Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern gewinnen das prestigeträchtige Derby gegen die DJK/MJC Trier mit 30:27 (13:16)
Evelien Grob weckt leicht lethargische Ladies
Koblenz. Lange Zeit liefen die Gastgeberinnen im Wiederholungsspiel des 29. Spieltags irgendwie der Musik hinterher. Als die stark ersatzgeschwächten Trierer Miezen nach 38 Minuten durch das 16:21 von Franziska Garcia Alemendaris erstmals auf fünf Tore davonzogen, konnten sie von ihrem ersten Sieg überhaupt in Koblenz träumen. In einer bis dahin sehr hektischen und von technischen Fehlern geprägten Partie war bis auf diese Hektik erstaunlich wenig Leben drin. Das Ganze mutete phasenweise eher an, wie ein gemütlicher Tanztee. Doch eben nur bis zur 38. Minute, denn dann betrat eine Akteurin die Bühne, die den Charakter der Partie komplett drehte.
„Licht aus, Spot an“; so hätte eventuell Hallensprecher Thomas Weber den „Star des Abends“ ankündigen können, wenn er hellseherische Fähigkeiten gehabt hätte. So aber „rockte“ ab da die schon früh für die diesmal blass gebliebene Branka Zec ins VL-Gehäuse gekommene Evelien Grob die Arena ohne Vorankündigung.
Das niederländische Nachwuchstalent, welches sich im Saisonverlauf immer mehr als echte Alternative zu Zec entwickelt hat, hauchte mit einer Glanzparade nach der anderen dem zuvor unkonzentrierten Spiel der Vulkan-Ladies Leben ein. Fünfmal in Folge zog sie den frei vor ihr auftauchenden Miezen die Krallen. Jungtalent Grob gab hinten den Ton an und vorne spielte mit der zur Pause gekommenen Eva Frank ein Routinier mit nun vier Treffern ein beherztes Solo. Über 19:21 fanden auch die Mitspielerinnen der Beiden nun zu ihrer Sicherheit zurück, unterstützt vom nun frenetisch mitgehenden Publikum. Als Koblenz/Weibern dann ein 19:22 dank weiterer Glanztaten von Grob zur ersten VL-Führung (23:22) überhaupt drehte, leitete dies die endgültige Wende ein. Plötzlich hatte der Auftritt der Mannschaft von Trainer Christoph Barthel etwas von Spielfreude und Leichtigkeit, während die Miezen wie gelähmt wirkten. Dabei hatten sie doch zuvor größtenteils alles im Griff gehabt. Schon vor der Pause lagen sie mit 12:8 vorne. Katrin Schneider, aktuell Zweitplatzierte in der Bundesliga-Torschützenliste, hatte schon siebenmal eingenetzt (18. Minute) als es VL-Trainer Barthel endgültig zu bunt wurde und er sie erfolgreich von Prudence Kinlend in Sonderbewachung nehmen ließ. „Vor dem Spiel haben wir uns gesagt, lasst die Schneider ruhig sieben, acht Tore werfen, solange wir ihre Nebenspielerinnen dann ausschalten. Das ist aber dann nicht aufgegangen und deshalb musste ich umstellen“, räumte Barthel ein.
Bereits vor der Pause lief es damit zunächst besser bei den Vulkan-Ladies, ehe ausgerechnet eine Verletzung von Triers Rechtsaußenspielerin Marta Pilmayer Koblenz stärker aus dem Tritt brachte, als ihre Mitspielerinnen. Pilmayer verdrehte sich bei einem Sprungwurf ohne Fremdeinwirkung das Knie dermaßen unglücklich, dass ihre Schmerzschreie selbst auf der Tribüne durch Mark und Bein gingen und sie mit Verdacht auf schwere Knieverletzung abtransportiert werden musste. Bei den Vulkan-Ladies trat dann wieder einmal die bekannte Schwäche im Überzahlspiel zu Tage, als sie durch Fahrlässigkeiten beim Torwurf nach dem 12:13 wieder auf drei Treffer zurückfielen. All das war aber vergessen, nachdem die Ladies ihrem Publikum mit fulminantem Schlussspurt doch noch emotionale Glücksmomente bescherten und den Sieg am Ende sicher in trockene Tücher brachten. „Die taktischen Umstellungen haben gefruchtet und Evelien hat ein großartiges Spiel gemacht. Nun wollen wir am Samstag im letzten Heimspiel gegen Bietigheim nachlegen, um den Spielerinnen, die uns verlassen, einen schönen Abschied zu bereiten und den Fans Lust auf die kommende Saison mit in die Sommerpause zu geben,“ meinte VL-Trainer Barthel nach Spielende.
Pressemitteilung der Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern
Lisa Schenk hebt ab und erzielt das 19:21.
