Politik | 19.01.2015

Ängste ernst nehmen

Leserbrief zum Thema „PEGIDA“ und Integrationsprobleme

Die deutsche Bevölkerung leistet Hilfsbereitschaft fast im Übermaß, wenn es darum geht Hilfe für in Not geratene Menschen zu organisieren. Ich denke da an die Hochwassergeschädigten der letzten Jahre. Spendenweltmeister bei Tsunami- Erdbeben- und Sturmkatastrophen, und immer in vorderster Front die entsprechenden Politiker, die sich mit fremden Federn schmückend, auf die Brust geschlagen haben, als hätten sie selbst mit angefasst. Ich hätte manchmal gern hinterfragt, wie viel hat er/sie gespendet hat - oder hat er/sie überhaupt gespendet?

Und jetzt, oh Schreck, PEGIDA. Schnell wird eine rechte Schmuddelecke gebastelt, in die alles versenkt wird, was mit rechter Ideologie, Fremdenfeindlichkeit und Dummheit zu vereinbaren ist. Natürlich passt die PEGIDA-Bewegung nicht ins Kalkül mancher Politiker und der Wirtschaft, die schon seit Jahren Deutschland als Einwanderungsland ausgerufen haben und dann zur Tagesordnung übergegangen sind und jetzt feststellen müssen, es funktioniert nicht. Es funktioniert zumindest nicht so, wie Einwanderung in den letzten hundert Jahren funktioniert hat, wo polnische, italienische, spanische, jugoslawische und griechische Einwanderer in großer Zahl nach Deutschland kamen, teilweise hierblieben und sich eine Existenz nach ihren Maßstäben- aber innerhalb unserer Gesellschaft aufgebaut haben. Und jetzt? Parallelgesellschaften unterschiedlichster Klientel entstehen, was wenn sie friedlich strukturiert sind, auch noch als Integration betrachtet werden könnte. Friedlich bleibt es aber schon lange nicht mehr. Wenn man in den Medien immer wiederkehrend, mit der Realität in vielen unserer Städten und auf unseren Straßen konfrontiert wird; wenn man von frustrierten und überforderten Polizisten hört, dass sich rechtsfreie Räume auftun, in denen eine einzelne Polizeistreife eher selbst gefährdet ist , anstatt ein Garant für Sicherheit zu sein. Dazu die gebetsmäßige Wiederholung unserer politischen Verantwortlichen „Die Terrorgefahr in Deutschland ist groß und steigt.“

Unsere Nachbarn, die Niederländer, wurden noch vor ein paar Jahren als die toleranteste Bevölkerung Europas gepriesen. Von dieser Hochtoleranz ist aus bekannten Gründen, wenig übrig geblieben. Auch für andere europäische Länder, wie die Skandinavier ist Schluss mit Toleranz ohne Ende, sondern gilt, Toleranz ja,- aber in Grenzen. Es wird nichts nützen, wenn Reporter einige PEGIDA- Demonstranten, die sich wenig geschickt vor der Kamera zu geschickten Fragen äußern, diese in der Öffentlichkeit vorführen.

PEGIDA wird weiter Zulauf haben und zwar aus der ganz normalen Bevölkerung. PEGIDA kann sogar zum bleibenden Problem in Deutschland werden, wenn unsere politisch Verantwortlichen, sich in ihrem selbstgefällig auferlegten Eliteanspruch nicht dazu durchringen, der Angst der PEGIDA-Anhänger auf den Grund zu gehen, und sich nicht wie Eierköppe vor laufenden Kameras in Phrasen zu ergehen und mit einem trotzigen „Weiter so“, ihrem Tagesgeschäft zuwenden. Spätestens seit den Anschlägen von Paris muss auch der letzte politisch Verantwortliche erkannt haben, dass es zahlenmäßig nur weniger Radikalisierter bedarf, um in unserer freien Gesellschaft einen Kampf der Kulturen zu entfachen. Die Äußerungen unseres Bundesinnenministers, Thomas de Maizieres, lassen in dieser Richtung hoffen. Eine Demokratie muss und darf auch zeigen können, dass sie wehrhaft ist. Wenn aber dem Schulterschluss von Paris und auch Berlin keine Taten folgen, wird es für ein friedliches Miteinander irgendwann, und irgendwann ist nicht mehr weit, zu spät sein; denn seit den Pariser Anschlägen sind wir fast alle schon ein bischen PEGIDA.

Dies dürfen wir nicht zulassen.

K-H Ebert, Niederzissen

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