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Geplantes Forschungsprojekt „EnAHRgie“ der Europäischen Akademie

Der Kreis Ahrweiler will Modelregion für die Energiewende werden

Millionenschweres Projekt soll Kommunen, Naturschutzverbände und Energieversorger einbinden

31.03.2014 - 19:13

Kreis Ahrweiler. Beim ehrgeizigen Vorhaben, die Energiewende auch auf lokaler Ebene umzusetzen, haben die Akteure nach wie vor viele Hürden zu überwinden, beispielsweise in Form von gesetzlichen Auflagen im Landschafts- und Naturschutz. Der Kreis Ahrweiler will diesen Weg jetzt mit wissenschaftlicher Begleitung unter Federführung der „Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr Ahrweiler GmbH“(Europäische Akademie) gehen. Profitieren können davon zahlreiche weitere Regionen, und das bundesweit.

„Für den Ausbau der Windkraft beispielsweise gibt es viele Restriktionen“, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler jetzt bei der offiziellen Vorstellung des Projektes „EnAHRgie“. Hinter dem Kürzel steht der offizielle Titel des noch nicht endgültig genehmigten Bundesprojekts „Nachhaltige Gestaltung der Landnutzung und Energieversorgung auf kommunaler Ebene - Umsetzung für die Modellregion Kreis Ahrweiler“. Der Kreis- und Umweltausschuss hat auf Vorschlag des Landrats in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für die Teilnahme des Kreises als Praxispartner gegeben. Die Federführung des Forschungsvorhabens liegt in den Händen der Europäischen Akademie, die bereits eine Förderung aus Bundesmitteln beantragt hat. Wenn der Zuschuss bewilligt ist, läuft die Finanzierung fast vollständig über Mittel des Bundesforschungsministeriums. Insgesamt geht man von einem Volumen im einstelligen Millionenbereich aus.


Einsatz von erneuerbaren Energien untersuchen


Der Plan, für den man die inanzierungszusage des Forschungsministerium man noch in diesem Monat erwartet, sieht so aus: Der Einsatz von Erneuerbaren Energien - vor allem Windkraft, Sonnenenergie, Biomasse und Wasserkraft - soll im Kreis Ahrweiler drei Jahre wissenschaftlich analysiert werden. Und zwar „ergebnisoffen“, wie Pföhler betonte. Mit Blick auf die zahlreichen Akteuren vor Ort sprach er von einem „großen runden Tisch“, der schon kurz nach der offiziellen Gründung ins Leben gerufen werden soll. Im Kern des Projekts „EnAHRgie“ seien in einem Expertengremium - der so genannten Innovationsgruppe - unter anderem Kommunen, Wirtschafts- und Naturschutzverbände, Banken und Energieversorger eingebunden. „Die Bürger werden ebenfalls beteiligt, versprach der Landrat, denn schließlich soll die wissenschaftliche Herangehensweise mit dem Praxiswissen der Akteure vor Ort verzahnt werden.

Der Kreistag hatte bereits 2011 den Beschluss der „100 Prozent-Erneuerbare-Energie-Region“ gefasst. Will heißen: Der Strombedarf im Kreis Ahrweiler soll bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Ein Anteil von rund 10 Prozent am Gesamtstrombedarf sei schon jetzt erreicht. Dies zeigt nach Pföhlers Worten deutlich, „dass die Maßnahmen von Kreis, Kommunen und Privaten zu greifen beginnen.“ Es zeige aber auch, „dass noch eine große Wegstrecke vor uns liegt.“


Wichtige Bausteine auf einem langen Weg


Beispiele von Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen seien die Ausstattung der kreiseigenen Gebäude (meist Schulen) mit Fotovoltaikanlagen, das flächendeckende Solarkataster im Internet, die Umstellung auf moderne Heizungsanlagen mit alternativen Energieformen oder die Einrichtung der Energieagentur im Kreis Ahrweiler - „allesamt wichtige Bausteine auf dem langen Weg der Energiewende“, so der Landrat. Wissenschaftler der Europäischen Akademie und von sieben weiteren wissenschaftlichen Institutionen verschiedener Fachrichtungen aus ganz Deutschland wollen diesen Weg jetzt durch ihre fachliche Expertise unterstützen.

