Allgemeine Berichte | 12.05.2013

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke zur Energiewende bei der FEHR-Jahrestagung

Die Elektro-Innungen sind die Säulen der Wirtschaft

Eine unterhaltsame Einlage gab der französische Koch, der sogar die „Ode an die Freude“ auf Bratpfannen intonieren konnte. AB

Kreisstadt. Zu mehr als 250 Experten zu sprechen, die alle wussten, wovon die Ministerin redete, ist auch für die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke nicht ganz einfach. „Energiewende“ war das Thema, zu dem die Grünenpolitikerin natürlich alles zu sagen weiß. Doch neben Applaus erntete die Bad Bodendorferin von den Mitgliedern des FEHR-Fachverbandes auch einige kritische Blicke und Worte. So ganz in rosarot sahen die Meister des Elekronikerhandwerks den Umstieg auf erneuerbare Energien nicht, auch wenn in dieser Branche zwischenzeitlich 382.000 Beschäftigte in Brot und Arbeit stehen. Vor allem den Fachkräftemangel in diesem innovativen und technisch interessanten Handwerk beklagte der Präsident des Fachverbandes Elektro- und Informationstechnik Hessen/Rheinland-Pfalz , Rainer Übel bei der Jahrestagung im kreisstädtischen Dorint-Hotel. Nach fünf Jahren intensiver Verbandsarbeit trat er nicht mehr zur Wiederwahl um das Amt des Präsidenten an. Sein Dank galt aber dem Obermeister der Innung des Kreises Ahrweiler, Manfred Krupp, der die Tagung nach Bad Neuenahr-Ahrweiler geholt hatte. Der Kreisbeigeordnete Horst Gies fand für seine Rede den richtigen Einstieg mit den Worten: „Das Handwerk ist so alt wie die Steinzeit und gleichzeitig so jung wie die Technologie von morgen. Es ist ein moderner, innovativer und kreativer Wirtschaftsbereich, ja sogar der vielseitigste Wirtschaftsbereich in Rheinland-Pfalz wie auch bei uns im Kreis Ahrweiler. Es bildet eine Symbiose aus Tradition, bewährter Qualität und moderner Hightech.“ Insbesondere in ihrem Tätigkeitsfeld,“ galt sein Dank den Mitgliedern der 44 Innungen, „waren und sind die Handwerksbetriebe schon immer innovativ, kreativ und zukunftsorientiert. Modernste Technologien und Anwendungsverfahren sind hier längst Standard und werden stetig dem sich immer fortentwickelnden Anforderungsprozess angepasst,“ hörten die mehr als 250 Gäste aus Politik, Handwerk und Industrie. Die Bedeutung des Handwerk, auch für den Kreis Ahrweiler, zeichnete der Landtagsabgeordnete auch in Zahlen auf: „Mit überwiegend kleinen und mittleren Betrieben bildet das Handwerk insgesamt das Kernstück der deutschen Wirtschaft. Etwa eine Million Betriebe sind in die Handwerksrollen und das Verzeichnis des handwerksähnlichen Gewerbes eingetragen und beschäftigen mit etwa fünf Millionen Menschen rund 13 Prozent aller Erwerbstätigen in der Bundesrepublik Deutschland,“ sagte Gies. Im Kreis Ahrweiler ist das Handwerk und hier insbesondere die Elektro- und Informationstechnik ein wichtiges Standbein der regionalen Wirtschaft. Die Elektro-Innung Ahrweiler hat stolze 46 Mitgliedsbetriebe vorzuweisen. Ganz praktisch lobte der Kreisbeigeordnete die Tätigkeit der Handwerker, die häufig genug „Feuerwehr in den Haushalten“ spielen müssen: „Ohne Sie würde die Bereitung des morgendlichen Kaffee noch auf der Feuerstelle erfolgen müssen, Radio und Fernseher wären kühne Fantasien der Zukunft. An die Nutzung eines Computers oder des Internetzes wäre gar nicht erst zu denken.“ Zwischenzeitlich ließen sich ganze Häuser von unterwegs via „Smart - Phone“ steuern, die Fenster und Jalousien würden durch einfaches anklicken geöffnet und geschlossen, es erfolge eine automatisierte, elektronische Steuerung von Heizsystemen in Abhängigkeit der Sonneneinstrahlung, Haushaltshelfer wie Spül- und Waschmaschine arbeiteten ebenfalls noch vorheriger Programmierung und begriffen selbstständig, welchen Verschmutzungsgrad Geschirr oder Kleidung hätten“, verwies Gies auf Dinge, die keine Zukunftsmusik mehr sind. Anders so die Wirtschaftsministerin. Eveline Lemke. Sie sprach zwar von der Energiewende, die seit 30 Jahren andauere, doch sie schaute auch in Gegenwart und Zukunft. Auf 25 Prozent der Abnahme habe man zwischenzeitlich die regenerativen Energien steigern können. Weitere fünf Prozent im Jahr hat die Ministerin im Auge. Bis zum Jahre 2020 will Rheinland-Pfalz die 100 Prozent erreicht haben, sagte die Ministerin. Auch war sich Lemke sicher, dass es hierzulande möglich sei, ebenso viel Windenergie zu erwirtschaften, „wie an der Nordsee“. Auch für die kommunalen Kassen könne das einen Gewinn bringen, der sich sehen lassen könne. Lemke kritisierte allerdings auch, dass für die Gewinnung der Solarenergie, „die Mittel durch den Bund gekürzt worden sind“. Dieses könne sich ja aber auch ändern, machte die Ministerin einen Ausflug in Richtung Bundestagswahlkampf. Die Gründung der „Energieagentur“ in Rheinland-Pfalz sah Lemke als wichtigen Schritt bei der Energiewende an. Sie forderte die Handwerker auf, diese Beratungsstelle rege zu nutzen. Auch das Land bemühe sich, junge Menschen aus Spanien und Frankreich für eine Ausbildung in Deutschland zu gewinnen, sagte Lemke zum Thema Nachwuchssorgen. Gemeinsam könne man so vielleicht einen kleinen Schritt in Richtung Fachkräftezuwachs gehen. „Wir, die Fachbetriebe, tragen tagtäglich zur Umsetzung der Energiewende bei“, betonte dann auch Rainer Übel. FEHR wolle zum Erfolg beitragen,“ versprach er der Ministerin. Zum neuen Präsidenten des Fachverbandes wurde der bisherige Vizepräsident und Obermeister der Rhein-Mosel Innung Christoph Hansen gewählt.

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke schwor die Mitglieder des FEHR-Fachverbandes im Dorint-Hotel auf die Energiewende ein.

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke schwor die Mitglieder des FEHR-Fachverbandes im Dorint-Hotel auf die Energiewende ein.

Eine unterhaltsame Einlage gab der französische Koch, der sogar die „Ode an die Freude“ auf Bratpfannen intonieren konnte.Fotos: AB

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