMK: „Ja, sie lebt noch, sie lebt noch stirbt nie“.

Denn die ehemalige Koblenzer Kulturdezernentin Ingrid Bátori hatte Tudorache quasi als Marke aufgebaut und auch vertraglich war es unmöglich, ihm zu kündigen. So blieb nur der Schritt nach vorn und erst im November entstand ein neues Kuratorium (Gremium, das die Aufsicht über eine öffentliche Körperschaft, eine Stiftung oder Ähnliches innehat) mit dem neuen Namen Internationale Konzerttage Mittelrhein (IKM).

Vorstandsmitglieder dieses Kuratoriums sind Vorsitzender Dr. Gerhard Huthmann (Unternehmensberater), Thomas Millies (Direktor Daimler-Benz AG in Koblenz), Dirk Feldhausen (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO AG Koblenz), Peter Gries (Griesson-de Beukelaer Polch), Harald Watterich (Verleger, Koblenz), Prof. Dr. Werner Hecker (Dekan für Wirtschafts- und  Arbeitsrecht der Fachhochschule Koblenz), Gerhard Buddenbaum (Vorstandsvorsitzender a.D. Aleris Aluminium Koblenz) und Michael Schönberg (Direktor Privatbank Merck Fink & Co Koblenz). Mitglieder des Kuratoriums sind MYK-Landrat Dr. Alexander Saftig, Heinz Gries (Griesson de Beukelaer), Kemperhof-Kinderklinik-Chefarzt Prof. Dr. Manfred Riester, Firmenchef Dr. Rolf Eugen König. Hansgünter Oberrecht (Gesellschafter der Wirtschafts- und Steuerberater Verhülsdonk) und Handwerkskammerpräsident Werner Wittlich.

„Es war ein steiniger Weg“, sagte Vorsitzender Dr. Huthmann, als er mit einigen Kuratoriumsmitgliedern im Studio von TV-Mittelrhein in Urbar bei einer Pressekonferenz das neue Konzept der IKM präsentierte. „Wir konnten uns einfach nicht vorstellen, dass die IKM nicht mehr bestehen sollte. Und so wurde am 19. November ein neuer Trägerverein gegründet. Als Namen wählten wir Internationale Konzerttage Mittelrhein, da die Regionen Lahnstein, Montabaur und Polch mit einbezogen wurden. Denn wir wollten weitere Veranstaltungsorte hinzugewinnen.“

Dr. Huthmann wies darauf hin, dass man nur sieben Wochen Zeit hatte, um ein neues Programm, das vom 1. März bis 3. Mai mit zehn Kulturevents angesetzt ist, zu organisieren.   

Romeo Tudorache erläuterte die einzelnen Konzerte, die auch in Räumen von Unternehmen stattfinden. Los geht es am Freitag, 1. März, bei Mercedes-Benz in Koblenz mit „Flamenco meets Zigane“ unter Mitwirkung der Tänzerin Maria Serrano aus der südspanischen Flamenco-Stadt Sevilla. „Jazz Concertante“ mit dem Vadim Andréev-Quintett aus Nizza wird am Donnerstag, 7. März im Unternehmenssitz der Eugen König GmbH, Koblenz geboten.

Einen Tag später, also am Freitag, 8. März, ist das  „Meisterklassen-Konzert“ in der Montabaurer Stadthalle Haus Mons Tabor. Als Besonderheit gibt es hier freien Eintritt, damit wirklich jeder Zugang zur Musik hat. „Über den Dächern von Koblenz“ spielt am Freitag, 15. März das „Delian Quartett“ aus Paris. „Lift Seven“ ist der Veranstaltungsort, die oberste Etage im Interform-Haus im Koblenzer Gewerbepark Nord.

Im Ehrenbreitsteiner Coenen Palais konzertiert am Sonntag, 12. April, das „Trio Kheops“ aus Brüssel mit Werken von verschiedenen Komponisten unter dem Thema „Da Camera“.

Die absolut jüngste Musikerin im IKM-Konzertreigen ist die erst 9-jährige Pianistin Michelle Woo aus Bonn. Sie spielt am Sonntag, 14. April, zusammen mit dem 19-jährigen Marcel Mok unter dem Thema „Bravissimo“ im Urbarer Klostergut Beselich. „Pianissima“ heißt es am Freitag, 19. April, mit der Pianistin Victoria Kogan aus Moskau im Best Western Hotel auf der Lahnhöhe in Lahnstein.

Russisch geht es auch am Freitag, 26. April, in den Betriebsräumen von Griesson de Beukelaer in Polch zu. Das Kibardin Quartett aus Hamburg bringt  unter dem Motto „„Russisches Roulette“ Werke verschiedener Komponisten zu Gehör. Einem großen Finale gleich kommt das Konzert unter dem Titel „Alte Welt – Neue Welt“ am Sonntag, 28. April, im Kurfürstlichen Schloss in Koblenz, denn auch hier ist der Eintritt frei. Und so rechnen die Veranstalter mit zahlreichen Gästen, die dem Enesco Quartett aus Paris zuhören, wenn es Werke von Franz Schubert und Antonin Dvorak spielt. In diesem Zusammenhang  dankte Dr. Huthmann der Koblenz Touristik für ein Geschenk. Denn sie stellt das Schloss für das Konzert kostenlos zu Verfügung. „Darüber bin ich sehr froh, denn wir können bei freiem Eintritt alle Sponsoren einladen“, freut sich der Kuratoriumsvorsitzende.

„Frühlingsstimmen“ heißt am Freitag, 3. Mai, das letzte Event in dieser beachtenswerten Konzertreihe. Das Salonorchester der Deutschen Oper Berlin gibt in der Handwerkskammer Koblenz ein Gastspiel. 

Bisher wurden jährlich etwa 6000 Karten verkauft und mit diesen Zahlen rechnet das Kuratorium auch in diesem Jahr. Doch was ist mit der Akustik, wenn Konzerte von den international bekannten Musikern in Räumen von Unternehmen stattfinden?  „Da machen wir Konzerte, die passen“, erklärte der künstlerische Leiter Romeo Tudorache, „Flamenco bei Mercedes und Jazz bei König.“ Aber auch das Coenen hat keine ideale Akustik. „Wir helfen da nach durch Stoffe und Ähnlichem. Bei uns geht 50 Prozent der Zeit drauf, um einen Raum musikalisch einzurichten“, sagt Tudorache.

Das alles kostet Geld, viel Geld. Das kommt von verschiedenen Sponsoren, denn durch den Ticketverkauf können die Kosten nicht gedeckt werden.   Karten für IKM-Veranstaltungen sind bereits im Vorverkauf erhältlich, unter anderem bei der Koblenz-Touristik im Rathaus und am Bahnhof, Telefon 0261/129 16 10, sowie im Internet: www.ikm-mittelrhein.com. HEP

Pressekonferenz der IKM im Studio von TV Mittelrhein in Urbar.

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