Voraussichtlicher Beginn des Forschungsprojektes ist der August diesen Jahres, erläuterte Projektleiter Dr. André Schaffrin von der Europäischen Akademie. Am Beispiel des Kreises Ahrweiler soll ein Gesamtkonzept für eine nachhaltige Landnutzung mit Schwerpunkt auf Energieversorgung entwickelt werden. Darauf aufbauend sollen dann Instrumente und Methoden entwickelt werden, mit denen die Ergebnisse auch auf andere Landkreise in Deutschland übertragen werden und als Hilfestellung für die Lokale Energiewende genutzt werden können. „Unser Ziel ist es, Motivationen und Aktivitäten auf lokaler Ebene zu nutzen und konsistent mit Maßnahmen und zielen auf Landes- und Bundes-Ebene abzustimmen“, erläuterte Schaffrin.


Wissenschaftler und Praktiker arbeiten zusammen


Kern des Projekts bildet die „Innovationsgruppe“, in der Wissenschaftler aus den Bereichen nachhaltige Landnutzung, Gestaltung dezentrale Energiesysteme, Governance und Partizipation mit Praktikern aus dem Verwaltungsbereich, der regionaltypische und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten soll. Dieser Ansatz verfolge eine Umsetzung, die auf allen beteiligten Ebenen abgestimmt und stabil realisierbar sei, glaubt der Wissenschaftler.

So stehe etwa der Kreis Ahrweiler bei seinem ehrgeizigen Ziel, „100 Prozent-Erneuerbare-Energie-Region“ zu werden, von besonderen Herausforderungen. Denn durch das Vorhaben entstehe eine Landnutzungskonkurrenz zwischen Tourismus, Naturschutz, Weinbau und Energieerzeugung mit einer Mehrebenenproblematik der Planungskompetenzen. Zumal der Kreis Ahrweiler zu 40 Prozent ein Vogelschutzgebiet nach der FFH-Richtlinie und sogar zu 90 Prozent ein Landschaftsschutzgebiet sei. Aus der Art und Weise, wie der Kreis dieses Problem löse, könne durch die vorliegende typischen Schwierigkeiten besonders gut eine allgemeine Herangehensweise als neue Systemlösungen für die Lokale Energiewende in Deutschland abgeleitet werden.


FDP lehnt das Projekt rundweg ab


Mittlerweile hat sich die Kreis-FDP eindeutig gegen dieses Projekt positioniert. „Das Geld könnte man besser verwenden“, so das Urteil des Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Ulrich van Bebber. Über 5,2 Millionen Euro sollen nach seinen Informationen dafür ausgegeben werden, dass im Kreis Ahrweiler erforscht wird, wie man die Energiewende und den Einsatz erneuerbarer Energien vorantreiben könne. „Damit hätte man zum Beispiel problemlos das Schwimmbad in Adenau retten können“, ärgert sich auch Kreistagsmitglied Katja Kerschgens aus Adenau.

„Das Forschungsprojekt ist eine Bankrotterklärung der Politik, die es nicht schafft, eine vernünftige Energiepolitik mit Augenmaß zu betreiben“, begründet van Bebber seine Ablehnung. Statt den Ausbau der Windenergie in geordnete Bahnen zu lenken, habe die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) einen Zustand landesplanerischer Anarchie geschaffen. Da sie nicht einmal versucht habe, den Ausbau der erneuerbaren Energien planerisch zu gestalten, drohe Rheinland-Pfalz nun ein regelrechtes Windradchaos und eine unsägliche Verspargelung der Landschaft.


Kreis betreibt eine irrationale Politik


Auch der Kreis betreibe eine irrationale Politik. „Das Ziel, bis 2030 im Kreis Ahrweiler vollständig aus erneuerbaren Energien zu versorgen, ist nicht erreichbar. Dieser Wahrheit sollten wir uns stellen. Ideologie und selbst gut gemeinter Idealismus reichen nicht“, erklärt van Bebber. Der Kreis habe weder die Instrumente noch die Zuständigkeit, die Energieerzeugung festzulegen. 100 Prozent aus erneuerbaren Energien würden außerdem dazu führen, dass der Kreis komplett mit Windrädern verspargelt wäre. „Das wäre das Ende für unsere Tourismusregion“, unterstützt die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Christina Steinheuer.

Es sei schon absurd, dass nun zusätzlich zu der vom Land eingerichteten Energieagentur und ihren Beratern jetzt noch 5,2 Millionen Euro an Steuergelder zusätzlich ausgegeben werden sollen, „um das Versagen der Politik zu untersuchen.“ Besser wäre es, die Politik endlich umzustellen, anstatt immer wieder neue Runde Tische zu fordern oder einzurichten.

