Allgemeine Berichte | 07.02.2013

Prunksitzung der Blauen Funken 1893 e.V.

Unterhaltsames Programm

Angeführt von Kommandant Hans Peter Klein sorgte die Fidelitas in der Mittelrheinhalle für gute Laune

Adjutant nebst Puppe: Daniel Nonn (r.) mit Kompagnon „Otmar“.

Andernach. Als letzter der vier Andernacher Karnevalsvereine zog am vergangenen Wochenende die Fidelitas 1893 Blaue Funken e.V. in der Mittelrheinhalle zu Felde, um in Sachen Brauchtumspflege ihren Anteil zu leisten. Herauskommen sollte ein abendfüllender, karnevalistischer Mehrkampf, bei dem die Funken in jeder Disziplin ihr unterhaltendes Talent unter Beweis stellten und mehrfach den sprichwörtlichen Funken auf ihr Publikum überspringen ließen. „Das Blaue Corps rückt an mit schweren Sachen, bepackt mit Witzen und Humor“ - gleich zu Beginn war es den Evergreens aus den Reihen des Altherrencorps vorbehalten, mit dem mehrstimmig vorgetragenen „Funkenlied“ den Einzug des uniformieren Corps vorzubereiten. Aus allen drei Türen schwärmten die blau und weiß gekleideten Protagonisten, die sich Minuten später auf der Bühne vereinten und vor dem Kommandanten und Sitzungspräsidenten Hans-Peter Klein die Begrüßung vollzogen. Mit einem Parademarsch lösten sich daraufhin die Wibbeltänzer aus der Masse heraus, um zu kölschen Liedern im 33. Jahr ihres Bestehens ihren „Stippeföttche“ vorzutragen, einstudiert und beaufsichtigt von Leiter Rüdiger Host, Spieß Manfred Erbar und Choreografin Daniela Wiss. Diesen tänzerischen Aufhänger fortzuführen war Sache des Funkenmariechens Lisa Scharrenbach, die gemeinsam mit Tanzoffizier Daniel Nonn den Mariechentanz absolvierte. Übrigens letztmalig mit Adjutant Nonn, dessen Berufung ins Funken-Dreigestirn das Ende seiner tänzerischen Offizierslaufbahn bedeutete. Auf die Vorzeige-Laufbahn von Georg Manthey im Blaue-Funken-Corps verwies Kommandant Klein bei der Verleihung des diesjährigen „Bubbelatius-Orden“, den die Fidelitas bereits zum 50. Male an den Mann brachte.

Herzerfrischende Darbietungen

Weiter ging es im Programm mit Bernd Schwickert, der als „Nachtwächter“ den „Protokoller“ mimte und nach seinem Debüt im Vorjahr auch diesmal innerstädtische Streitfragen in Reimform an den Pranger stellte. Bevor Michael König in die Rolle der „Volksmusiktante aus dem Rheinland“ schlüpfte und dabei all seine Stimmgewalt in die Waagschale warf, präsentierten sich Abordnungen der Jugendfunkengarde: „Fünkchen“, „Minis“, „Kometen“ sowie Kindertanzpaar und Solomariechen brachten Gegenwart und Zukunft der Fidelitas in Einklang, ihre herzerfrischenden Darbietungen erfreuten sich großer Beliebtheit. Beliebt seit eh und je sind die Musikvorträge von Michael Detje als Clown „Peppi“, in dessen Montur er Karnevalsschlager wie „Blootworscht, Kölsch“ oder „Hey Kölle“ auf dem Saxophon anstimmte. Einem amüsanten „Nachrichten-Sketch“ des erstmals vereinten Vortragenden-Trios Ruben Busenkell, Thomas Klein und Martin Zschiesche ließ die Gardetanzgruppe unter der Leitung von Daniela Wiss und Jennifer Zenzen ihren Ballettauftritt folgen und setzte sich traditionell in den Vereinsfarben in Szene. Und das war vor der Pause noch längst nicht alles. Denn während „Doof Nuss“ alias Heinz-Jürgen Wiss einmal mehr vortrefflichst aus der Bütt parlierte, bereitete sich der Spielmannszug angeführt von Tambourmajor Tobias Koch auf seine Darbietung vor. Das Arrangement des musikalischen Leiters Axel Sauer spannte den Bogen von Wolfgang Petry über Roberto Blanco bis hin zu karnevalstauglichen Hits von den „Höhnern“. Mit dem Beifall des Saalpublikums schloss sich der Vorhang von Teil eins.Den zweiten Sitzungsabschnitt eröffnete die Stippvisite des närrischen Tollitätenpaares. Prinz Waldemar I., Prinzessin Uschi I. und närrisches Gefolge statteten dem Funken-Corps einen ausgiebigen Besuch ab, sangen, tanzten und animierten zum Fröhlichsein. Die Dreharbeiten zum Krimi „Tod in der Waldhütte“ machte das „Offizierskorps“, kurz genannte „De Offze“, zum Thema seiner Sketch-Einlage, die seit nunmehr 18 Jahren Bestandteil der Fidelitas-Sitzungen ist. Zu den festen Größen der Funken in Sachen Witz und Schabernack gehören inzwischen auch Daniel Nonns Ausführungen, stets vorgetragen mit bauchrednerischen Sidekicks wie Greisenpuppe „Otmar“.Vor den Traualtar ließ sich anschließend das Schauballett der Blauen Funken führen. Den Tanz der 25 Bräute hatten Daniela Wiss, Jennifer Zenzen und Janine Verbücheln einstudiert und dabei dem Motto „Just married“ alle Ehre gemacht. Auf die „scharfe Probe“ gestellt wurden Peter Zschiesche, Bernd Schwickert und Gerd Förster bei ihrer „Chiliprobe“. Das Trio ging dabei an die kulinarische Schmerzgrenze, erntete dafür aber jede Menge Applaus. Der war auch der Wibbelgruppe garantiert, die die „Geschichte von Günni“ erzählte, dabei als „Captain Sixpack“ auftrat und einige Kusshände in Richtung Damenwelt pustete. So war nach knapp fünf Stunden die Zeit des Abschieds gekommen - während Tobias Koch und Bärbel König den Schlussgesang anstimmten, versammelte sich in deren Rücken die Aktiven des zurückliegenden Abends. Dieser endete „offiziell“ mit dem Auszug durch die klatschende Narhalla. „Inoffiziell“ ging die Party im Foyer der Mittelrheinhalle noch weiter. Grund zum Feiern hatten die Blauen Funken nach dieser Vorstellung allemal. RAU

Adjutant nebst Puppe: Daniel Nonn (r.) mit Kompagnon „Otmar“.
Der Spielmannszug heizte dem Saal kräftig ein. RAU

Der Spielmannszug heizte dem Saal kräftig ein. Fotos: RAU

Adjutant nebst Puppe: Daniel Nonn (rechts) mit Kompagnon „Otmar“.

Adjutant nebst Puppe: Daniel Nonn (rechts) mit Kompagnon „Otmar“.

Adjutant nebst Puppe: Daniel Nonn (r.) mit Kompagnon „Otmar“.

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