43. ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring
Audi triumphiert mit neuem R8 LMS
Nürburgring. In einem von Favoritenausfällen geprägten Rennen gewannen Nico Müller (Schweiz), Christopher Mies (Heiligenhaus), Edward Sandström (Schweden) und Laurens Vanthoor (Belgien) mit dem neuen AUDI R8 des belgischen WRT-Teams die 43. Auflage des 24h-Rennens auf dem Nürburgring. Vor 200.000 Zuschauern sicherte das Fahrerquartett nach 156 Runden auf der 25,378 km langen Gesamtstrecke des Nürburgrings, der Ingolstädter Marke nach 2012 und 2014 den dritten Sieg beim prestigeträchtigen Langstreckenmarathon.
Im Ziel lagen die Audi-Piloten nach 24-Stunden nur knappe 41 Sekunden vor Maxime Martin (Belgien), Lucas Luhr (Koblenz), Markus Palttala (Finnland) und Richard Westbrook (Großbritannien), die den BMW Z4, des Teams von Marc-VDS eine Runde vor dem Porsche GT3 R von Falken Racing ins Ziel brachten. Pilotiert wurde der Zuffenhausener Sportwagen von Peter Dumbreck (Großbritannien), Wolf Henzler (Nürtingen), Alexandre Imperatori (Schweiz) und Martin Ragginger (Österreich). Komplettiert wird der Teamerfolg von Marc-VDS durch den 4. Rang ihres zweiten BMW Z4. Auf Rang fünf kam als bester Mercedes der Black Falcon SLS AMG GT3 ins Ziel und sorgte damit für Schadensbegrenzung bei den an sonnten durch Unfälle gebeutelten SLS Teams. Das Topauto von Black Falcon schied nach dem Verlust eines Rades aus, die weiteren Flügeltürer von Zakspeed, Haribo und Rowe mussten nach Unfällen die Segel streichen. Nicht besser erging es den beiden Werks-Bentley Continental GT3. Die Bentley-Ehre retteten Marco Seefried, Clemens Schmid (beide Österreich), Harald Primat (Schweiz) und Christopher Brück (Köln) die auf Rang acht ins Ziel kamen. Von 151 gestarteten Fahrzeugen sahen am Ende 102 die Zielflagge.
Die Teams begeisterten die Besucher schon am Trainingstag
Die rund 30 siegfähigen Teams von Audi, BMW, Bentley und Porsche begeisterten bereits am Trainingstag, bei zum Teil noch regnerischen Bedingungen, die Zuschauer mit einem ständigen Wechsel im Kampf um die schnellste Trainingszeit.
Hatten am Ende des Qualifying noch drei BMW und ein Mercedes SLS, die Nase vorne, so konterte die Audi-Fraktion im Verlauf des Rennens. Besonders spannend wurde es bereits in der zweiten Rennstunde, sechsmal wechselte die Führung. Zusätzlich sorgte ein Regenschauer für spektakuläre, allerdings ungewollte Drifts bei einer Reihe von Fahrzeugen. Nach fünf Stunden war es erneut einsetzender Regen, der die Reifenwahl zum Glücksspiel machte. Die richtige Wahl traf das heimische Audi Sport Team Phoenix, die damit die Führung übernehmen konnten. Der Vorsprung auf das zweitplatzierte Frikadelli-Racing Team im Porsche 911 GT3 R betrug zu diesem Zeitpunkt 13,868 Sekunden. Die Porschebesatzung konnte den Vorsprung aber wettmachen und die Führung übernehmen, bevor das Drama um 23 Uhr für das Team aus Barweiler seinen Lauf nahm. Kurz nach Ablauf der siebten Rennstunde blieb die erwartete Zieldurchfahrt des Porsches aus. Der Franzose Patrick Pilet war mit einem anderen Fahrzeug kollidiert und hatte dabei den Porsche so stark beschädigt, dass eine Fortsetzung des Rennens nicht mehr möglich war.
Frühes aus für den Titelverteidiger
Die Vorjahressieger des Team Phoenix Racing im Audi R8 LMS erbten damit erneut die Führung, bis ein Crash im Pflanzgarten auch das Aus für die Titelverteidiger bedeutete. Auch der zweite Phoenix Audi fiel einem Unfall zum Opfer. Als der Tag nach 15 Rennstunden erwachte, hatte der BMW Z4 GT3 vom Team Marc VDS die Führung übernommen. Es folgte der Porsche 911 von Falken Motorsports und der Audi R8 LMS des WRT Teams. In Summe hatte es bis zu diesem Zeitpunkt 15 Führungswechsel gegeben. Ab diesem Zeitpunkt dominierten diese drei Fahrzeuge das Renngeschehen, ohne das es jedoch an Spannung verlieren sollte. Im Gegenteil 20. Mal wurde die Führung in den verbleibenden 9 Stunden noch einmal gewechselt, bevor bei Fallen der Zielflagge der Rückstand von 41 Sekunden des zweitplatzierten BMW der knappste Zieleinlauf des 24h-Rennens besiegelte.
Die 44. Auflage des ADAC Zurich 24h-Rennens wird vom 26. bis 29. Mai 2016 auf der Nürburgring-Nordschleife ausgetragen. Das Motorsport-Highlight in der Grünen Hölle findet damit am Fronleichnamswochenende statt.
