Die Kreisjägerschaft Ahrweiler
150 Mitglieder besuchten die Jahreshauptversammlung in Dernau
Dernau. Bei der Jahreshauptversammlung des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. Kreisgruppe Ahrweiler konnte der Vorsitzende Jürgen Kindgen, im Saal der neu gestalteten Räumlichkeiten Dagernova Culinarium in Dernau, rund 150 Mitglieder der insgesamt 768 Mitglieder zählenden Jägerschaft begrüßen. Darunter auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler sowie Vertreter der Unteren Jagdbehörde der Kreisverwaltung, den Kreisjagdmeister Joachim Polch, die Mitglieder des Landtages Marcel Hürter und Horst Gies sowie den Vorsitzenden des Bauern- und Winzerverbandes Hans Boes und den Weinbaupräsidenten Hubert Pauly und all die Jägerinnen, Jäger und Jagdpächter. Vor der Versammlung wurde Dr. Stephan Schuck aus Sinzig zum stellvertretenden Kreisjagdmeister gewählt, hier hatte Erich Seul von der Kreisverwaltung die Wahlleitung. Da das Landesjagdgesetz diese Wahl vor zwei Jahren nicht vorsah wurde Stephan Schuck nun für die restlichen drei Jahre im Amt gewählt, ebenso wurde Franceska Hofmann als Stellvertreterin für die Jagdpächter in den Kreisjagdbeirat gewählt. Um einer weiteren Forderung der Landesverordnung nachzukommen beschloss die Jägerschaft eine Satzung um die Kreisgruppe zukünftig als eingetragenen Verein zu führen, wobei Jürgen Kindgen wieder zum Vorsitzenden gewählt wurde. Zur Eröffnung der Versammlung und zum Gedenken an die verstorbenen Jäger bliesen die Jagdhornbläser.
Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften
Beim Tagesordnungspunkt Ehrungen konnte der Vorsitzende für 50 Jahre Mitgliedschaft Apollinar Linden aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und Horst Mund aus der Grafschaft mit der Urkunde und Treuenadel ehren und für 40 Jahre erhielt Hermann Josef Bläser aus Schuld die Treuenadel. Weiter erhielten die Jagdhornbläser Heinrich Schmidt aus Kelberg, Veronika Mössinger aus Niederzissen und Angelika Schrader-Stahl aus Bad Neuenahr-Ahrweiler die Treuenadel in Bronze. Weitere Ehrungen werden den Mitgliedern nachgereicht, so der Vorsitzende für 60 Jahre Hans Schäfer (Bad Neuenahr-Ahrweiler), Anton Bröhl (Brohl-Lützing), Hans Dommque (Meppen), für 40 Jahre Fritz Manns (Weilerswist), Horst Habeck (Bad Neuenahr-Ahrweiler) und Franz Ockenfels aus Bad Breisig.
Über 100 Hirsche und Rehe verendet
Bestimmendes Thema des Abends, das auch die Gemüter der Jägerschaft stark bewegte, war die durch das Fütterungsverbot der Landesregierung eingetretene Tierquälerei bei der über 100 Hirsche und Rehe durch Hungertod verendet sind. Bei seinem Grußwort dankte Landrat Dr. Pföhler allen die sich um die Belange der Jagd einsetzen und das von der „Rollenden Waldschule“ bis zur Entsorgung des Fallwildes. Auch Landrat Pföhler hält das Fütterungsverbot für nicht angebracht und setzt sich seit 2005 massiv für eine Änderung ein um das Schalenwild wieder nach der Jagdzeit bis Ende April mit Heu und Grassilage zu füttern. Hier hat die Landesregierung nach einer durchgeführten Evaluation leider keine Veranlassung gesehen die Verordnung zu ändern, so Landrat Pföhler. Aufgrund der besonderen Witterungsbedingungen hatte die Kreisverwaltung (Untere Jagdbehörde) allerdings von Januar bis Mitte März und in Verlängerung bis Anfang April für Teile der Rotwildkerngebiete die Genehmigung zur Fütterung erteilt, aufgrund der positiven Stellungnahme des Kreisjagdmeisters sowie dem Forstamt Adenau, so der Landrat. Das Verbot der Fütterung hält Landrat Pföhler für eine falsche Regelung der Landesregierung, sie widerspricht dem Tierschutz und passt auch nicht zum Tierschutz, hier soll das Wild verhungern und das muss dringend geändert werden, forderte Landrat Pföhler. Das die Wildbestände in Teilbereichen zu hoch sind, das ist vom Landrat bis zu den Jägern allen klar, aber durch verhungern den Bestand zu dezimieren ist die falsche Lösung. Hier muss mit jagdlichen Mitteln alles versucht werden die Wildbestände abzusenken, war von allen Rednern zu hören. Dass die Jäger dies mit großem Engagement tun, zeigen die Abschusszahlen von 1.754 Stück erlegten Rotwild deutlich, so der Landrat.
