Tierheim Andernach und Umgebung e.V.
Wildtiere sind keine Zirkustiere
Andernach. Wildtiere stellen besonders hohe Ansprüche an ihre Haltung und Unterbringung. In einem Zirkusunternehmen ist eine verantwortliche Haltung von Wildtieren grundsätzlich nicht möglich, so informiert das Tierheim Andernach und Umgebung e.V.. Elefanten, Tiger, Bären, Löwen, Kamele, sogar Robben: Wildtiere, die Kunststücke vorführen, sind in vielen deutschen Zirkusmanegen immer noch ein fester Bestandteil der Show, obwohl die Folgen für die Tiere schwerwiegend sind. Für die Belustigung des Publikums wird den Tieren widernatürliches Verhalten beigebracht und das oftmals, indem der Wille des Tieres gebrochen wird. Zudem kommt es zu Verhaltensstörungen, Erkrankungen und sogar frühzeitigen Todesfällen. Gefährliche Tiere wie Elefanten bergen jedoch auch ein hohes Risiko für die Allgemeinheit, wie der tragische Vorfall in Baden-Württemberg in der zweiten Juni Woche aktuell gezeigt hat. Bereits seit Jahren fordert der Deutsche Tierschutzbund ein Wildtierverbot in Zirkussen. Der Appell richtet sich sowohl an die Politik und damit an das längst überfällige Wildtierverbot als auch an Zirkusbesucher, die mit ihren Eintrittsgeldern das Leid der Tiere unterstützen. Die Tierqual unter der Zirkuskuppel muss endlich ein Ende haben, daher kämpft der Verband für ein Wildtierverbot im Zirkus. Doch seit Jahren blockiert die Bundesregierung diesen wichtigen Schritt für mehr Tierschutz und das hat nicht nur für die Tiere dramatische Folgen. Der schreckliche Unfall, bei dem ein ausgerissener Zirkuselefant einen Spaziergänger angefallen und getötet hat, zeigt, dass Politik und Behörden dringend im Sinne von Mensch und Tier handeln müssen. In vielen europäischen Ländern gibt es längst ein Wildtierverbot für Zirkusse. Aber auch Kommunen können helfen, indem nur Betriebe gastieren dürfen, die keine Wildtiere mitführen. Die Dressur von Wildtieren im Zirkus beruht überwiegend auf Zwang oder sogar Gewalt. Neben dem Dauerstress durch das Training werden die Tiere ihr ganzes Leben von Ort zu Ort transportiert, da jeder Zirkus jährlich 40 bis 50 Mal den Gastspielort wechselt. Die Tiere müssen in viel zu kleinen Käfigen oder Gehegen hausen und haben dort kaum Material zur artgerechten Beschäftigung. Statt auf Naturboden stehen die meisten Tiere die meiste Zeit auf nacktem Beton. Zudem fristen sozial lebende Tiere wie Elefanten in manchen Zirkussen immer noch ein Leben in Einzelhaft ohne Kontakt zu Artgenossen. Aus Tierschutzsicht ist ein Wildtierverbot dringend und unumgänglich.
Pressemitteilung
des Tierheims und Tierschutzverein Andernach und Umgebung
