Konzept der Anne-Ehl-Stiftung für Römer Areal ist Thema im Stadtrat
Weissheimer-Gelände: Ein Bewerber im Rennen
Andernach. Der Verkauf und die künftige Nutzung des ehemaligen Weissheimer-Geländes „Römer Areal“ steht im Mittelpunkt der Sitzung des Stadtrats am Donnerstag, 9. März, 18 Uhr, Historisches Rathaus. Über die verbleibende Bewerbung der Anne-Ehl-Stiftung wird der Rat befinden. Aber auch eine Resolution zum Erhalt der Grundschule Namedy ist Thema an diesem Abend. In Sachen ehemaliges Weissheimer-Gelände „Römer Areal“ ist nur noch die Anne Ehl-Stiftung im Rennen. Über Ihr Konzept, was auf dem Römer Areal entstehen soll, wird der Stadtrat diskutieren. Die Stadt Andernach hat im Juli 2016 ein formloses Interessenbekundungsverfahren zur städtebaulichen Entwicklung des ehemaligen Weissheimer Geländes „Römer Areal“ veröffentlicht. Darüber hinaus wurden mögliche potenzielle Interessenten separat angeschrieben. Zum Abgabetermin für aussagekräftige Projektskizzen mit Erläuterungen haben acht Interessenten entsprechende Unterlagen eingereicht. In der Sondersitzung des Planungs-, Liegenschafts- und Umweltausschusses und des Haupt- und Finanzausschusses im November vergangenen Jahres hat die Verwaltung die einzelnen Bewerbungen den Ausschussmitgliedern präsentiert. Anschließend wählten die Ausschussmitglieder fünf Projekte aus, die in einer separaten Sitzung durch die Projektplaner beziehungsweise Investoren nochmals im Detail vorgestellt werden sollten. Kurz vor der weiteren Sondersitzung des Planungs-, Liegenschafts- und Umweltausschusses sowie des Haupt- und Finanzausschusses vor wenigen Wochen zog ein Interessent seine Bewerbung zurück, sodass vier Bewerber übrig blieben. Diese stellten dann persönlich ihre zum Teil modifizierten Projekte in der Sondersitzung vor. Direkt anschließend einigten sich die Ausschussmitglieder einstimmig auf zwei verbleibende Projekte. Diese sollten dann nochmals den einzelnen Fraktionen vorgestellt werden. Einer der verbliebenen zwei Bewerber, die Anne Ehl Stiftung, modifizierte in ihrer Vorstellung ihre ursprüngliche Projektskizze dahingehend, dass sie jetzt auch eine Hotelnutzung in einem Gebäude vorsieht. Anfang Februar zog der andere Interessent dann seine Bewerbung zurück, sodass die Anne Ehl Stiftung als alleiniger Bewerber übrig blieb. Sie stellte daraufhin die endgültige Entwurfsplanung den einzelnen Fraktionen vor. In der gemeinsamen Sondersitzung des Planungs-, Liegenschafts- und Umweltausschuss sowie des Haupt- und Finanzausschusses Anfang vergangener Woche wurde folgender Beschluss als Empfehlung für den Stadtrat gefasst: „Die Verwaltung wird beauftragt, in den nächsten Wochen mit der Anne-Ehl-Stiftung weitere Planungs- und Kaufverhandlungen für die künftige Nutzung des ehemaligen Weissheimer-Geländes „Römer Areal“ zu führen. Zwischenergebnisse sollen mit den Fraktionsvorsitzenden sowie Planungssprechern kommuniziert werden. Eine Beschlussfassung über den zu fassenden Aufstellungsbeschluss für eine Bebauungsplanänderung, den Kauf- sowie den erforderlichen Städtebaulichen Vertrag (…) soll in den Ausschusssitzungen Anfang Juni und in der Stadtratssitzung am 14. Juni erfolgen. Bei der Vertragsgestaltung soll die Verwaltung von einem Rechtsanwaltsbüro beraten werden.“
Erhalt der Grundschule Namedy
Im weiteren Verlauf der Sitzung geht es eine Resolution zum Erhalt der Grundschule Namedy. Die vorgeschlagene Resolution lautet: „Die Grundschule im Stadtteil Namedy ist gefährdet. Die Landesregierung stellt mit ihren Leitlinien, die unter anderem eine Mindestzügigkeit von einer Klasse pro Jahrgang für Grundschulen vorsehen, den Bestand der Grundschule auf den Prüfstand, wie auch der Presse zu entnehmen ist. In Rheinland-Pfalz sind von 964 Grundschulen 49 von der Überprüfung betroffen. Zahlreiche weitere Einrichtungen erreichen die vorgegebene Mindestzügigkeit nur knapp. Gerade für ein Flächenland wie Rheinland-Pfalz mit seinen zahlreichen kleineren Orten ist es aber entscheidend, dass die Zukunft der dortigen Schulen positiv begleitet wird. Denn kleine Grundschulen – vor allem auch diejenige in Namedy – leisten eine hervorragende pädagogische Arbeit. Aufgrund ihrer altersübergreifenden Lerngruppen und ihrer wenigen Schüler ist eine besonders intensive, individuelle Förderung und die Entfaltung von innovativen, altersgerechten Lernkonzepten möglich. Das gleicht mögliche Nachteile gegenüber großen Grundschulen in weiten Teilen aus. Es ist unstrittig, dass die primäre Aufgabe von Grundschulen die qualitativ hochwertige Bildung ihrer Schülerinnen und Schüler ist. Über diesen pädagogischen Auftrag hinaus leistet die Grundschule Namedy einen wichtigen Beitrag zum Gemeindeleben. Sie ist mit ihren Kindern ein Stück Zukunft des Stadtteils. Sie steuert wichtige Aspekte zum Zusammenhalt im Ort bei. Und die Grundschule ist ein wesentlicher Standortfaktor, gerade bei der Wohnortentscheidung von jungen Familien. Daher ist es umso wichtiger, dass alle Anstrengungen unternommen werden, die Grundschule in Namedy zu erhalten. Auch die wieder steigenden Schülerzahlen, ein Trend, der sich voraussichtlich in den kommenden Jahren fortsetzen wird, sprechen für den Erhalt der Grundschule. Ein weiterer Aspekt, der die Einrichtung stützt: Die benachbarten Grundschulen verfügen über keine räumlichen Kapazitäten, die eine Aufnahme der Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtteil Namedy ermöglichen könnten. Daher spricht sich der Stadtrat der Stadt Andernach dafür aus, sich gemeinsam mit allen am Schulleben Beteiligten für den Erhalt der Grundschule in Namedy einzusetzen.“ Außerdem geht es um eine Änderung der Marktsatzung und um den Antrag von Die Linke, im Anschluss an jede öffentliche Stadtratssitzung eine Einwohnerfragestunde anzubieten. Abschließend steht eine Einwohnerfragestunde auf der Tagesordnung.
Pressemitteilung der
Stadtverwaltung Andernach
