Drei Vorbilder außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagements für die Gemeinschaft ausgezeichnet
Engagierte Baumeister der Gesellschaft
Kreis Ahrweiler. Orden und Auszeichnungen sind der bescheidene Dank des demokratischen Staates für herausragende persönliche Leistungen besonders im ehrenamtlichen Bereich, sagte jetzt im Kreishaus im Rahmen einer Feierstunde die rheinland-pfälzische Staatssekretärin Beate Reich. Anlass war die Ehrung und Auszeichnung von Gisela Halfen aus Grafschaft-Holzweiler mit der Bundesverdienstmedaille, Elmar Mario aus Burgbrohl mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz und Peter Nett aus Adenau mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz. „Ohne Ihr Vorbild und Ihre Bereitschaft zu außergewöhnlichem ehrenamtlichem Engagement wäre unserer Gemeinschaft insgesamt um vieles ärmer“, so Beate Reich. Sie sind engagierte Menschen als Baumeister der Gegenwart und der Zukunft, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler.
Über Jahre hinweg haben sie ihre freie Zeit, ihre Kraft und ihre persönlichen Fähigkeiten in den verschiedensten Bereichen zum Wohl der Allgemeinheit eingesetzt. Damit tragen sie auch zur Verbesserung der Lebensqualität im Land und der Region bei, so Pföhler weiter. Beate Reich schilderte in ihrer Laudatio für die Drei deren Leistungen.
Gisela Halfen
Bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2010 war Gisela Halfen als Grund- und Hauptschullehrerin tätig. Grund für die hohe Auszeichnung war, dass sie seit Jahrzehnten ehrenamtlich tätig ist und das in mehreren gesellschaftlichen und sozialen Bereichen. Und hier zum Teil in hervorgehobener Verantwortung. Ihr ehrenamtliches Engagement begann 1977. Sie war Gründungsmitglied von „Petras Lädchen“, einem von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen ehrenamtlich geführten Secondhand-Laden für gebrauchte, aber noch gut erhaltene Kleidung. Bisher konnten 450 000 Euro erwirtschaftet und dadurch verschiedene soziale Projekte und Institutionen unterstützt werden. In Anerkennung der besonderen Verdienste um die sozialen Belange der Bürger wurde Petras Lädchen im Jahr 2011 mit der Ehrenplakette, eine der höchsten Auszeichnungen des Kreises Ahrweiler, geehrt. Im Jahr 1988 gründeten Gisela Halfen, motiviert durch die Erkrankung einer Freundin, die Selbsthilfegruppe für Multiple-Sklerose-Kranke und ihre Freunde e.V. mit Sitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit der Gründung ist sie Vorsitzende des Vereins. Sie organisiert ein monatliches Treffen und steht dem Verein mit Rat und Tat stets zur Seite, so Beate Reich. Ihr Einsatz für die Belange des Gemeinwohls zeigt sich auch im schulischen Bereich. Hier war es allein ihrer Bereitschaft zu verdanken, dass bereits im Jahr 1999 - also zu einer Zeit, als die Schule noch nicht als Integrationsschule ausgestattet und der gemeinsame Unterricht noch nicht verpflichtend war, ein an Spina bifida erkranktes Kind in ihrer Klasse mit unterrichtet wurde. „Sie haben den Grundstock dafür gelegt, dass dieser Schüler heute das Abitur hat“, stellte die Staatssekretärin heraus. Über den Ruhestand hinaus ist sie mit ihrer ehemaligen Schule bis heute verbunden. Sie gibt Kurse in Autogenem Training oder Biologie, sie betreut den Schulgarten und ist auch sonst zur Stelle, wenn Not am Mann oder der Frau ist. Ihr jüngstes Projekt ist die „Musical- und Theatergruppe für Kinder und Jugendliche“ in Bonn-Alfter, die sie im Jahr 2011 mitbegründet hat und seitdem aktiv unterstützt. Für besonderes ehrenamtliches Engagement ehrte Beate Reich auch zwei Herren: Elmar Marino aus Burgbrohl und Franz-Peter Nett aus Adenau. Und schilderte ihr Wirken.
