Allgemeine Berichte | 22.03.2013

Weitere Schulpatenschaft im Kreis Ahrweiler

Die Jugend hat alle Chancen

Vertreter von Schulen und Wirtschaft bekräftigten ihren Willen zur Nachwuchsförderung

Hans-Werner Rieck und Peter Jansen (sitzend, v. l.) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. FIX

Kreis Ahrweiler. „Wir sind im Kreis Ahrweiler fast in einer exotischen Lage“, formulierte der Gechäftsführer des mittelständischen Unternehmens P. A. Jansen, Peter Jansen, aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Chef über 75 Mitarbeiter in dem 135 Jahre alten Familienunternehmen weiß, wovon er spricht, wenn er sagt: „Das Ausbildungsangebot übersteigt bei weitem die Nachfrage in unserem von mittelständischen Betrieben geprägtem ländlichen Kreis.“ Acht Auszubildende gehen in der Firma, die jährlich einen 15-Millionen-Umsatz auf dem europäischen Maler-Handwerksmarkt macht, dem Berufswunsch Industriekaufmann oder -frau, Lacklaborant oder Industriechemiker nach. Anspruchsvolle Berufe, sagt der Unternehmer, die uns schon Ausschau halten lassen nach gutem Nachwuchs.

Und das gehen die Paten gemeinsam an. Kooperationspartner sind die Berufsbildende Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler (BBS), die Volksbank Rhein-Ahr-Eifel, das Seehotel Maria Laach, der Getränkehersteller Rhodius, die Software-Schmiede Klaes und das Steigenberger Kurhotel. Jetzt setzten gemeinsam mit der Realschule Adenau, der Realschule plus in Remagen und der Industrie- und Handelskammer Koblenz (IHK) Peter Jansen und Schulleiter Hans-Werner Rieck ihre Unterschrift unter den Kooperationsvertrag. „Damit wollen wir verdeutlichen“, so Rieck, „wie wichtig uns die Nachwuchsförderung im Kreis Ahrweiler ist.“

Dass das Modell durchaus auf Gegenliebe beruht, machte Nadine Giejlo, Projektleiterin Schule Wirtschaft bei der IHK, deutlich: „Das Modell der Schulpatenschaften ist eine hervorragende Möglichkeit, sich frühzeitig die Nachwuchskräfte von morgen zu sichern.“ Im IHK-Bezirk Koblenz gebe es mittlerweile 335 Schulpatenschaften, sagte Giejlo. Den Unternehmen geht es dabei darum, dem Problem der Überalterung in der Gesellschaft Rechnung zu tragen, sie wollen den zu erwartenden Fachkräftemangen frühzeitig bekämpfen. Für die jungen Menschen an den Schulen heißt das, sich können sich frühzeitig einem Berufswunsch nähern, aber ihn auch bei Praktika schon einmal „ausprobieren“. „Wir haben im Kreis mehr als 100 Ausbildungsberufe, unter denen die jungen Menschen wählen können“, erläuterte Marcus Wald, stellvertretender Leiter der Remagener Realschule plus und Mitglied des Arbeitskreises Schule Wirtschaft. „Und das ist gar nicht so einfach“, weiß er aus Erfahrung. Praktika in den Betrieben seien zwar jetzt schon gang und gäbe, doch sollen in der Zukunft regelrechte Praxistage eingerichtet werden. Danach sind die Schüler ein Jahr lang in Betrieben und Schulen gleichermaßen unterwegs. Ein Tag in der Woche wird für die betriebliche Arbeit reserviert bleiben - Vorbereitung auf das Berufsleben. „Solche Schnupperkurse sind immens wichtig für die Schüler, die ihren Berufswunsch erproben können, aber auch für die Betriebe, die erfahren können, ob man zueinander passt“, erläuterte Hans-Werner Rieck. Im Übrigen, schmunzelte der Schulleiter, „können auch Lehrer an solchen Praktika teilnehmen.“ Keinen Hehl machte Marcus Wald daraus, dass er sich sehr wohl vorstellen könnte, dass gerade der Einstieg in den Beruf für „schulmüde Jugendliche“ genau das Richtige sein könnte, um zu Erfolgserlebnissen zu kommen.

Schulpatenschaften der Realschulen und der BBS gibt es ebenfalls mit der Kreishandwerkerschaft Ahrweiler. Denn knapp 10.000 Mitarbeiter sind im Kreis zurzeit im Handwerk beschäftigt, rund 750 davon sind Auszubildende. Jährlich werden im Kreis etwa 250 Ausbildungsplätze angeboten. Für die Nachwuchsarbeit setzen sich an Rhein und Ahr zahlreiche Firmen und Institutionen ein. Die IHK Koblenz weist hin: Betriebe und Schulen, die Interesse an einer noch engeren Zusammenarbeit haben, können sich bei Nadine Giejlo melden unter Tel. (02 61) 10 61 66 oder giejlo@koblenz.ihk.de.

Hans-Werner Rieck und Peter Jansen (sitzend, v. l.) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. Foto: FIX

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