Allgemeine Berichte | 28.10.2026, 18:15 Uhr

Zweierlei Maß in Andernach?

Zweierlei Maß in Andernach?

Quelle: Rats- und Bürgerinformationssystem der Stadt Andernach (Hervorhebung hinzugefügt)
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Bürgerinitiative kritisiert unterschiedliche Maßstäbe bei Grünflächen und Spielplätzen

Andernach, 28. Oktober 2026. Eine größere Abordnung der Bürgerinitiative „Rettet den Spielplatz Von-Bodelschwingh-Straße“ verfolgte am 27. Oktober die Sitzung des Ausschusses für Planung und Liegenschaften.

Thema war hauptsächlich die Umgestaltung der Rheinanlagen zwischen dem Alten Krahnen und dem Bollwerk. Der externe Berater Thomas Wirth von der Firma arc:grün aus Kitzingen stellte verschiedene Gestaltungskonzepte vor. Seine Botschaft: Alte Bäume sollen möglichst erhalten, Schattenplätze geschaffen und Flächenversiegelung vermieden werden. Auch attraktive Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für unterschiedliche Nutzergruppen seien wichtige Ziele.

Er betonte, dass in Zeiten des Klimawandels kein vernünftiger Mensch alte Bäume abschneiden würde.

Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Vorschläge in die Planung einbringen.

Die Bürgerinitiative begrüßt diese Grundsätze ausdrücklich. Doch sie fragt: Warum gelten diese Maßstäbe offenbar nicht ebenso für den geplanten Neubau am Standort des Spielplatzes in der Von-Bodelschwingh-Straße?

471 Stimmen zählen – 1.362 Stimmen nicht?

Bei der Sitzung wurde die Beteiligung von 471 Bürgerinnen und Bürgern an der Befragung zu den Rheinanlagen gewürdigt. Thomas Wirth lobte die Stadt für diese rege Beteiligung.

Umso weniger nachvollziehbar ist für die Bürgerinitiative, dass 1.362 Unterschriften aus Andernach für den Erhalt des Spielplatzes bislang offenbar nicht das gleiche Gewicht erhalten.

„Warum werden 471 Stimmen bei der Gestaltung der Rheinanlagen als wertvoller Beitrag zur Planung gewürdigt, während 1.362 Unterschriften für den Erhalt eines bestehenden Spielplatzes von der Stadtspitze und den Fraktionen von FWG, SPD und den Grünen offenbar nicht ebenso ernst genommen werden?“, fragt die Initiative.

.Was für die Rheinanlagen gilt, muss auch für die Südstadt gelten!

Während bei den Rheinanlagen Baumbestand, Schatten und weniger Versiegelung als wichtige Ziele gelten, soll in der Südstadt eine gewachsene Grün- und Spielfläche mit älteren Bäumen einem Neubau mit Wohnungen, Stellplätzen und einer nicht öffentlich zugänglichen Kleinkinderspielfläche weichen.

Dabei ist der Spielplatz weit mehr als ein Ort zum Spielen: Er bietet Kindern einen geschützten Raum zum Aufwachsen und Lernen, spendet durch seinen Baumbestand wertvollen Schatten und dient Familien als Treffpunkt und Naherholungsfläche.

Gerade in einem dicht besiedelten Wohngebiet ist dieser Freiraum angesichts zunehmender Hitze besonders wichtig. Seine sozialen und ökologischen Funktionen lassen sich nicht ohne Weiteres durch kleine Spielflächen oder neue Grünstreifen ersetzen.

Die Initiative stellt den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum nicht infrage. Sie fordert jedoch, vor dem Verlust des Spielplatzes alternative Standorte, die Aufstockung bestehender Gebäude und weitere Möglichkeiten zur Schaffung von Wohnraum transparent zu prüfen.

Ebenso müsse nachvollziehbar sein, welche Bäume verloren gingen, wie sich die zusätzliche Versiegelung auswirkte und ob ein möglicher Ersatz die heutigen Funktionen der Fläche erfüllen könnte.

Die Konzepte für die Rheinanlagen zeigen aus Sicht der Initiative, wie wichtig Grün, Schatten, Spielmöglichkeiten und Bürgerbeteiligung für eine lebenswerte Stadt sind. Genau diese Konsequenz vermisst sie bei der Planung in der Von-Bodelschwingh-Straße.„

Wie kann man eine klimafreundliche und lebenswerte Stadt zum Ziel erklären und gleichzeitig einen wichtigen Erholungsraum und eine grüne Oase in einem dicht besiedelten Wohngebiet aufgeben wollen?“, fragt die Bürgerinitiative.

Sie appelliert an Stadtrat und Verwaltung, bezahlbaren Wohnraum und den Erhalt wichtiger Grün- und Spielflächen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern gemeinsam zu denken.

Die entscheidende Frage bleibt: Wenn Bäume, Schatten, Grünflächen, Spielmöglichkeiten und die Beteiligung der Bevölkerung wichtige Ziele für Andernachs Zukunft sind, müssen diese Maßstäbe überall gelten. Warum sollten sie ausgerechnet in der Südstadt weniger zählen?

Soll ein rege besuchter Spielplatz wirklich verschwinden?

Soll ein rege besuchter Spielplatz wirklich verschwinden? Foto: Privat

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Quelle: Rats- und Bürgerinformationssystem der Stadt Andernach (Hervorhebung hinzugefügt) Foto: Bürgerinformationssystem

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