Allgemeine Berichte | 16.03.2015

Tierschutzverein Remagen u.U.e.V

Das war das Jahr 2014

Der Tierschutzverein und das Tierheim ziehen Bilanz

Remagen. Im vergangenen Jahr wurden im Tierheim Remagen insgesamt 109 Tiere abgegeben, und zwar vorwiegend Katzen (52), Kaninchen (22) und Hunde (21), aber auch Meerschweinchen (8), Vögel (5) sowie eine Schildkröte. Die Anzahl der Fundtiere war 2014 beträchtlich, vor allem bedingt durch eine regelrechte Katzenschwemme, die das Tierheim überrollte: Von den insgesamt 303 Fundtieren handelte es sich bei 206 Tieren um Katzen, von denen nicht einmal 10 Prozent von den Besitzern wieder abgeholt wurden. Von 63 Hunden fanden immerhin 53 den Weg zurück in ihr Zuhause, bei 32 Heimtieren waren es 10. Unter den Fundtieren befanden sich außerdem zwei Warzenenten. In etwa 100 Fällen sind Mitarbeiter des Tierheims ausgerückt, um die gemeldeten Tiere im gesamten Kreis Ahrweiler abzuholen und gegebenenfalls vorher einzufangen. Im Tierheim verstorben sind insgesamt 47 Tiere, vornehmlich alte oder schwächliche Katzen.

Die Anzahl der Tiere, die durch das Tierheim Remagen in ein neues Zuhause vermittelt werden konnten, beläuft sich auf 287, davon 160 Katzen, 88 Heimtiere und 39 Hunde (bei allen Zahlen in diesem Artikel handelt es sich um vorläufige Werte).

Die Vermittlungsgeschichte von Kaninchen Udo Uhu

Eine besonders schöne Vermittlungsgeschichte dreht sich um Kaninchen „Udo Uhu“. Der Rammler war in einem Greifvogelpark in die Voliere eines Uhus gesetzt worden, der das Beutegreifen für die anstehende Auswilderung erlernen sollte. Udo hatte Glück und konnte den Attacken des Uhus entgehen und wurde von einer mitfühlenden Dame ins Tierheim gebracht. Heute lebt Udo Uhu mit seiner Partnerin Emma, die ebenfalls aus dem Tierheim Remagen stammt, in einem eigenen Zimmer und kann sich auf 12 abwechslungsreich gestalteten Quadratmetern austoben und seines Lebens erfreuen.

Der zum Glück nicht so lernwillige Uhu verschmähte nur kurze Zeit später ein weiteres „Übungskaninchen“, welches ebenfalls die Chance auf ein schönes Zuhause nutzte.

Das Schicksal von Hündin Flöhchen

Hündin Flöhchen hingegen steht für die besonders traurigen Schicksale des Tierheimalltags. Die kleine Yorkshire-Terrier-Dame wurde im stolzen Alter von 14 Jahren im Tierheim abgegeben. Schon bei der ersten Untersuchung trat eine Vielzahl von „Baustellen“ zutage, unter denen die Hündin litt: Von massivem Zahnstein über Mammatumoren bis hin zu einem Leistenbruch und beidseitiger Patellaluxation, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Trotz der aufopfernden Pflege durch die Tierheimleiterin hatte die kleine Hündin keine Chance und musste im September von ihren Leiden erlöst werden.

Neues aus Tierheim und Verein

Das lang ersehnte Tierheimauto wurde im Februar übergeben, das Außengehege für die Kaninchen wurde realisiert und eingeweiht. Die Hundezwinger wurden baulich verändert, sodass die Größe der Zwingerflächen nun eine Unterbringung der Hunde gemäß Tierschutz-Hundeverordnung gewährleistet. Die Ausstattung des Tierheims konnte um ein Mikroskop sowie ein Ozongerät ergänzt werden.

