Sozialpolitische Standortbestimmung beim Jahresabschluss des VdK Bad Breisig
„Es ist längst nicht alles Gold, was glänzt“
Bad Breisig. „Auf der einen Seite eine so niedrige Zahl von Arbeitslosen in Deutschland, dass so mancher Politiker schon von Vollbeschäftigung spricht.
Andererseits eine Infrastruktur, die fassungslos macht: von Schlaglöchern übersäte Straßen, abbruchreife Schulen, eine beschämende Situation in der Pflege, steigende Altersarmut, eine in weiten Teilen unterfinanzierte Forschung, im Ranking der Digitalisierung auf dem Niveau eines Entwicklungslandes, ein Rententopf, den Politiker als so eine Art von Selbstbedienungsladen missbrauchen.“ Dieses Szenario zeichnete VdK-Ortsverbandsvorsitzender Jürgen Sieler, als er etwa 50 Mitglieder des Sozialverbandes zum traditionellen Jahresabschluss begrüßte.
Wenn Mitglieder eines Verbandes zusammenkommen, der soziale Gerechtigkeit für alle einfordert und dies, wenn erforderlich, auch vor Gericht durchzusetzen versucht, dann wird sich nicht nur an Speis und Trank erfreut, sondern gleichfalls eine Art sozialpolitische Bilanz gezogen. Und die weist für das Jahr 2018 durchaus Fortschritte aus, die sich etwa bei der Mütterrente festmachen lassen.
Jedoch überwiegt die Benachteiligung großer Teile der Bevölkerung, so der VdK-Ortsvorsitzende. In einem wirtschaftlich so hoch entwickelten Land wie Deutschland müssten Fehlentwicklungen wie Kinderarmut und der hohe Prozentsatz an prekären Beschäftigungsverhältnissen weitaus entschiedener bekämpft werden als bisher. Die Regierung lasse es nahezu unverrichteter Dinge zu, dass der Riss durch die Gesellschaft immer tiefer wird. In Deutschland sei „längst nicht alles Gold, was glänzt“.
Von Erfolgen berichtete Kreisvorsitzender Heinz-Wilhelm Schaumann. Beruhigend seine Nachricht, dass der Kreisverband mit seinen über 6000 Mitgliedern finanziell gesehen wieder auf einem soliden Fundament steht. Auch in der Kreispolitik meldet sich der Verband oftmals kräftig zu Wort, etwa bei der Einführung eines neuen Systems für die Müllabfuhr. Während dieser heiter-besinnlichen und genauso nachdenklichen Jahresabschlussfeier zeichnete Schaumann stellvertretend für die insgesamt zwölf Mitglieder, die seit zehn oder 20 Jahren VdK-Mitglied sind, Jutta Müller und Marita Schlichting-Wrigge, beide aus Gönnersdorf, sowie Gisela Walther aus Bad Breisig für deren zehnjährige Treue zum VdK mit Anstecknadel nebst Urkunde aus. Dass der Ortsverband Bad Breisig zurzeit 342 Mitglieder mit weiter steigender Tendenz hat, führte Jürgen Sieler vor allem auf die weitverbreitete soziale Unsicherheit zurück.
Eine große Zahl der Betroffenen würde Hilfe beim VdK suchen und finden. Die Schere zwischen arm und reich gehe immer weiter auseinander. Das sei ein gesamtgesellschaftliches Problem, dem die Politik bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit widme.
Dass beim VdK der Quellenstadt zum Jahresausklang nicht allein Speis und Trank auf den Tisch kommen, sondern genauso eine Art sozialpolitischer Standortbestimmung zum Programm gehört, das hat mittlerweile Tradition.
Pressemitteilung des
VdK Bad Breisig
