Hospizverein Rhein-Ahr legt Erfolgsbilanz vor
3800 Stunden im Dienst für die Patienten
Verein steht finanziell sehr gut da - Jahreshauptversammlung und Vorstandswahlen verliefen harmonisch
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Zahlen sind beeindruckend: 731 Mitglieder hat der Hospizverein Rhein-Ahr, 3800 Stunden leisteten allein die 59 Ehrenamtlichen des Vereins 2012 im Dienst am Nächsten, begleiteten im vergangenen Jahr 300 Personen, legten dabei mehr als 11.000 Kilometer im Kreis Ahrweiler zurück. Die positive Bilanz ließe sich fast beliebig fortsetzen. Am Mittwochabend vergangener Woche im Kommunikationszentrum der Kreissparkasse in Ahrweiler war der Saal komplett gefüllt, sodass für die gut 60 Besucher der Jahreshauptversammlung sogar noch Sitzgelegenheiten zusätzlich aufgestellt wurden. Vorsitzende Ulrike Dobrowolny legte einen mit viel Applaus bedachten Jahresbericht vor und blickte dabei auch in die Zukunft. Der Bau des Stationären Hospiz in gemeinsamer Trägerschaft mit den Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sowie der Marienhaus Holding in der Kreisstadt wird sicherlich ein Höhepunkt des begonnenen Jahres sein, die Vorsitzende rechnet für den Oktober 2014 mit der Fertigstellung. Stiftungen und Holding werden sich mit je 45 Prozent der Kosten, der Hospizverein mit zehn Prozent beteiligen. Immerhin ein Beitrag von etwa 25.000 Euro, wie der Steuerberater Lutz Engelsing für die erkrankte Schatzmeisterin Marta Sesterheim erklärte, die aus privaten Gründen nicht mehr kandidierte. Unterm Strich hat der Verein zum Jahreswechsel ein Vermögen von 579.330,88 Euro, steht also sehr gesund da.
Ulrike Dobrowolny bleibt Vorsitzende
Mit einstimmigen Voten wurde der neue - und teilweise bisherige - Vorstand des Vereins gewählt. Die Versammlungsmoderation hatte Kay Andresen übernommen. Vorsitzende bleibt Ulrike Dobrowolny, weiter gewählt wurden Hildegard Schneider, Berta Bauer, Ulla Berretz, Josefine Schlüpper und Andreas Reuther. Den ersten Bericht des Abends legte Beate Bauer vor. Sie zählte die Begleitungen der festangestellten Mitarbeiterinnen auf, für 55 trauernde Personen wurden hier 364 Stunden geleistet. Das Trauerseminar ging über zwei Tage, es gab zwei Trauerwanderungen, allmonatlich eine Traueroase in Adenau und Bad Neuenahr, jeden Donnerstag ist von 14 bis 16 Uhr das Büro an der Kreuzstraße 18 für Trauernde geöffnet. Der Hospizverein hat 2012 ein Grundstück bei Berlin geerbt, den Wert kann man aber noch nicht abschätzen. „Die Fläche liegt im Einfluggebiet des neuen Berliner Flughafens. Erst wenn der fertig sein sollte, stehen die Grundstückswerte fest“, sorgte Engelsing für Schmunzeln im Saal. Hier seien auch noch einige rechtliche Fragen offen, merkte Beate Bauer an.
Bindeglied im sozialen Netzwerk der Stadt
Ulla Berretz stellte heraus, wie stark frequentiert Büro und Begegnungsstätte seien. „Dieser Treffpunkt ist aus dem Leben in Bad Neuenahr-Ahrweiler nicht mehr wegzudenken. Hier haben wir engen Kontakt zu Betroffenen und sind zu einer festen Institution geworden.“ Sie bezeichnete den Verein als „Bindeglied im sozialen Netzwerk“ der Stadt. „Leben, Tod und Sterben“ stünden im Mittelpunkt des Vereins. In zwei Schaukästen und im Lesezimmer wird über die Arbeit informiert. Auf die „solide Ausbildung und Qualifizierung des Personals“ wies Hildegard Schneider als Sprecherin der Ehrenamtlichen hin. Ulrike Dobrowolny betonte, dass der Verein „immer wieder dicke Bretter bohren“ müsse und auch noch offene Fragen blieben. Grundsätzlich aber könne sich das Erreichte wirklich sehen lassen. Im vergangenen Jahr habe man das 20-jährige Bestehen groß gefeiert, das Kinoprojekt zum Thema „Sterben und Tod“ durchgeführt, eine dreiteilige Vortragsreihe in Adenau und viele weitere interessante Termine angeboten. Neben dem geplanten Hospiz sprach die Vorsitzende noch die Meditationsgruppe, das Thema Patientenverfügung, Hospiz macht Schule sowie andere Umsetzungen aus der Mitgliederversammlung des vergangenen Jahres an. Ausdrücklich bedankte sich Ulrike Dobrowolny bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die sich aufopferungsvoll für die Patienten und ihre Familien eingesetzt hatten: „Ohne Eure Mitarbeit könnten wir diese Arbeit für den Nächsten gar nicht schaffen.“
Sehr harmonisch verlief der Abend im Kongresszentrum. Ohne Gegenstimmen wurde der Vorstand entlastet und gewählt, auch das Zahlenwerk des Vereins wurde ohne Bedenken abgesegnet. „Die deutliche Zustimmung der Mitglieder gibt uns Kraft zum Weitermachen. Es ist viel Arbeit, schließlich haben wir etliche Veranstaltungen durchgeführt, ein großes Organisationsaufkommen und noch sehr umfangreiche Pläne. Mit so einem tollen Vorstand und einem so tollen Team werden wir unsere Aufgaben meistern“, freute sich die Vorsitzende und bat alle Mitglieder zu Umtrunk und Imbiss, wozu die Kreissparkasse eingeladen hatte. Nach zwei Stunden konstruktiver Diskussion wurde das Angebot gerne angenommen.
