Zuwanderer erlangen Sprachzeugnisse
21 Bürger mit Migrationshintergrund schlossen Integrationskurse erfolgreich ab
Andernach. Bei der Integration von ausländischen Bürgern ist die deutsche Sprache ein elementarer Schlüssel - auch was die berufliche Zukunft anbelangt.Deshalb sind nach dem neuen Ausländerrecht Zuwanderer zur Integration und zum Nachweis entsprechender Deutschkenntnisse verpflichtet. Dieser Verpflichtung hat sich jetzt erneut eine Gruppe neuer Mitbürger aus Andernach und den Verbandsgemeinden Pellenz und Weißenthurm bei der Volkshochschule Andernach gestellt und an zwei Verbund-Integrationssprachkursen teilgenommen. Nach erfolgreichem Abschluss erhielten jetzt die 21 TeilnehmerInnen während einer Feierstunde im Historischen Rathaus ihre entsprechenden Zertifikate aus den Händen von Bürgermeister Claus Peitz und VHS-Geschäftsführer Günter von Blohn. Innerhalb von sechs Monaten beziehungsweise von drei Monaten in einem Wiederholerkurs erlernten die Teilnehmer bei täglich fünf Unterrichtsstunden am Vormittag die deutsche Sprache in Wort und Schrift, bevor sie teilweise am Nachmittag in ihren Arbeitsgelegenheiten bei der Perspektive gGmbH das Gelernte auch direkt anwenden konnten.
Nach dem Sprachkurs erhielten die Migranten in einem sich nahtlos anschließenden Orientierungskurs Einblicke in das politische, soziale und rechtsstaatliche System der Bundesrepublik Deutschland, wobei auch Grundlagen der deutschen Geschichte und Kultur vermittelt wurden. Schließlich haben sich die neuen Mitbürger nach intensiver Sprachschulung und Anwendung der erlernten Kenntnisse bei ihrer Arbeit im Dezember beziehungsweise Ende Januar der Abschlussprüfung für das Zertifikat Deutsch für Zuwanderer (DTZ) unterzogen. Durch das erfolgreiche Ablegen dieser Zertifikats-Prüfung dokumentieren die Absolventen die erworbene sprachliche Handlungsfähigkeit in Deutsch und somit auch den bedeutsamen Schritt zur Integration nach außen, insbesondere für eine Erfolg versprechende Eingliederung in den Arbeitsmarkt.
Bürgermeister Peitz gratulierte den TeilnehmerInnen auch im Namen von Markus Ohlig als zuständigem Vertreter des Jobcenters Mayen-Koblenz zu ihren ausgezeichneten Leistungen und wünschten ihnen weiterhin den gleichen Erfolg bei der Ausgestaltung ihres Lebens in der neuen Heimat. Der Gratulant bezeichnete das gute Prüfungsergebnis als ein abermals augenfälliges Beispiel gelungener Integration und als weiteren Beweis für den guten Erfolg der Kooperations-Initiative „Sprechen und arbeiten“.
Der Bürgermeister richtete allen Anwesenden dabei auch die Grüße von Lothar Kaspers aus, dem zuständigem Regionalkoordinator bei der Außenstelle Trier des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Weiterhin dankte der Leiter der Volkshochschule Andernach den Dozentinnen, Maria Kaindl, Barbara Söhngen und Lilli Schmidt für die lebendige und erfolgreiche Gestaltung des Unterrichts wie auch Jasna Vujinovic für das große Engagement bei der sozialpädagogischen Betreuung der Teilnehmer. Auch schloss Peitz die zuständigen Ansprechpartner bei den Migrationserstberatungsstellen, der AWO Rheinland sowie dem Caritasverband Koblenz für die darüber hinausgehende sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmer während des Integrationskursbesuchs in seine Dankesworte ein.Seit März 2007 bieten das Jobcenter Mayen-Koblenz und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) das besondere Projekt an: Unter dem Motto „sprechen und arbeiten“ wird arbeitslosen Zuwanderern vormittags nicht nur die Sprache ihrer neuen Heimat, sondern auch deren Kultur näher gebracht. Nachmittags werden die Teilnehmer, sofern möglich, in sogenannten Arbeitsgelegenheiten (AGHs) beschäftigt. Grund für dieses bundesweit beispielhafte Kooperationsprojekt, an welchem in Andernach neben den oben genannten Initiatoren die Volkshochschule Andernach als Sprachkursträger, die Perspektive gGmbH als Beschäftigungsgesellschaft sowie die sozialpädagogische Betreuerin Jasna Vujinovic beteiligt sind, ist die Erkenntnis, dass Menschen, die kaum Deutsch sprechen, auf dem Arbeitsmarkt so gut wie keine Chancen haben.
