Allgemeine Berichte | 13.05.2014

Peter Heilbrunn aus England wird in Niederzissen fündig

Auf den Spuren seiner Ahnen

Peter Heilbrunn im Ausstellungsraum der damaligen Synagoge Niederzissen vor dem Bild von Selma Berger, der 1. Ehefrau seines Vaters Hugo Heilbrunn. privat

Niederzissen. Erneut besuchte jetzt ein in England geborener Nachfahre eines aus Deutschland stammenden und aus Furcht vor den Nationalsozialisten ausgewanderten jüdischen Bürgers die Niederzissener ehemalige Synagoge. Der 67-jährige Peter Heilbrunn aus Amersham in England ist der Sohn von Hugo Heilbrunn aus Frickhofen, im heutigen Kreis Limburg-Weilburg. Sein Vater heiratete 1937 die aus Niederzissen stammende und damals in Köln wohnende Selma Berger. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verabschiedete sie sich bei einem Besuch in ihrem Elternhaus von der dort wohnenden Mathilde Raab mit dem Hinweis, sie reise nächste Woche nach Amerika, ihr Mann sei schon dort. Am Tag ihrer Abreise brach der Krieg aus und es startete kein Flugzeug mehr nach Amerika. Am 22. Oktober 1941 wurde sie von Köln nach Litzmannstadt deportiert. Selma, ihre Mutter und die Geschwister wurden nach dem Krieg für tot erklärt. Danach heiratete Peter Heilbrunns Vater Hugo in England erneut. Jetzt besuchte Peter Heilbrunn den Heimatort der ersten Frau seines Vaters und konnte in der ehemaligen Synagoge neue Erkenntnisse aus dem Leben seiner Familie gewinnen und im Gegenzug erfuhren die Verantwortlichen des Kultur- und Heimatvereins das eine oder andere Detail aus dem Leben der Familie Heilbrunn.

Peter Heilbrunn im Ausstellungsraum der damaligen Synagoge Niederzissen vor dem Bild von Selma Berger, der 1. Ehefrau seines Vaters Hugo Heilbrunn. Foto: privat

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