Regionalentscheid des bundesweiten Vorlesewettbewerbs fand in Andernach statt
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil
Andernach. Klassenentscheid, Schulentscheid, Regionalentscheid, Bezirksentscheid, Landesentscheid, Finale - diese Hürden muss ein teilnehmender Sechstklässler nehmen, um sich am 2. Juli in Berlin „Bundessieger“ im Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels nennen zu dürfen. Der Regionalentscheid für den Kreis Mayen-Koblenz fand in Andernachs Stadtbibliothek statt. Peter Buchen, Buchhändler und Verantwortlicher für die Durchführung des Kreis-Entscheids, konnte dazu 15 lesefreudige Mädchen und Jungen begrüßen, die etwas aufgeregt und ausgestattet mit einem Buch ihrer Wahl, der nächsten Entscheidung entgegen fieberten. Allen Teilnehmern waren bereits eine Urkunde und ein Buchgeschenk sicher, dennoch hoffte wohl jeder von ihnen auf die Einladung zum Bezirksentscheid in Koblenz. Die Kinder hatten sich zuvor schon als Sieger von Schulen in Andernach, Bendorf, Kobern-Gondorf, Mayen, Nachtsheim, Mendig, Mülheim-Kärlich, Münstermaifeld, Plaidt, Polch, und Vallendar qualifiziert. Vor den Preis war hier für jeden der sprichwörtliche Fleiß gesetzt, galt es doch, die Juroren in wenigen Minuten von seiner Vorlese-Qualität zu überzeugen. Das setzte im Vorfeld viel Übung und im Wettstreit Konzentration voraus. Zunächst lasen die Bewerber einen Text aus einem Buch ihrer Wahl vor, was Sie ihren Zuhörern mit einigen Worten vorstellen sollten. Dann war die Lesekunst anhand eines fremden Buchtextes zu präsentieren. Die Juroren Anna Degen, Walter Butz und Hans Eschweiler urteilten nach festgelegten Kriterien.
Luisa Rheindorf überzeugte alle
Das „Rennen“ im Kreis Mayen-Koblenz machte an diesem Tag schließlich die zwölfjährige Luisa Rheindorf aus Kruft, die strahlend vor Freude die Urkunde aus den Händen von Peter Buchen entgegen nahm. Luisa, die eindrucksvoll mit angemessenem Lesetempo, einer angenehmen Sprachmelodie und passender Mimik ihr Textverständnis und ihre schnelle Auffassungsgabe unter Beweis stellte, besucht das Kurfürst-Salentin-Gymnasium in Andernach. Gegenüber „Blick aktuell“ gab die Kreissiegerin als Hobbys neben dem Lesen, auch Tanzen, Singen und Klavier spielen an.
Luisa Rheindorf darf sich nun auf die Einladung zum Bezirksentscheid freuen und mit etwas Glück und Nervenstärke würde es dann für sie vielleicht zum Landesentscheid weitergehen. Die Landes-Sieger kommen dann auf die „große Bühne“ in Berlin. Wer dort als Bundessieger ermittelt wird, dem winken eine Medaille, ein Bücher-Scheck und eine Einladung in die Jury des Finales im folgenden Jahr. Doch auch die Schule des Bundessiegers/der Bundessiegerin darf sich freuen: Ein Wanderpokal, der Besuch eines Autors und ein umfangreiches Buchpaket für die Schulbibliothek belohnen die Mühe der pädagogisch Verantwortlichen.
Zum Lesen motivieren
Bereits seit 1959 veranstaltet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jährlich in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen den Lesewettstreit. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten zählt dieser zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben - rund 600.000 Schüler der sechsten Klassen beteiligen sich jedes Jahr. Für Förderschüler und Schüler aus Integrationsklassen wird ein eigener Wettbewerb ausgerichtet. Vordergründig zielt diese Aktion nicht auf das „Gewinnen“, sondern auf Lesefreude und Lesemotivation. Lesen ist die Grundlage aller Bildung und die teilnehmenden Kinder stärken ihre sozialen und sprachlichen Kompetenzen.
Luisa erhält die Kreissieger-Urkunde und ein Buch von Peter Buchen.
