Allgemeine Berichte | 05.05.2017

Misereor Fastenaktion am Kurfürst-Salentin-Gymnasium Andernach

Was der Milchpreis in Europa mit der Not in Afrika zu tun hat

Dank des Misereor-Projekts erfuhren die Schüler viel nachdenklich Machendes zur Situation der Menschen in Burkina Faso.  privat

Andernach. Welchen Problemen stehen Menschen in anderen Ländern gegenüber und wie überwinden sie diese? Dies konnten die Schülerinnen und Schüler des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums bei dem Besuch von Projektbeteiligten an der Misereor Fastenaktion erfahren.

Unter dem Motto „Die Welt ist voller guter Ideen. Lass sie wachsen.“ rückte die diesjährige Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Menschen in Burkina Faso in den Mittelpunkt. Insbesondere durch den Klimawandel stehen die Menschen dort vor großen Herausforderungen: Die Regenzeiten werden immer kürzer, aber dafür heftiger. Es gilt für die überwiegend von der Landwirtschaft lebende Bevölkerung, lange Trockenzeiten zu überwinden. Gleichzeitig haben die dortigen Bauern eine übermächtig scheinende Konkurrenz aus Europa bekommen. Der sinkende Milchpreis zwingt die europäischen Milchbauern dazu, ihr Produkt in Form von Milchpulver zu geringen Preisen nach Afrika zu verschiffen. Es gibt kaum ein Geschäft in dem kleinen Staat in der Sahelzone, in dem keine europäischen Erzeugnisse zu finden sind. Die lokalen Bauern haben dagegen kaum eine Chance, schließlich produzieren sie weit weniger ertragreich.

Die Entwicklungshelfer von Misereor berichteten, dass es ihr Anliegen sei, vorhandene Ressourcen zu nutzen, um diesen Problemen, der Trockenheit und der fehlenden Konkurrenzfähigkeit, abzuhelfen. Durch das Bilden von Netzwerken tauschen die Bauern untereinander Informationen aus, die ihnen ein wesentlich erfolgreicheres Produzieren ermöglichen. So können sie beispielsweise durch das Bauen von kleinen Holzverschlägen Speisezwiebeln länger lagern und auch dann verzehren oder sogar verkaufen, wenn es sonst infolge des ausbleibenden Regens kaum Nahrung gibt. Auf diese Weise können sie auf dem Markt den dreifachen Preis für ihre Ernte erhalten. Auch für die Milchproduzenten des Landes kann etwas getan werden: Das Einkreuzen leistungsfähiger Rinderrassen steigert ihre Ausbeute. Milch, die sie nicht selbst benötigen, wird von lokalen Minimolkereien vertrieben, die mit der Unterstützung des Hilfswerks entstanden. Die Schüler waren sichtlich beeindruckt, durch welch einfache, aber einfallsreiche Mittel die Lebensbedingungen der Menschen in Burkina Faso verbessert werden können. „Man hilft hier den Menschen, sich selbst zu helfen. Das halte ich für besonders wichtig, weil sie nur so irgendwann unabhängig werden“, so eine Schülerin nach dem Vortrag. Schockiert zeigten sich die jungen Teilnehmer jedoch darüber, wie stark in einer globalisierten Welt die Dinge zusammenhängen. Den meisten war nicht bewusst, dass der Milchpreisverfall in Deutschland sich direkt auf den Markt des kleinen afrikanischen Flächenlandes auswirkt. Daher sei es umso wichtiger, Schüler mit außerschulischen Partnern wie den Botschaftern der Misereor Fastenaktion zusammenzubringen. Nur so nähmen die Schüler die Verantwortung war, die auch ihnen in der Welt zukommt, so Patoralreferentin Dorothee Weber-Schmitz, die die Veranstaltung initiiert hatte.

Dank des Misereor-Projekts erfuhren die Schüler viel nachdenklich Machendes zur Situation der Menschen in Burkina Faso. Foto: privat

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