Politik | 29.07.2013

Fütterungstod - keine Wildbestandsregulierung durch Verhungern

Bereits mehr als 10.000 Unterschriften wurden gesammelt

Ahrweiler. Die Aktion „Kämpf mit“, von der Kreisjägerschaft Ahrweiler ins Leben gerufen, hat die Zahl von 10.000 Unterstützern überschritten. Gezeichnet wird der Anruf im Internet unter www.jagd-aw-kaempf-mit.de oder auf den an vielen Stellen ausliegenden Unterschriftenlisten. Mittlerweile haben sich nicht nur andere Kreisgruppen der Jägerschaften im Land Rheinland-Pfalz der Initiative offiziell angeschlossen. Es haben, wie berichtet, vor allem der Landrat, dann auch der Bauernverband, die FWG, die FDP ihre Unterstützung bekundet. Am Fütterungsverbot, aber nicht nur daran, entscheidet sich die Frage, welches Verhältnis der Mensch zu den wild lebenden Tieren hat. Die von den Befürwortern des Fütterungsverbotes, hier allen voran den Grünen, aufgeworfene Frage eines möglicherweise überhöhten Wildbestandes geht an der von der Aktion „Kämpf mit“ aufgeworfenen Frage vollkommen vorbei. Die Kreisjägerschaft hat mehrfach darauf hingewiesen, dass die Frage, ob der Wildbestand gerade hoch genug, zu hoch oder zu niedrig ist, nichts mit der Frage zu tun hat, ob der Gesetzgeber alle Tierschützer zwingt, zuzusehen, wie Tiere im Winter verhungern. Augenscheinlich ist das Wild dabei im letzten, äußerst langen Winter, nicht nur verhungert. Das Wild hat auch Futter an Stellen gesucht, an die es sich üblicherweise nicht bewegt: In Hausgärten, Friedhöfen und Parkanlagen. Es kam zu nahezu witzigen Episoden, als Rotwild etwa versucht hat, unter dem Vordach gelagerten Salat zu ergattern oder Maisenknödel aus dem Vogelhäuschen fraß. Die Jägerschaft sieht den Wildbestand durch schwindende Lebensräume und großen Freizeitdruck erheblichen Belastungen ausgesetzt. Ideale Naturräumen existieren hier nicht. Die Kernfrage ist, wie man das Lebensrecht der wild lebenden Tiere bei gleichzeitiger Nutzung ihrer Lebensräume und auch hoher Erwartungen der Bevölkerung an den Freizeitwert von Wald und Flur wahren kann. Die Brutalität, mit der die rot-grüne Landesregierung, aber eben auch, wie die letzte Pressemitteilung zeigt, die Grünen überhaupt, mit den wild lebenden Tieren umgehen, ist, so der Kreisgruppenvorsitzende Jürgen Kindgen, vollkommen inakzeptabel. Angepasste Wildbestände können nicht durch gezieltes Aushungern angestrebt werden. Genau dies ist aber die Position der Grünen, die das Füttern des Wildes im Winter ablehnen, damit der Wildbestand (durch das Verhungern) sinkt. Die Dramatik dieser Ansicht öffentlich zu bekunden, ist auch keineswegs unsachlich. Die Grünen treten doch immerhin offen für „eine Bestandsregulierung durch Verhungern“ ein. Mehr als 10.000 Unterstützer dieser Aktion zeigen indes, dass sie diese Politik der Landesregierung nicht mit tragen. Die Jägerschaft kämpft indes nicht nur dagegen, dass wild lebende Tiere im Winter in den Hungertod getrieben werden, weil sie nicht gefüttert werden dürfen. Auch die sog. Bewirtschaftungsgebiete, bei denen Wild für vogelfrei erklärt wird, wenn es die Bereiche verlässt, zeugen, so Jürgen Kindgen, von einem gebrochenen Verhältnis zum Tierschutz.“ Auf der Sitzung der jüngst gegründeten Rotwildhegegemeinschaft Hohe Acht - Kesseling wurde das Thema „Bewirtschaftungsbezirke“ am Rande noch einmal heftig diskutiert. Bei der Festlegung der Grenzen dieser Rotwildhegegemeinschaft stellte sich heraus, dass in Teilen des angeblichen Rotwildgebietes kaum noch Rotwild vorkommt, während andere Teile einen höheren Rotwildbestand aufzeigen, aber als nicht Bewirtschaftungsgebiete gar kein Rotwild haben dürfen. Bewirtschaftungsgebiete sind daher, so der Kreisgruppenvorsitzende Jürgen Kindgen, im Grunde pervers. Wild lebende Tiere, die sich nach Veränderungen ihrer Habitate neue Lebensräume suchen, müssen zwangsweise dort wieder vertrieben werden - obwohl nie jemand untersucht hat, ob diese Lebensräume die angemessenen wären. Bewirtschaftungsgebiete werten die Jäger als eine Ghettoisierung des Wildbestandes. Sie sind mit dem modernen Tierschutz unvereinbar.

Pressemitteilung des

Landesjagdverbandes

Rheinland-Pfalz e.V.

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