Die Brohler Prinzengarde holte sich erneut den Titel bei der 10er-Kanu-Regatta im Hafen
Der Titelverteidiger wankte, aber er fiel nicht
Brohl. „Was hat das Doping mit klaren und trüben Naturprodukten in der Pause gebracht?“ Die Frage von Peter Mannheim, im normalen Sportlerleben Trainer der Kanuspezialisten des VfL Brohl, am Sonntag aber Moderator des siebten 10er-Kanadier-Rennens für Hobbymannschaften im Brohler Hafen, war mit einem furiosen Endspurt im Finallauf schnell beantwortet: Die Prinzengarde - im Vorlauf über 1.000 Meter noch der Kombination aus dem Stammtisch die „Hühmännchen“ und Freiwilliger Feuerwehr unterlegen - distanzierte den gleichen Gegner und sicherte sich zum vierten Mal in Folge den Titel.
Gut 300 Zuschauer waren es, die im Hafen die packenden Duelle der Hobbypaddler verfolgten und dabei auch feststellen konnten, dass nicht nur das angesprochene Doping ausschlaggebend für den erneuten Erfolg der Prinzengarde war. Denn im Gegensatz zum ersten Lauf war ihr Boot nun auch besser ausbalanciert. Im Vorlauf lag ihr Boot - mit eindeutig zu gewichtigen personellen Elementen an Bord - zu tief im Wasser und war an der Wende kaum zu bremsen. Hier verloren die Gardisten die entscheidenden Sekunden und durften sich das Heck der „Hühmännchen-SG“ anschauen, die das Ziel in Rekordzeit von 5.03 Minuten erreichten. Aber auch genau an der Wendeboje stellten die Titelverteidiger dann im verkürzten Finale (800 Meter) die Weichen zum Erfolg, paddelten innen an ihrem Gegner vorbei und ließen die Paddler-Kombination im jetzt prima ausgewogenen Boot förmlich stehen.
Ähnlich überlegen wie die Garde waren bei den Damen die Lauffrauen aus Brohl mit Quotenmann Josef Hommen als Steuermann. Sie distanzierten die Lauffrauen aus Burgbrohl in 5.42 Minuten deutlich um 13 Sekunden und erreichten das Ziel mit 18 Sekunden Vorsprung vor den Prinzengarde-Frauen.
13 Teams paddelten um den Titel
Insgesamt waren es in diesem Jahr nur 13 Teams, die in Brohl an den Start gingen. Nach 25 teilnehmenden Mannschaften im Vorjahr natürlich ein etwas enttäuschendes Meldeergebnis für Edmund Hommen, den Wettkampfleiter dieser Veranstaltung, der außerdem mehr als 33 Jahre die Geschicke des Vereins leitet. Hommen warf aufgrund der geringen Starterzahl alles in einen Topf, entschied bei den Frauen auf eine Wertung im Zeitvergleich nach je einem Rennen, verlangte jedoch von den Männern eine Zugabe. Die führte dann die beiden zeitschwächsten Teams im Kampf um den Titel des „Lucky-Loosers“ zusammen, den die Firma Michiels vor der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft gewann. Den dritten Platz paddelten dann vor dem abschließenden Finale der Drittschnellste, die Firma Lessenich, und die Viertschnellsten, die reitenden Paddler vom Margaretenhof in Bad Breisig aus. Hier siegte die Firma Lessenich mit einer halben Bootslänge Vorsprung und erreichte den Platz auf dem Siegertreppchen.
Alle hatten ihren Spaß
Es waren spannende Wettbewerbe und alle, sowohl die Hobbysportler aus auch die Zuschauer hatten ihren Spaß. Dennoch warf Edmund Hommen die Frage nach der doch etwas enttäuschenden Teilnehmerzahl auf: „Im Vorjahr waren hier 25 Teams am Start.
Da waren auch Vertretungen der Nachbarvereine anwesend, sodass wir getrennte Wertungen zwischen Profis und Amateuren vornehmen mussten, um die Chancengleichheit zu wahren. Schade, dass die heute fehlten. Da werden wir mal nachforschen. Vielleicht war auch der Zeitpunkt so kurz nach den Ferien ungünstig.“
Glück hatten die Ausrichter bei diesem siebten Wettbewerb allerdings mit dem Wetter: Regen war angesagt. - was sich dann als Falschmeldung herausstellte. Und so konnte Hommen ganz ruhig den letzten Wettkämpfen entgegen sehen und dabei einen Einblick in die Entstehung dieser Regatta im Brohler Hafen geben. Hommen: „Entstanden ist dieser Wettkampf aus einer Wanderfahrt mit Ziel hier in Brohl. Daraus entwickelte sich 2006 die Idee, etwas für die Breite anzubieten und unseren Sport mit einer Gaudi für alle zu verbinden. Im letzten Jahr sind wir mit 25 Teilnehmern fast an unsere Grenzen gestoßen, in diesem Jahr ist es dagegen etwas dünn. Mal sehen - wir jedenfalls sind auch mit unserem zweiten, ganz neuen Boot, bestens gerüstet für die Regatta im kommenden Jahr - auch mit einer größeren Teilnehmerzahl.
Und dann wiederum mit der Prinzengarde als Titelverteidiger - der in diesem Jahr zwar erstmals leicht wankte, aber dann, als es darauf ankam, nicht fiel
.