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Kommentare
Jürgen Müller:
Der Bitte/Forderung von Anwohnern/Herrn Altmaier ist seitens der STADT zu folgen, die bisher KEINE Weitsicht und Kompetenz gezeigt hat - im Gegenteil.Die Reaktion von Herrn Langner ist mehr als bedenklich und kindergartenmässig.Die Auswüchse von alkohol- und feierwütigen Unbelehrbaren in Coronazeiten hat er NICHT im Griff - auch NICHT seine offensichtliche Eitelkeit und Reaktion auf berechtigte Kritik.
Gabriele Friedrich:
Alkoholverbot in der Öffentlichkeit, ob mit oder ohne Corona. Was in anderen Ländern hervorragend funktioniert, scheint in Deutschland unmöglich. Auch die Pizza-Esserei auf der Straße, da braucht man sich nur einmal die städtischen Müllkörbe anzusehen. Wann raffen die Politiker endlich mal, das sie sich auch unbeliebt machen dürfen, wenn es Sinn macht. Keine Chance den Alkoholikern und so schützt man auch Jugendliche, die ohnehin schon zu viel "saufen" Wenn der OB sich beschwert, soll er halt seine Arbeit machen und zwar so, wie die Wähler das wollen.
Jean Seligmann:
Verbote, Verbote und nochmals Verbote, könnt ihr nichts anderes mehr? Es ist doch klar Erkennbar das die Menschen diese immer mehr unterlaufen, lt. einer Studie haben sich 2/3 der Menschen in Deutschland nicht an die Corona-Verbote gehalten! Es geht auch anders, schaut euch Schweden an, sinkende Infektionszahlen! Und das ohne Panik schüren, Verbote, Strafe, hier wurden ganz wenige Maßnahmen ergriffen, die Freiheit der Menschen wurde nicht eingeschränkt!
Gabriele Friedrich:
Bei der AfD ist es eben schwierig die Leute auszusortieren, die rechtes Gedankengut haben. Ich finde auch, das man nicht generell alles ablehnen sollte, was von dieser Partei kommt. Lieber wäre mir, es würde sie gar nicht erst geben. Zu verdanken haben wir das der versagenden Bundespolitik und auch Landespolitik. [ Zitat] Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung [ Zitat Ende] "Das" können Sie auch ganz normal in Arztpraxen, Krankenkassen, öffentliche Stellen, auf der Straße und eigentlich überall erleben, wo Menschen sich begegnen. Ganz normale Deutsche diffamieren andere Deutsche, nur weil sie sich gegen etwas wehren, etwas einfordern wollen oder einfach nur freundlich behandelt werden wollen. Auch wer eine "andere" Meinung hat, wird verbal niedergetrampelt oder verächtlich gemacht. Deutschland ist nicht unbedingt mehr das Vorbild für andere. Die Menschen haben noch niemals aus der Vergangenheit gelernt, die Fehler geschehen immer in der Gegenwart!
Jean Seligmann:
"auf allen Ebenen der kommunalen politischen Arbeit Anträge der AfD abzulehnen, wurde dabei einstimmig beschlossen." So sieht das demokratische Verständnis der anderen Parteien also aus, INTOLERANT wäre noch geschmeichelt, hier werden Menschen diskriminiert ob ihrer politischen Ansicht, obwohl diese durch Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz im Grunde ausgeschlossen sein sollte. Aber soviel Verständnis für Andersdenkende darf von den anderen Parteien und im besonderen von GRÜNEN nicht erwartet werden! Wo die Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung von anderen Menschen hinführt, dass hat uns die Geschichte hinlänglich gelehrt!
juergen mueller:
Dieser sogenannte "Handlungsbedarf" wurde über JAHRE ignoriert. Jetzt, wo die Kacke am Dampfen ist, wird man munter. Dieses plötzliche Umdenken ist das was Politik ausmacht - erst dann, wenn die Öffentlichkeit auf etwas aufmerksam macht, was über Jahre vernachlässigt wurde, (vermeintlich) aktiv werden. Man sucht sich halt zu seinem persönlichen Vorteil das aus, was eben zur eigenen Profilierung gerade passt. Widerlich und anbiedernd.
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