Vortrag im Klosterforum Maria Laach beeindruckte
Walter Müller schärft Blick für Schönheiten des Laacher Sees
Maria Laach. Bücher über den Laacher See, sein Kloster, den Vulkanismus und die Fauna und Flora gibt es viele, nicht aber ein Werk, das Naturwissenschaft und Kirche in einem zusammenfasst. Jetzt hat der Buchautor und Heimatforscher Walter Müller aus Niederzissen auf Einladung der Buch- und Kunsthandlung Maria Laach sein neuestes Buch am Ort des Geschehens in Maria Laach vorgestellt. Pater Johannes Naton OSB, der Walter Müller im Klosterforum begrüßte, versprach einen wissenschaftlich fundierten, unterhaltsamen, bilderreichen und selbst für Maria Laach-Kenner spannenden Abend: „Beim Studieren des Buches habe ich viel gelernt, etwa, dass es bei uns am Laacher See den Clathrus archeri, den Tintenfischpilz, gibt. Auch dass der Dreieckspfeiler im Chor, an dem ich schon so oft vorbeigelaufen bin, ein Unikat der Baukunst in Deutschland ist, wusste ich nicht.“ In einem spannenden Multimedia-Vortrag präsentierte Müller sein neuestes Werk, „Das Laacher-See-Gebiet im Rundumblick vom Lydiaturm“. Die bekannte Künstlerin Beate Heinen, ebenfalls im Klosterforum anwesend, hatte ihn auf die Idee gebracht. Im Vortrag zeigte der Referent traumhafte Fotos und öffnete die Augen für die Schönheiten des Laacher Sees. Mit Kenntnis sprach Müller über den Laacher See-Vulkanismus: „Der Laacher See-Ausbruch war die größte Vulkankatastrophe, die Europa je erlebt hat. Dieser Ausbruch war mehr im trachytischen Bereich“, also Tuff und Trass, „während der Basalt von den anderen Vulkanen stammt“, wobei er insbesondere die Mendiger Vulkane benannte. Sein zweites Augenmerk galt den Insekten, seltenen Schmetterlingen und Käfern. Auch die Pflanzenwelt hält dem biologisch geschulten Auge viele Überraschungen bereit, wobei das Publikum einiges lernte. Glockenblumen gibt es in zahlreichen Arten, die zwiebeltragende Zahnwurz findet sich ebenfalls bei Spaziergängen oder das heimische Springkraut, nicht zu verwechseln mit dem indischen. Auch das Judasohr, ein Speisepilz, der sonst teuer aus Asien eingeführt wird, gibt es am Laacher See. Zudem erfuhren die Zuhörer, dass das Laacher See Felchen mit den im Vergleich zu seinen Kollegen kleineren Kiemen eine biologische Besonderheit darstellt. Walter Müller zeigte auch Bilder von Basilika und Kloster, gewährte Einblicke hinter die Klostermauern und sprach mit großer Zuneigung vom Beten und Arbeiten der Laacher Mönche: „Im Kloster wird der benediktinische Geist lebendig, offen nach außen und gleichzeitig offen nach oben.“
Wer noch ein Geschenk für den Gabentisch sucht: „Das Laacher-See-Gebiet im Rundblick vom Lydiaturm“ von Walter Müller ist ein Buch, das allgemein verständlich all die schönen und interessanten Dinge des Laacher Kessels und sein vulkanisches Umfeld in Wort und Bild zusammenfasst. Pater Johannes dankte Walter Müller für den „wunderbaren Vortrag“ und stellte abschließend fest: „Wäre ich nicht schon acht Jahre Laacher Mönch, jetzt würde ich eintreten.“
Walter Müller aus Niederzissen ist Buchautor und Heimatforscher und kennt sich bestens mit der Laacher See-Region aus.
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