Internationale Gruppe besuchte Absturzstelle in Niederzissener Flur
Auf den Spuren eines britischen Lancester Bombers
Niederzissen. Mit großem Interesse begleitete Ortsbürgermeister Richard Keuler eine Besuchergruppe, die über Bomberabstürze im Zweiten Weltkrieg forscht. Mit dabei war ein Gast aus England, den die Absturzstelle eines britischen Lancester Bombers besonders interessierte. Der Bomber war in der Nacht vom 26. zum 27. März 1944 mit sieben Mann Besatzung Auf Schülert in der Genmarkung Niederzissen abgestürzt. Dies ist heute im Bereich des Industriegebietes Brohltal-Ost. Ein Soldat überlebte den Absturz durch Fallschirmabsprung. In seinem Auftrag forscht der in Australien lebende Andrew McDonald über die bis heute ungeklärten Umstände des Absturzes mit dem unmittelbaren Schicksal der umgekommenen Soldaten in den ersten Tagen nach dem Absturz.
Horst Drößlich aus Niederzissen, der sich seit Langem mit den Abstürzen der Bomber beschäftigt, konnte dabei gute Hinweise zu der Absturzstelle geben, die auch tatsächlich, unter anderem durch gutes Kartenmaterial und Oberflächenfunde von Flugzeugteilen, ausfindig gemacht werden konnte. Dominic Howard von der britischen Veteranenvereinigung des 49th Squadron der Royal Airforce, der auch dem abgestürzten Bomber angehörte, befestigte an einem Baum an der Absturzstelle eine kleine Papiermohnblume. Dies gilt als Akt der Erinnerung und Ehrung der Toten und hat bei den dortigen Streitkräften eine lange Tradition. Jede Mohnblume symbolisiert einen gefallenen Soldaten. Es sei ein inniges Gedenken an die Gefallenen, wie Winzermeister Peter Schreiber aus Rheinhessen erläuterte, der sich in seiner Freizeit in der in Heltersberg in der Pfalz ansässigen „Arbeitsgruppe Vermisstenforschung“ mit den Schicksalen abgestürzter Flugzeugbesatzungen beschäftigt.
Für Ortsbürgermeister Richard Keuler offenbarte der Besuch eine bis dahin für ihn unbekannte Seite des ortsgeschichtlichen Geschehens im Zweiten Weltkrieg. Horst Drößlich konnte dabei gute neue Kontakte knüpfen und wird sich weiterhin, insbesondere solange noch Zeitzeugen leben, mit neuem Elan dem Aufspüren der Absturzstellen und den Schicksalen der Soldaten widmen.
