Frauenchor Singiora Andernach begleitete heilige Messe
Wiedersehen mit Pastor Lutz Schultz im „Hunsrückdom“
Andernach. Im sogenannten „Hunsrückdom“ begleiteten die Singioras eine heilige Messe, die der frühere Andernacher Dechant und Pastor Lutz Schultz in seiner neuen Pfarrei zelebrierte. Zur Eröffnung des Gottesdienstes sang der Frauenchor das „Kyrie“, dem der spirituale Song „This little light of mine“ sowie der lateinische Text „Pleni sunt coeli“ folgten. Ergriffen lauschten die Gläubigen im voll besetzten Gotteshaus anschließend Hanne Hallers „Vater unser“. Diesem vom Chor äußerst gefühlvoll vorgetragenen Lied schickte Schultz die Bitte an die Anwesenden voraus, den Chorgesang mit stillem inneren Mitbeten zu begleiten - zweifellos der emotionale Höhepunkt der Messfeier. Mit dem Lied „Danke“ - zugleich als Geste an Pastor Schultz für seine Einladung - schloss der musikalische Teil der Messe. Unmittelbar anschließend an die Messfeier erklangen im Gotteshaus andere, will sagen „Andernacher Töne“: Herzliche Wiedersehensfreude und Auffrischung gemeinsamer Erinnerungen aus der Andernacher Zeit des Geistlichen. Ebenso erfreute ihn das Buch-Geschenk der Reisegruppe: Dr. Helmut Weinand, „Kirchen und Kapellen in Andernach“ - zeigt es doch, passend zum Anlass, die langjährigen Wirkungsstätten von Pastor Schultz.
Im „Reich des Schinderhannes“
Der Rest des Tages war der Besichtigung des eindrucksvollen „Hunsrückdoms“ gewidmet und nicht zuletzt, einem Chor gemäß, der leiblichen Stärkung und der Geselligkeit. Nach köstlichem Mittagessen, noch mitten im „Reich des Schinderhannes“, wurde die Rückfahrt durch den wunderschön herbstbunten Hunsrück und entlang der Mosel angetreten. Ein letzter, interessanter Programmpunkt erwartete die Gruppe in Co®chem: Eine historische Senfmühle, die noch heute viele naturbelassene Senfsorten produziert, tat hier, fachkundig erläutert, das „ihrige“ dazu. Einhelliger Tenor beim Eintreffen in Andernach: Ein erfolgreicher, eindrucksvoller, schöner Tag für Chor und Gäste.
Zur Geschichte des „Hunsrückdom“s
Der auf steilem Fels aufragende, weithin sichtbare „Hunsrückdom“ ist der prächtige Rest des einstigen, 1074 gegründeten Augustiner-Chorherren-Stifts, das im hohen Mittelalter zu einem der reichsten Stifte des Rheinlandes zählte. Die ursprünglich romanische Kirche entstand um das Jahr 1160. Im Laufe der Geschichte mehrmals abgebrannt und zerstört, wurde sie an gleicher Stelle wieder aufgebaut, so auch das heute einschiffige spätgotische, teils barocke Langhaus. Von der ursprünglichen, mittelalterlichen Anlage die Wirren der Zeit überdauert hat nur das doppeltürmige, 42 Meter hohe, romanische Westwerk mit seinen schönen Reliefs und Plastiken. Der heutige Innenraum gewinnt durch sein reiches barockes Inventar, den stattlichen Hochaltar von 1722 und die gleichartigen Seitenaltäre von 1733 sowie den prachtvollen Orgelprospekt, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hinzukam.
