Allgemeine Berichte | 16.08.2013

Peter Kreuz forderte Wiederentdeckung der Kreativität am Arbeitsplatz

Das tun, was wirklich zählt

Maria Laach. Die Buch- und Kunsthandlung Maria Laach war erst die zweite Buchhandlung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Peter Kreuz zu einer Buchvorstellung geladen hatte. Dabei steckt hinter dem Thema „Hört auf zu arbeiten! Eine Anstiftung, das zu tun, was wirklich zählt“ mehr als eine Provokation. Es geht darum, sich die Arbeit als Teil seiner Identität wieder zurückzuerobern. Peter Kreuz und seiner Frau Anja Förster war bei ihrer Beratertätigkeit immer wieder aufgefallen, dass den Mitarbeitern in den Firmen die Begeisterung fehlte, und sie stellten sich die Frage: „Ist doch merkwürdig, dass wir das Funkeln in den Augen suchen müssen?“ Das Ehepaar machte sich auf die Suche. Peter Kreuz: „Menschen haben dieses Funkeln immer dann, wenn sie ganz in ihrem Element sind, wenn sie ihr größtes Talent zur Wirkung bringen, wenn die Hemmungen und Blockaden von ihnen abfallen, wenn sie hundert Prozent im Hier und Jetzt sind, voll fokussiert auf die eine Sache, die sie lieben. Das sind magische Momente.“ Es gibt Menschen, die haben dieses Funkeln ständig, doch die meisten arbeiten in normierten Arbeitsprozessen: austauschbare Menschen produzieren einheitliche Produkte, Massenprodukte für einen Massenmarkt. Peter Kreuz beschreibt ein System, das weder dem Arbeitnehmer, noch dem Unternehmen, noch der Gesellschaft gut tut: „Immer wieder spürt man, dass den Leuten bei guten Berufen etwas fehlt.“ Arbeitnehmer sollten sich fragen: „Warum mache ich das eigentlich? Was treibt mich an?“ Schließlich, so Peter Kreuz, sei gute Arbeit „nicht sinnlos. Bedeutsame Tätigkeiten haben eine Bedeutung für andere, aber auch für mich selbst.“ Und er erzählte von einem Autokonstrukteur, der in seiner Freizeit heimlich einen Prototypen baute und damit großen Erfolg hatte, als er schließlich seinen Arbeitgeber davon überzeugt hatte. „Warum aber müssen Angestellte im Geheimen arbeiten“, fragte Peter Kreuz und bezeichnete die Führungsstrukturen heutiger Unternehmen, die das Controlling ganz oben ansetzen, als veraltet: „Wer Zäune um Menschen baut, bekommt Schafe. Freilich, Kontrolle braucht man, aber es kommt auf das Wie an. Wenn wir Angst haben, unsere Mitarbeiter entscheiden zu lassen, welches Hotel sie bei einer Dienstreise nehmen, dann müssten wir auch Angst davor haben, sie für unsere Firma auftreten zu lassen.“ Mithilfe einer „To-don’t-Liste“, so Peter Kreuz, ist das Ziel erreichbar, mehr bedeutsame Tätigkeiten im Beruf umzusetzen: „Die Entscheidung, was wir nicht tun, ist genauso wichtig wie die Entscheidung, was wir tun. Wir müssen unsere eigenen Antworten finden, selbst herausfinden, was wir mit unserem Leben bewirken wollen, welche Ziele wir verfolgen und welche Richtung wir einschlagen. Wir können die Begeisterung für unsere Arbeit wieder lernen, aber dies liegt ganz wesentlich in der Verantwortung jedes Einzelnen.“ Kein leichtes Ziel. Patentlösungen wollte und konnte der Referent nicht liefern, denn die Lösungsansätze sind so unterschiedlich wie die Charaktere der Menschen. Peter Kreuz gab bei seinem Vortrag in Maria Laach Denkanstöße, das eigene Tun sowie das Umfeld der Arbeit aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Jeder muss seinen individuellen Weg selber finden, das zu tun, was wirklich zählt.

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