Politik | 11.06.2015, 15:22 Uhr

Tourismus am Mittelrhein:

Es muss ein Ruck durchs Tal gehen

Koblenz. Viel Kritik regt sich derzeit über den „Zustand“ der Welterberegion Mittelrheintal. Mit Blick auf das touristische Potenzial des Loreley-Tals appelliert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz in diesem Kontext auch an Politik und Verwaltung, die Weiterentwicklung der Region kräftiger zu unterstützen. „Sicherlich sind auch die Gastronomen und andere touristische Anbieter gefordert, in die Zukunft zu investieren“, sagt Manfred Sattler, Präsident der IHK Koblenz. „Kommunal- wie Landespolitik müssen aber ebenfalls ihre Anstrengungen intensivieren.“ Es brauche deutlich mehr Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, etwa den öffentlichen Personennahverkehr oder den kommunalen Kulturbetrieb. Auch der Bahnlärm müsse dringend reduziert werden. Hierzu setzt sich die IHK Koblenz schon längere Zeit für verpflichtende technische Vorgaben für Züge und neue Tunnellösungen ein. Nicht zuletzt sei auch eine bessere übergreifende Zusammenarbeit als Tourismusregion dringend geboten. „Nur durch eine intensive Zusammenarbeit gelingt es, überregional wahrnehmbar zu sein und neue Gäste mit attraktiven Angeboten an den Mittelrhein zu locken“, so Sattler. „Das Potenzial dazu ist da, da dürften sich alle Akteure einig sein!“ Sattler weiter: „Am Mittelrhein gibt es viele gute, traditionelle Gaststätten und Angebote, aber ebenso auch innovative Ideen und Konzepte. Was fehlt, ist ein Ruck, der durch das Tal geht.“ Dazu brauche es auch einen politischen Anstoß. „Ein Großprojekt wie die Mittelrheinbrücke oder auch eine Bundesgartenschau am Mittelrhein könnten der Region wichtige und vor allem nachhaltige Impulse geben“, sagt Sattler. Das 2013 von der Landesregierung gestartete Projekt „Masterplan Welterbe Oberes Mittelrheintal“ konnte dazu ebenso wenig beitragen wie die aktuelle Workshop-Reihe zum „Umsetzungskonzept zum Masterplan Welterbe Oberes Mittelrhein“. Aus dem Prozess ergaben sich kaum konkrete Maßnahmen, kritisiert die IHK Koblenz.

„Statt zeitintensiver Beteiligungs- und Kommunikationsprozesse zu immer kleinteiligeren Fragestellungen braucht das Mittelrheintal dringend politische Entscheidungen entsprechender Tragweite, die die Region voranbringen.“ Bestehende Probleme und Aufgaben seien dringend zu lösen - alle Beteiligten sollten nicht auf eine mögliche Bundesgartenschau 2031 warten, so Sattler. „Es muss so oder so investiert werden im Mittelrheintal“, fordert der IHK-Präsident. „Die Zeit drängt. Die herrliche Landschaft und ihre Menschen haben viel mehr zu bieten und viel mehr Beachtung verdient, als es aktuell der Fall ist.“

IHK Koblenz-

Pressemitteilung

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