Allgemeine Berichte | 18.12.2025, 14:10 Uhr

Silvester: Deutscher Tierschutzbund fordert Ende der privaten Böllerei

Feuerwerk: „Tierfreundlich knallen gibt es nicht!“

Eine Drohnenshow stellt an Silvester eine tier- und umweltfreundliche Alternative zu Raketen und Böllern dar.Foto: Gareth Harmer - Deutsche Umwelthilfe e.V.
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Region. Regelmäßig zum Jahreswechsel sind hierzulande Millionen Tiere von Stress, Panik und Tagen im Ausnahmezustand betroffen. Der Deutsche Tierschutzbund fordert deshalb ein Ende des privaten Kaufs und Gebrauchs von Pyrotechnik zu Silvester und stellt sich hinter die Kampagne “Böllerciao“ der Deutschen Umwelthilfe.

Solange das Zünden von Sprengstoff nicht wie an allen anderen Tagen im Jahr verboten ist, sollten Kommunen zumindest Bereiche rund um tierhaltende Einrichtungen wie Tierheime von Feuerwerk freihalten. An alle Tierfreunde appelliert der Verband zudem, in der Silvesternacht freiwillig auf Feuerwerkskörper zu verzichten.

„Natürlich ist Silvester ein besonderer Tag. Warum man diesen ohne Rücksicht auf Millionen Tieren mit möglichst viel Sprengstoff ‚feiern‘ muss, erschließt sich uns aber nicht. Es gibt so viele Möglichkeiten, rücksichtsvoll zu feiern. Einige Städte machen mit Drohnenshows bereits vor, wie Silvester ohne verängstige Tiere, Müll und Verletzungsgefahr aussehen kann“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Tierfreundlich knallen gibt es nicht. Sich von bestimmten Einrichtungen wie Tierheimen oder Zoos fernhalten oder eben Wohngebiete meiden wollen, wo viele Hunde und Katzen und andere Haustiere betroffen sind, ist ein guter Gedanke. Wem Tiere wirklich am Herzen liegen, dem ist aber bewusst, dass es überall Tiere gibt, die unter der Böllerei leiden - und die an diesem Tag kaum Ausweich- und Rückzugsmöglichkeiten haben.“

Lärm, Brandgeruch und Lichtblitze sind Alptraum für Tiere

Sei es in Wohngebieten, Parks, Feldern, auf Wiesen, oder an Waldrändern: Überall sind Tiere von der Silvesternacht betroffen. Die meisten Tierarten leiden besonders aufgrund ihres sensiblen Gehörs – und können durch die Knallerei auch eine dauerhafte Schädigung oder eine langfristige Geräuschsangst entwickeln. Für aufgeschreckte Wildtiere wie Wildvögel oder Igel, die mitten in der Nacht unter erheblichem Stress ihre Schlafplätze verlassen, kann der Energieverlust im Winter tödlich enden. Auch Schweine, Rinder oder Schafe und insbesondere Pferde reagieren empfindlich und können sich erheblich verletzen, wenn sie in Panik versuchen zu fliehen. Bei vielen Tierhaltungen besteht nicht zuletzt erhöhte Brandgefahr. Unmengen an Feuerwerkskörpern landen zudem in der Natur und schädigen diese nachhaltig durch giftige Farben, Schwermetalle und Co.

Kommunen sollten mindestens Schutzzonen erlassen

Bisher sind tierhaltende Einrichtungen trotz ihrer besonderen Schutzwürdigkeit gegen Lärmbeeinträchtigungen nicht konkret in den absoluten Verboten der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz gelistet. Der Deutsche Tierschutzbund macht darauf aufmerksam, dass Kommunen aber zumindest aus Brandschutzgründen oder in eng besiedelten Gebieten durch eine Allgemeinverfügung bestimmte Gebiete von der Erlaubnis ausnehmen könnten, Silvesterfeuerwerk abzubrennen. „Dieser Spielraum sollte unbedingt voll ausgeschöpft werden!“, so Schröder. „So könnten zumindest Einrichtungen wie Tierheime, Zoos, landwirtschaftliche Betriebe oder Pferdehöfe geschützt werden. Wenn hier Feuerwerkskörper in unmittelbarer Nähe abgefeuert werden, sind viele Tiere auf einen Schlag massiv betroffen.“

Pressemitteilung Deutscher Tierschutzbund e.V.

Eine Drohnenshow stellt an Silvester eine tier- und umweltfreundliche Alternative zu Raketen und Böllern dar. Foto: Gareth Harmer - Deutsche Umwelthilfe e.V.

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