Politik | 11.03.2013

Piratenpartei wählte ihren Direktkandidaten für die Bundestagswahl

Dr. Gernot Reipen von Piraten als Direktkandidat nominiert

Der 58-jährige Diplombiologe aus Glees setzte sich gegen vier Mitbewerber im ersten Wahlgang durch

Dr. Gernot Reipen wurde zumDirektkandidat der Piraten im Wahlkreis 199 gewählt Fix

Bad Neuenahr. Die Partei „Die Piraten“ nominierte am Wochenende den Diplom-Biologen Dr. Gernot Reipen zu ihrem Direktkandidaten für den Wahlkreis 199 bei der bevorstehenden Bundestagswahl am 22. September. Der 58-jährige Gleeser setzte sich bei der Aufstellungsversammlung im Hotel Krupp in Bad Neuenahr gegen vier Mitbewerber im ersten Wahlgang knapp durch.

Unter der Leitung des Spitzenkandidaten auf der Landesliste, des 19-jährigen Abiturienten Vincent Thenhart, sowie des Schatzmeisters des Landesverbandes, Lars Matti, beide aus Neustadt/Weinstraße, suchten ein gutes Dutzend Parteimitglieder aus dem Wahlkreis Ahrweiler nach ihrer Gallionsfigur. Im kleinen Saal „Grafschaft“ des Hotels Krupp wurden dabei einige Klischees bestätigt, die die noch junge Partei umwehen. Die Tische waren randvoll mit technischem Equipment wie Laptops, Tablet-Computern, Druckern und Beamern, dafür suchte man vergeblich nach Anzugträgern unter den Piraten, von denen es insgesamt genau 50 im Wahlkreis gibt. Ein Piraten-Kreisverband existiert derzeit noch nicht, er soll aber in den nächsten Wochen gegründet werden, hieß es. Bislang trifft man sich regelmäßig jeden ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr im Hotel Krupp in Bad Neuenahr zum „Piraten-Stammtisch“.

Alles genau nach Vorschrift

Erstaunlicherweise verlief die Versammlung so wohlgeordnet wie in fast keiner anderen Partei, jedes Detail wurde genau nach Vorschrift abgehandelt, um ja keine Formfehler zu begehen. Darüber wachte auch noch der Politische Geschäftsführer der Landespartei, Ingo Höft (Frankenthal).

Die fünf Kandidaten hatte jeweils exakt zehn Minuten Zeit, sich vorzustellen, sowie zwei Minuten für anschließende Fragen der Parteimitglieder. Dr. Ivo Dubiel (Burgbrohl) stellte sich als Alt-68er mit „Berufsverbot“ vor, der nach Volks- und Betriebswirtschaftsstudium samt Promotion 35 Jahre für Entwicklungshilfeprojekte in Lateinamerika gearbeitet habe, und für den die Kritik an der Freien Marktwirtschaft sowie die Streichung von Copyright und Patentrechten die Hauptthemen seien. BIMA-Angestellter Matthias Rudolph (Remagen) war 20 Jahre in der Berliner CDU aktiv und versucht nun nach seinem Umzug nach Remagen, hier in der politischen Szene bei der Piraten Fuß zu fassen, weil die Remagener CDU ihn nicht wollte. Taxifahrer Benedikt Steinhoff (Altenahr) wollte seine persönliche Bekanntheit im Kreis für das Erreichen der Fünf-Prozent-Hürde nutzen und mahnte die Medien, die Piraten nicht kaputtzuschrieben. Webmaster Hans-Jürgen Toek (Adenau) berichtete, er habe 1996 das ein Internet-Café in Troisdorf eröffnet, sei leider in Adenau mit dem Bau eines Hostels für Motorradfahrer gerade pleite gegangen und wolle steuerliche Gerechtigkeit schaffen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von 1200 für jeden Bundesbürger bei gleichzeitiger Festschreibung des Steuersatzes auf 40 Prozent ohne jedes „Schlupfloch“.

Mehrheit für den „Sozialpiraten“

Letztlich überzeugte aber Dr. Gernot Reipen aus Glees die Mehrheit der Stimmberechtigten schon im ersten Wahlgang, da der 58-jährige für die Piraten politisch schon sehr aktiv ist und sich vor allem bei den „Sozialpiraten“ engagiert. Dort habe er unter anderem das „Koblenzer Modell einer Existenzsicherung für Kinder und Jugendliche, Erwerbslose und ältere Menschen“ mitentwickelt, das derzeit in der Bundespartei diskutiert werde. Er sei zudem bereits Koordinator einer Arbeitsgruppe auf Bundesebene, die eine Infobroschüre zum „Bedingungslosen Grundeinkommen“ erarbeite und unterstütze auch die Einführung der Parallelwährung „Bonner Blüten“ in der Bundesstadt. Ein weiteres Thema für ihn ist die nachhaltige Agrarwirtschaft im urbanen Raum.

Dr. Gernot Reipen wurde zum Direktkandidat der Piraten im Wahlkreis 199 gewählt Foto: Fix

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