Ein weiteres Reizthema
Ein weiteres Reizthema war die bevorstehende Landesjagdverordnung, die außerhalb der Bewirtschaftungsbezirke keine Schonzeiten mehr vorsieht, hier müssten oder sollten die Jäger dann sogar das trächtige Alttier erlegen, unvorstellbar für wohl jeden Jagdausübenden. Auch Hans Boes vom Bauern- und Winzerverband prangerte das Fütterungsverbot an, hier sollen die Schalentiere vor die Hunde gehen während die gleiche Lobby die Frösche über die Straßen trägt so Boes, der die Welt nicht mehr verstand. Boes versprach sich mit allen Mitteln dafür einzusetzen, das Fütterungsverbot positiv zu verändern. In Richtung des Vertreters der Landesregierung MdL Marcel Hürter, gab Boes mit auf den Weg, wer die Frösche schützt muss auch die Tiere im Wald schützen. Für den Vorsitzenden Jürgen Kindgen war es schon beruhigend solche verbündete zu haben. Auch Kreisjagdmeister Joachim Polch fragte sich was in Mainz eigentlich gewollt ist, wenn solche Verordnungen auf den Weg gebracht werden. Der Kreisjagdmeister sieht hier auch schwarze Wolken für die Jägerschaft aufziehen, denn was passiert wenn sich die Jagdpächter für viel Geld dies alles nicht mehr antun wollen und gibt es da noch eine Zukunft für die Jäger in 20 Jahren. "Es ist den Jägern nicht vergönnt Spaß an der Jagd zu haben und dagegen müssen wir uns wehren, sonst werden unsere Kinder nicht mehr auf die Jagd gehen", so Polch. In seinem Bericht ging auch der Kreisjagdmeister auf die hohen Abschusszahlen ein, die zeigen dass die Jägerschaft auf dem richtigen Weg sei. Direkt an den SPD-Abgeordneten gewandt, merkte Polch an, schauen sie den Leuten auf den Mund, vertrauen sie deren Sachverstand und verstehen sie dies als ernst gemeinte Aufforderung, so der Kreisjagdmeister. Für den Landtagsabgeordneten gibt es zu viel Rotwild im Landkreis und die Landesregierung macht die Verordnungen nicht nur für den Landkreis Ahrweiler, sondern fürs ganze Land, so Hürter. "Dass wir zu viel Wild haben bestreiten wir ja nicht", so der Vorsitzende Kindgen, "doch wir lassen es nicht verhungern." Dies wurde auch im Bericht des Vorsitzenden klar und deutlich angesprochen. So forderte Kindgen die Aufhebung des Fütterungsverbotes und hin zum Fütterungsgebot sowie die Aufhebung der Bewirtschaftungsbezirke für Rotwild und Muffelwild. "Das Wild soll dort leben, wo es hinzieht und überall Schonzeit und Jagdzeit haben", so Kindgen. Beim CDU Abgeordneten Horst Gies stieß die Jägerschaft auf volles Verständnis, doch bezweifelte Gies die auf den Weg gebrachte Verordnung, bei dem Mehrheitsverhältnis, aufhalten zu können. So bezeichnete Gies die Verordnung der Landesregierung auch als ein Schalen- und Rotwildvernichtungsprogramm, denn bei der Landesregierung sei System zu erkennen, so Gies.
Landrat Pföhler verpflichtet Dr. Stephan Schuck zum stellvertretenden Kreisjagdmeister.
