DRK Ortsverein Wehr feierte 50-jähriges Bestehen
Langjährige Mitglieder, darunter fünf Gründungsmitglieder, geehrt
Wehr. Als im Frühsommer 1963 Ilse Schlottmann in einem Wehrer Schaufenster ein Plakat las, auf dem zur Gründungsversammlung des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverein Wehr eingeladen worden war, nahm sie diesen Termin eigentlich nur deshalb wahr, weil sie wissen wollte, was dort passierte. Mit ähnlichen Worten beginnt die Chronik des DRK Ortsvereins Wehr, welche von der inzwischen 87 jährigen Autorin Isabella Zezulka detailliert zu Papier gebracht worden war.
Am Sonntag, 26. Mai lud der am 29. Juni 1963, unter dem Vorsitz von Hauptlehrer Massing gegründete Ortsverein Wehr anlässlich seines 50-jährigen Bestehens zu einem Tag der offenen Tür ein.
Nach einem von Pastor Hans-Peter Müssenich in der Pfarrkirche St. Potentinus zelebrierten Gottesdienst und einer anschließenden Kranzniederlegung begaben die Jubilare sich nicht wie ursprünglich geplant, zur Kellerei, sondern wegen des feucht-kühlen Maiwetters in die Römerhalle, wo der 1. Vorsitzende des Ortsvereins, Stefan Frevel gemeinsam mit der 2. Vorsitzenden Christine Winnichner bereits zahlreiche Besucher begrüßen konnte. Unter den Ehrengästen, die im Verlauf des Festaktes je ein Grußwort an die Anwesenden richteten sowie je ein Geschenk überreichten, befanden sich der 1. Kreisbeigeordnete und Stellvertreter von Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Fritz Langenhorst, der DRK-Kreisverbandsvorsitzende und Bürgermeister der VG Adenau, Achim Haag, der Bürgermeister der VG Brohltal, Johannes Bell, der Wehrer Ortsbürgermeister Berthold Doll sowie Rolf Genn in seiner Eigenschaft als Vertreter der Wehrer Ortsvereine. Ein weiterer Gruß des 1. Vorsitzenden des DRK Ortsvereins Wehr ging an Pastor Hans-Peter Müssenich sowie an die zahlreichen anwesenden Mitglieder des Ortsvereins, insbesondere an die Chronik-Autorin Isabella Zezulka, die dank der Unterstützung ihrer Tochter Sigrid Schlottmann ebenfalls zur Jubiläumsfeier in die Römerhalle gekommen war. In seiner Begrüßungsrede unterstrich der 1. Vorsitzende Stefan Frevel: „Unzählige ehrenamtlich geleistete Stunden liegen bereits hinter uns und ich hoffe, dass viele weitere folgen werden. Rot-Kreuz-Arbeit ist aber weit mehr als die Hilfe bei Unglücksfällen, wie die vielen anderen Gruppen des Ortvereins belegen. Von der Jugendgruppe bis zum Seniorentreffen zählt das DRK zu einem ebenso großen wie wichtigen Teil des gesellschaftlichen Lebens. Im Vereinsleben unseres Heimatortes ist die aktive Gemeinschaft längst nicht mehr wegzudenken. Wie fest das DRK in den Ortsgemeinden verwurzelt ist, zeigen auch die erfreulichen Zahlen der passiven Mitglieder. Rot Kreuz-Arbeit kostet eben auch Geld und nur von freien Spenden kann heute kein Rot-Kreuz-Verband mehr leben. Die vielen passiven Mitglieder bilden mit ihren regelmäßigen Beiträgen die Grundlage für alle Aktivitäten des DRK. Auch diesen Inaktiven gilt mein Dank. Wir wollen dieses Jubiläum gebührend feiern und hoffen, dass der Verein mit Hilfe engagierter Mitglieder und Mitbürger viele weitere Jahre zum Wohle aller hilfreich wirken kann!“
Zum Abschluss seiner Ansprache bedankte Stefan Frevel sich ganz besonders bei dem DRK-Kreisverbandsvorsitzenden, VG-Bürgermeister (Adenau) Achim Haag, der an diesem Tag seinen Geburtstag feierte und dennoch zur Jubiläumsfeier nach Wehr gekommen war.