All das war nur durch finanzielle und tatkräftige Mithilfe tierlieber Menschen möglich. Das Team des Tierheims hat erfreulicherweise durch zwei weitere Auszubildende sowie eine Tierpflegerin in Vollzeit Verstärkung bekommen.

Das zeitweise verwaiste Flohmarkt-Team des Tierschutzvereins wurde „reaktiviert“ und leistet als modernes Event-Team tolle Arbeit. Durch die Maßnahmen von Event- und PR-Team zeigt der Verein wieder mehr Präsenz in der Öffentlichkeit. Das insgesamt 9-köpfige „Team Vorstand“ ist nach wie vor mit Freude und Engagement bei der Arbeit für Verein und Tierheim.

Die Anzahl der Vereinsmitglieder jedoch konnte bislang leider nicht maßgeblich gesteigert werden und liegt weiterhin bei etwa 200. Gemessen an den circa 129.000 Einwohnern des Kreises Ahrweiler mit seinen 74 Städten und Gemeinden, für die das Tierheim Remagen zuständig ist, ist diese Zahl verschwindend gering. Aus diesem Grund bildet die Mitgliederwerbung für das Jahr 2015 einen wesentlichen Schwerpunkt.

Finanzielle Eckdaten

Trotz aller Anstrengungen und erzielter Erfolge senden die finanziellen Fakten leider ein deutliches Alarmsignal. Obwohl im vergangenen Jahr massiv Kosten eingespart wurden, zum Beispiel in den Bereichen Strom, Versicherungen und Müllgebühren und auch auf der Einnnahmenseite Erfolge erzielt wurden, wird das Geschäftsjahr 2014 voraussichtlich mit einem Minus von etwa 40.000 Euro abgeschlossen werden. Die Einnahmen reichen nicht aus für die notwendigen und wohlüberlegten Ausgaben.

Pro Jahr kostet der Betrieb des Tierheims rund 200.000 Euro, oder, auf den Tag gerechnet, rund 570 Euro. Allein die Tierarztkosten beliefen sich im vergangenen Jahr auf 50.000 Euro, wovon aufgrund der vielen Fundkatzen knapp 15.000 Euro „nur“ auf Katzenkastrationen entfielen. Die Fundtier-Pauschale der Gemeinden deckt die tatsächlichen Ausgaben des Tierheims für die Wahrnehmung der Pflichtaufgaben der Städte und Gemeinden und an das Tierheim delegierten wichtigen Aufgaben bei Weitem nicht. Ebenso wenig können Vermittlungsgebühren die tatsächlich angefallenen Kosten für die einzelnen Tiere aufwiegen.

Allein in diesem Bereich liegt eine Unterdeckung von 50 Prozent vor. Auf der Einnahmenseite gibt es leider nur wenige verlässliche Größen: Der Umfang von Spenden und Erbschaften lässt sich nicht vorhersagen, und die Einnahmen aus nur 200 Mitgliedsbeiträgen reichen schlicht nicht aus, um Verein und Tierheim auf ein stabiles finanzielles Fundament zu stellen. Die traurige Perspektive: Wenn die Einnahmen nicht beträchtlich steigen, steht das Tierheim samt seiner Mitarbeiter in spätestens drei Jahren vor dem Aus.

Dringender Appell an alle Mitbürger im Kreis Ahrweiler

Der Tierschutzverein und das Tierheim für den Kreis Ahrweiler appellieren inständig an die Mitbürger im gesamten Kreis, ihre Mitverantwortung für den Tierschutz wahrzunehmen und das Tierheim zu unterstützen. Ein großes Dankeschön geht an alle Tierfreunde, die im vergangenen Jahr so wertvolle Hilfe geleistet haben und ohne die Vieles nicht möglich gewesen wäre.

Tierheim Remagen und Tierschutzverein Remagen und Umgebung e.V., Blankertshohl 25, 53424 Remagen, Tel. (0 26 42) 21 600 und www.tierheim-remagen.de.

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