Allgemeine Berichte | 13.09.2014

Was in 2007 klein begann, ist mittlerweile eine Andernacher Erfolgsgeschichte

Wohnmobiltouristen lieben den Stellplatz

Rund 100 Stellplätze stehen den Wohnmobil-Touristen insgesamt zur Verfügung. MKA

Andernach. Eigentlich ist er nichts anderes als ein öffentlich zugänglicher Stellplatz für Wohn- und Reisemobile. Hier dürfen „Komfort-Vagabunden“ in ihrem Fahrzeug ein oder mehrere Nächte gegen ein geringes Entgelt übernachten. Er hat nicht die Eigenschaften eines Campingplatzes, sondern ist lediglich ein Parkplatz im Sinne des Straßenverkehrsrechts. Unterhält man sich jedoch mit Nutzern des am Rhein, mit Blick auf die Leutesdorfer Weinberge, gelegenen Wohnmobil-Stellplatzes, gewinnt man den Eindruck, dieses Areal biete mehr als seine Kurzbeschreibung: fast 100 Stellplätze, Frischwasser - und Abwasserentsorgung mit „Holiday Clean“, sechs Stromsäulen mit jeweils vier Entnahmestellen, ganzjährige Öffnung.

„Blick aktuell“ sprach mit Wohnmobil-Touristen

„Der zählt zu den schönsten Stellplätzen. Hier ist ein bisschen Abwechslung“, schwärmt Reinhard Schmid, der mit Frau Anni schon zum dritten Mal auf liebgewonnenen Touren zur Mosel einen Aufenthalt in Andernach einplante. Den Geysir besuchten beide noch nicht, aber bei der Kulturnacht (am Interview-Tag) sind sie immer wieder gerne dabei.

Aus dem Nachbarland Niederlande finden Joop und Ria Boer ebenfalls, schon zum dritten Mal, den Weg in die Bäckerjungenstadt. Sie schätzen die mit 200 Kilometern nur relativ kurze Reisestrecke und lieben den Blick auf den Rhein, die vorbeituckernden Schiffe, aber auch die „wunderbare“ Eifel. Der Besuch des Kaltwasser-Geysirs wäre ihnen „zu teuer“, sagt Ria. Aber in der Stadt kaufen die Boers auch schon mal Kleidung ein. Grundsätzlich gefällt ihnen der Stellplatz, sie bedauern jedoch das Staubaufkommen durch den Ladebetrieb im angrenzenden Rheinhafen.

Dieter und Barbara Heinz aus der Nähe von Unna wurden von ihrer, im Rheinland lebenden Tochter, auf Andernach aufmerksam gemacht. Nach fünf Besuchen haben sie speziell die etwas höher gelegene Stellplatz-Fläche liebgewonnen. Sie kaufen gerne Schuhe in der Altstadt. „Bestimmte Topflappen bekomme ich nur in Andernach“, lacht Barbara. Sie beklagen die zahlreichen Leerstände und das Erscheinungsbild der Rheinstraße, und Dieter vermutet gar einen „Trick“ beim Geysir-Spektakel. Im Kreise ihrer Wohnmobil-Freunde würde viel von dem schönen Platz in Andernach erzählt, berichten die Westfalen.

Peter Haak und Annemarie Müller aus Eschweiler besuchen Andernach mit ihrem Mobilheim schon zum zweiten Mal. Es sei ja auch ein schöner Platz, unmittelbar an der sympathischen Altstadt gelegen. Hier gebe es gute Einkaufsmöglichkeiten und eine einladende Gastronomie. Auf die Frage, warum man auf dem Stellplatz fast ausschließlich Wohnmobilisten im Alter 50+ anträfe, meint Peter: „Die Jüngeren haben noch nicht genug Geld (für das teure Gefährt) gespart oder (zwinkernd) nur noch nicht geerbt.“

Bei aller Zufriedenheit der Gäste: Mehr Stromanschlüsse und eine Dusche wünschen sich die meisten: „Dann braucht man seine eigene Dusche im Mobil nicht sauber zu machen“, so die Begründung von Peter Haak.