Im Anschluss an die Grußworte der Ehrengäste wurden durch den 1. Vorsitzenden des OV Wehr die Ehrungen nachfolgend genannter langjähriger Mitglieder vorgenommen: Anita Gerhartz (35 Jahre), Godelieve Frevel und Isabella Zezulka (40 Jahre), Gertrud Sailler (45 Jahre) sowie die Gründungsmitglieder: Karl-Heinz Durben, Werner Frevel, Helene Jülich, Margarete Pütz und nicht zuletzt Heinz-Peter Degen, der vor 55 Jahren Mitglied des DRK-Ortsvereins Weibern wurde.
Nach den Ehrungen erfolgte zunächst ein gemeinsames Mittagessen, welches ebenso wie die gesamte Bewirtung während des Festtages durch den DRK-Ortsverband Weibern realisiert worden war. Für die Kinder hatte das Jugendrotkreuz des OV Wehr am Nachmittag einen Luftballonwettbewerb und einen Spieleparcours organisiert; die Kinder der Wehrer Grundschule hatten eigens für den Festtag einen Tanz einstudiert und im Anschluss eines gemütlichen Beisammenseins bei Kaffee und Kuchen fand die Verlosung der Tombola-Preise statt. Nicht zuletzt wurden im Verlauf des Nachmittags noch einige Blutspenderehrungen vorgenommen.
Der DRK OV-Wehr betreut seit 1963 die Menschen in den Ortsgemeinden Burgbrohl, Burgbrohl-Weiler, Oberlützingen, Wassenach, Glees, Brenk, Galenberg und Wehr. Dem Wehrer Ortsverein gehören derzeit ca. 20 aktive Mitglieder und etwa 750 Fördermitglieder an. Zu seinen Aufgaben zählen u.a. Sanitätsdienste, zum Beispiel bei öffentlichen Veranstaltungen oder bei Sportereignissen. In Zusammenarbeit mit dem DRK Ortsverein Niederzissen wird seine Bereitschaft im Rahmen der SEG (Schnelle Einsatz-Gruppe) Brohltal u.a. bei Brandeinsätzen oder schweren Verkehrsunfällen über die Leitstelle in Koblenz mit einem eigenen Funkmeldeempfänger alarmiert. Des Weiteren sind in dem Wehrer Ortsverein so genannte „First Responder“ tätig, die ebenfalls über Funkmeldeempfänger alarmiert werden, um den Rettungsdienst bei Notfällen zu unterstützen. Außerdem organisiert der OV Wehr die Blutspendetermine in Wassenach. Neben einer Jugendrotkreuzgruppe (JRK) bieten die Wehrer DRKler in regelmäßigen Abständen einen Seniorentreff an und –last, but not least- unterstützen einige Mitglieder die humanitäre Hilfe durch Hilfstransporte nach Bihac in Bosnien-Herzegowina und Lutsk in der Ukraine. Diese umfangreichen Aufgaben werden von den Helfern freiwillig und unentgeltlich wahrgenommen. Permanente Weiterentwicklungen in der Notfallmedizin erfordern eine ständige Aus-, Fort- und Weiterbildung, denn dieses Wissen entscheidet in der Mehrzahl der Fälle darüber, wie wirksam die Hilfe des DRK sein kann. Deshalb gibt es für die ehrenamtlichen Helfer ein umfangreiches Weiterbildungsangebot. Das erlernte Wissen wird während der gemeinsamen Dienstabende vertieft und die Anwendung geprobt
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Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen wurden viele langjährige Mitglieder geehrt.
Die 87-jährige Chronik-Autorin Isabella Zezulka, Mitte, war gemeinsam mit ihrer Tochter Sigrid Schlottmann, links, zum Festakt in die Römerhalle gekommen.
