Allgemeine Berichte | 12.01.2026, 14:47 Uhr

Brohltal: Der Bausenberg steht jetzt unter Denkmalschutz

Der vor rund 150.000 Jahren entstandene Bausenberg ist der einzige zugängliche Hufeisenvulkan Europas nördlich der Alpen.  Foto: Walter Müller
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Brohltal. Vertraute Landschaften werden oft als selbstverständlich wahrgenommen - ihre Besonderheiten bleiben im Alltag leicht unbeachtet. Ein solches Beispiel ist der Bausenberg zwischen Niederzissen und Waldorf: ein Gebiet der Vulkaneifel, dessen außergewöhnliche Bedeutung vielen bislang kaum bewusst war.

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz hat nun auf Antrag der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft und des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz den weitgehend unversehrt erhaltenen Schlackenvulkan Bausenberg mit seinem gesamten Lavastrom als Denkmalzone unter Schutz gestellt.

Der vor rund 150.000 Jahren entstandene Bausenberg ist der einzige zugängliche Hufeisenvulkan Europas nördlich der Alpen. Zusammen mit seinem Lavastrom stellt er eine in Mitteleuropa einzigartige geologische Formation dar. Besonders hervorzuheben ist die sogenannte Reliefumkehr: durch die Erosion unterschiedlich widerstandsfähiger Gesteine im Bereich des Lavastroms ist aus einem ursprünglichen Tal eine morphologische Erhebung geworden. Dies ist hier so deutlich ausgeprägt wie sonst nirgendwo in der Eifel. Zudem stellt das angrenzende Blockfeld aus der letzten Eiszeit ein wertvolles klimageschichtliches Zeugnis dar. Seit mehr als 5 Jahrzehnten ist der Bausenberg mit dem Lavastrom ein zentraler Ort geowissenschaftlicher Lehre und Forschung. Studierende führen hier Geländekurse und oberflächennahe geophysikalische Untersuchungen durch. Die geologischen Gegebenheiten des

Lavastroms ermöglichen die störungsfreie Anwendung aller wichtigen geophysikalischen Feldmethoden. Vergleichbare Objekte mit einem derart hohen lernpädagogischen Wert sind in

Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nicht vorhanden - ein Idealfall für die Ausbildung in den Geowissenschaften.

Es handelt sich beim Bausenberg und seinem Lavastrom um ein Zeugnis der Entwicklungsgeschichte der Erde, an dessen Erhaltung und wissenschaftlicher Erforschung ein öffentliches Interesse besteht. Dies wird durch Stellungnahmen zahlreicher geowissenschaftlicher Institutionen - darunter das GFZ Helmholtz-Zentrum, der Dachverband Geowissenschaften, die Deutsche Geologische Gesellschaft, die Deutsche Mineralogische Gesellschaft sowie mehrere universitäre Institute und Fakultäten - in eindeutiger Weise bestätigt.

Der Bausenbergkomplex ist kein beliebiges Stück Land. Er stellt ein unersetzliches Natur- und Kulturerbe dar, das durch eine gewerbliche Nutzung zwangsläufig unwiederbringlich zerstört würde. Eine Überbauung des Lavastroms mit einem Gewerbegebiet wäre daher mit dem Schutzgedanken nicht vereinbar und ausgeschlossen.

Neben seiner wissenschaftlichen Bedeutung bietet der Bausenberg auch Möglichkeiten der naturnahen Erholung. Das Gebiet ist über bestehende Wege erschlossen und Wandernde und naturkundlich Interessierte können hier einen Einblick in das „lebendige Buch der Erdgeschichte“ erhalten. Mit der Ausweisung als Denkmalzone wird dieser außergewöhnliche geomorphologische Zeuge dauerhaft gesichert und für kommende Generationen bewahrt.

Der vor rund 150.000 Jahren entstandene Bausenberg ist der einzige zugängliche Hufeisenvulkan Europas nördlich der Alpen. Foto: Walter Müller

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