Erfreuliche Entwicklung

Kristina Neitzert, Leiterin Tourismus & Stadtmarketing bei der Andernach.net GmbH, berichtet „Blick aktuell“ von einer erfreulichen Bilanz des vergangenen Stellplatz-Geschäftsjahres. Rund 17.400 Wohnmobil-Übernachtungen wurden gezählt. Bei durchschnittlich zwei Gästen je Wohnmobil geht man somit von fast 35.000 Übernachtungen pro Jahr aus. Übernachtungsgäste, hinter denen eine nicht zu unterschätzende Kaufkraft für die Andernacher Geschäftswelt steht. Untersuchungen zeigen nämlich, dass Wohnmobiltouristen, die auf Stellplätzen übernachten, gegenüber Campingplatz-Urlaubern im Durchschnitt mehr Geld am Übernachtungsort ausgeben. Mit der Einrichtung eines Wohnmobil-Stellplatzes versprechen sich Gemeinden nicht nur die Vermeidung von Übernachtungen im öffentlichen Verkehrsraum, sondern auch die Förderung ihrer lokalen Wirtschaft und damit eine Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen. „Allein der August hat, trotz mäßigem Wetter, 1.927 Wohnmobil-Übernachtungen gebracht und war damit auch in diesem Jahr besser als der Juli“, so Kristina Neitzert. „Für das gesamte Jahr erwarten wir wiederholt eine leichte Tendenz nach oben.“ Die Touristik-Fachfrau bestätigt die positiven Rückmeldungen der Gäste. Sehr viele kämen zum wiederholten Male, ursächlich wären meist persönliche Empfehlungen. „Der Platz wird aufgrund seiner Lage direkt am Rhein mit schönem Ausblick geschätzt, ebenso wie die Nähe zur Innenstadt und die Einkaufsmöglichkeiten.“ Neitzert unterstreicht auch die Bedeutung des Stellplatzes: „Wir sind sehr froh über die Erfolgsgeschichte des Platzes, da davon auszugehen ist, dass dies Gäste sind, die uns sonst nicht unbedingt erreicht hätten.“

Perspektive gGmbH trägt Sorge

Wohnmobiltouristen aus ganz Deutschland und vielen europäischen Ländern wie z.B. Belgien, Niederlande, Frankreich, Tschechien, Spanien, Großbritannien besuchten bereits den Wohnmobil-Stellplatz, dessen Bewirtschaftung in der Verantwortung der Andernacher Perspektive gGmbH liegt. Die Mitarbeiter dieser gemeinnützigen Gesellschaft für Bildung, Qualifizierung und Integration sorgen dafür, dass der Stellplatz immer sauber und gepflegt ist, und das seit dessen „Geburtsjahr“ 2007, als es zunächst nur zwölf Plätze dort gab. Das Übernachtungsangebot wurde daraufhin so gut angenommen, dass schon bald eine Erweiterung erfolgte. Mario Weißenfeld von der Perspektive gGmbH beschreibt den Arbeitsaufwand. Zweimal täglich werden Stellplatzgebühren kassiert, täglich der Abfall entsorgt und die Sauberkeit und Funktionsfähigkeit des Platzes sichergestellt. Den Personalaufwand schätzt er auf eine Tages-MAK (Mitarbeiter-Kapazität).

Waschmaschine kommt - Dusche nicht

Planungen für die weitere Ausstattung des Platzes sind laut Perspektive-Geschäftsführer Karl Werf zunächst nicht vorgesehen. „Wünschenswert wären noch weitere Stromsäulen“, ergänzt er. Diese teure Investition falle jedoch in die Zuständigkeit der Stadt, von der die Perspektive den Platz gepachtet hat. Der Stellplatz, so Werf, wird mindestens kostendeckend geführt. Ein etwas höher liegender Stellplatzteil (36 Plätze) ist Gelände der Drünert Grundstücksgesellschaft, für das die Perspektive die Gebührenabwicklung und die Sauberhaltung übernommen hat. Wir sprachen Toni Roch (Drünert) auf den augenscheinlich geschaffenen, aber nicht geöffneten Sanitärbereich auf diesem Grundstück an. „Eine Waschmaschine und ein Trockner werden dort in Kürze zur Verfügung stehen. Im Hinblick auf den hohen Reinigungsaufwand werden wir auf die Öffnung der Dusche und die Einrichtung einer Toilette verzichten“, antwortet der Andernacher. Informationen zum Stellplatz findet man unter: http://www.perspektive-andernach.de/index.php/projekte-und-initiativen/2-uncategorised/33-wohnmobilstellplatz.html

Wohnmobiltouristen lieben den Stellplatz

Wohnmobiltouristen lieben den Stellplatz

Wohnmobiltouristen lieben den Stellplatz

Rund 100 Stellplätze stehen den Wohnmobil-Touristen insgesamt zur Verfügung. Fotos: MKA

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
14.09.201409:58 Uhr
R.Lohner

Ich war schon auf vielen Stellplätzen in Europa unterwegs.
der Stellplatz in Andernach ist natürlich schön,aber Wc und Duschen fehlen,diese würden sich doch selber bezahlt machen.
Ebenso würde sich ein Geldautomat mit Schranke lohnen.

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2025
Doppelseite PR/Anzeigen
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Ostergruß
Tag der offenen Tür
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Innovatives rund um Andernach
Empfohlene Artikel
Rathaus in Kruft
404

In Kruft scheint derzeit ein Refrain der SPD Fraktion die Oberhand gewonnen zu haben: Das „Herumhacken“ auf das Thema Aufwandsentschädigung der Verwaltung. (Zur Information: Wie aus der Stellungnahme der Verwaltung und der CDU Bürgerblock-Fraktion zu ersehen ist, wird das Anliegen schon bei der Kommunalaufsicht geprüft. Es ist nicht notwendig, diese Angelegenheit täglich zu erwähnen.)

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2267

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Anzeige "Rund ums Haus"
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Osterangebot
fit für`s Alter?
Container Anzeige
First Friday Anzeige März
Stellenanzeige
PR-Anzeige
Anzeige Lange Samstage
Unterstützeranzeige