Elmar Marino
Elmar Marino wurde in Niederoberweiler geboren und hat den Beruf des Industriekaufmanns erlernt. Heute lebt er in Burgbrohl und ist Verkaufsleiter der Firma Rhodius und europaweit für den Verkauf der Präzisions-Schleifwerkzeuge verantwortlich. Seit Jahrzehnten setzt er sich in vor bildlicher Weise für die Interessen verschiedenere Vereine im Kreis Ahrweiler ein, zehn Jahre war er im Vorstand des Junggesellenvereins Niederoberweiler e.V. tätig und hatte fünf Jahre das Amt des Vorsitzenden inne. Über drei Jahrzehnte war er im Vorstand der „Alte-Herren-Fußballabteilung“ des TuS Niederoberweiler aktiv. Rund 25 Jahre hat er sich als Vorsitzender des Vereins engagiert. Für seine besonderen Leistungen im Bereich der Sportführung hat er im Jahr 2008 die Sportmedaille der Verbandsgemeinde Brohltal erhalten. Darüber hinaus ist er seit 2008 im Vorstand des Fördervereins Brohltalklinik St. Josef in Burgbrohl engagiert. Dieser Verein wurde 1994 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, die Klinik und ihr Konzept der geriatrischen Rehabilitation bekannter zu machen.
Nicht zuletzt sprach sie auch Elmar Marino langjähriges kommunalpolitisches Engagement an. Mehr als 20 Jahre hat er sich in herausragender Weise als Ratsmitglied und Fraktionssprecher für das Wohl der Bürger eingesetzt. „Sie haben sich, durch ihr vielfältiges Wirken für Ihren Heimatort Burgbrohl verdient gemacht“, anerkannte Beate Reich.
Peter Nett
Nun kam sie in ihrer Laudatio zu Peter Nett. Er ist selbstständiger Kaufmann. „Wer kennt nicht „Schuh Nett“ in der Hauptstraße in Adenau, fragte sie rhetorisch. Als Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Gewerbevereins e.V. hat er eine Reihe wichtiger, das öffentliche Leben in Adenau bis heute prägende Veranstaltungen ins Leben gerufen. Heute ist er Ehrenvorsitzender des Gewerbevereins. Beispielhaft nannte Beate Reich: Den Frühlingsmarkt, die verkaufsoffenen Sonntage im Rahmen des Heimatfestes und des Martinsmarkts oder den „Adenauer Land-Taler“, der eine Stunde kostenloses Parken für einkaufenden Kunden erlaubt Für die Verdienste rund um Kultur und Wirtschaft der Region wurde der Verein im Jahr 2011 mit der Ehrenplakette, eine der höchsten Auszeichnungen des Kreises Ahrweiler, geehrt. Peter Nett hat sich für den Erhalt der Geburtshilfe im Adenauer Krankenhaus eingesetzt und den ersten Adenauer Racing Day veranstaltet. Auch kommunalpolitisch hat er sich in herausragender Weise engagiert. Seit fast 14 Jahren ist er Mitglied des Stadtrates Adenau und fünf Jahre war er im Verbandsgemeinderat Adenau aktiv. Seit 2011 ist er ehrenamtlicher Beigeordneter und wurden in diesem Jahr zum Ersten Beigeordneten der Stadt gewählt. In hervorragender Weise hat er zudem verschiedene Adenauer Vereine besonders unterstützt, so den Turn- und Wintersportverein Adenau/Eifel. Er ist seit 55 Jahren Mitglied des Vereins, Gründungsmitglied der Tennisabteilung und war über zehn Jahre im Vorstand tätig. Im Karneval ist er seit vier Jahrzehnten aktiv und hat die selten verliehene Verdienstmedaille in Gold erhalten. Viel vorgenommen hatte er sich, mit Unterstützung der vielen weiteren ehrenamtlich Tätigen, mit der Gestaltung des Zweiten Adenauer Stationenwegs seit 2011 bis zur großen Feier im April dieses Jahres. In den Dank an die Ausgezeichneten schloss Beate Reich auch die Mitstreiter mit ein.
Gisela Halfen aus Grafschaft-Holzweiler nahm die Bundesverdienstmedaille von Beate Reich und Landrat Dr. Jürgen Pföhler entgegen.
