Kultur Pur - Fest für Integration und Verständigung beim 14. multikulturellen Musikfest in Bad Breisig
Fröhliche Brücken geschlagen mit Tänzen, Liedern und Reden
Bad Breisig. „Kultur Pur“ war das 14. multikulturelle Musikfest in den quellenstädtischen Rheinanlagen überschrieben, das von dem Beirat des Kreises Ahrweiler für Migration und Integration organisiert war. Schon der Auftakt des Begegnungsfestes gab ein positives Zeichen: Die Kinder des Kindergartens „Regenbogen“ zeigten in einem fröhlichen Singspiel auf:, was „Integration“ bedeutet. Ein Spiel, bei dem die Kleinsten schon auf den Weg der Integration gebracht werden. „Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die im Kindergarten anfängt und sich über Schulen und Jugend in städtischen Institutionen und Vereinen fortsetzt“, stellte Gabriele Hermann-Lersch als Vertreterin des Bürgermeisters fest. Der von der frühsommerlichen Sonne verwöhnte Nachmittag wurde das erhoffte fröhliche Treffen von Gruppierungen einer ganzen Reihe höchst unterschiedlicher Kulturen untereinander und mit den Bürgern aus Bad Breisig und der Nachbarschaft. Viel Gutes leistete dazu der Migrations - Beirat des Kreises. In ihm wirken ehrenamtliche Repräsentanten aus unterschiedlichen Nationalitäten. Asuan Bender aus Bad Neuenahr ist die auf fünf Jahre gewählte Vorsitzende, der ebenfalls in der Kreisstadt ansässige Murat Aslam ihr erster Stellvertreter. Er wirkte bei dem Treffen in Bad Breisig als eloquenter Moderator und Interviewer auf der Bühne und im Publikum. Es gibt im Beirat mit Maria Helena Fernandes Barreto aus Sinzig und Ali Tzinali aus Remagen noch zwei weitere Stellvertreter im Vorsitz, außerdem sieben gewählte Mitglieder: Grzim Arifi aus Bad Neuenahr - Ahrweiler, Ana Maria Baptista Tomé und Ali Erkoc aus Sinzig, Ali Osman Karga aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, Hakan Kömürcü aus Sinzig, Antonio Lopez Gonzalez aus Remagen und Günay Rascon Vicente aus Sinzig. Außerdem sind zwei Kreistagsmitglieder in den Beirat berufen: Der Bad Breisiger MdL Guido Ernst für die CDU und der Remagener Ingo Terschanski für die SPD. Für sie alle ist Rita Câkovic in der Verwaltung des Kreises Ahrweiler als Integrationsbeauftragte Ansprechpartnerin. Asuan Bender sprach über die Aufgaben des Beirats und seine erfolgreiche Arbeit. Am Ende zitierte sie Alt-Bundespräsident Weizsäcker: „Es ist normal, verschieden zu sein, aber das ist auch eine Chance…“ Kreisbeigeordneter MdL Horst Gies übermittelte die Grüße des Kreises. Er gratulierte dem Beirat für die erfolgreiche Arbeit zur Förderung des „Miteinander“ unter den Kulturen. „Dank ihres Engagements sind die Integrationsbeiräte Impulsgeber, wenn es darum geht, Integration und Miteinander in besonderer Weise zu fördern.“ Kollege MdL Guido Ernst untermauerte diese Aussage. „Was wir hier erleben, ist für mich die schönste Form der Kommunikation miteinander.“ Und in dieser Hinsicht gab es tatsächlich bemerkenswerte Darbietungen, so die Bühnenschau der Sinziger portugiesischen Gruppe „Os Trajes de Portugal“. Die Portugiesen tanzten und sangen nicht nur die Folklore ihres Landes, sie vermittelten auch verbal Eindrücke von den unterschiedlichen Landesteilen. Eine höchst beachtenswerte Begrüßungsrede hielt Murat Aslan, der stellvertretende Vorsitzende des Migranten - Beirats. Er ging auf den frühen Beginn der Zuwanderung von „Gastarbeitern“ ein und was daraus wurde. Am Ende das aufrüttelnde Zitat des Schweizer Schriftstellers Max Frisch: „Wir haben Arbeitskräfte gerufen - und es kamen Menschen!“ Viele solche Menschen sind unsere türkischen Mitbürger, und deren Kultur vertrat bei der Begegnung in Bad Breisig die prächtige Jugend- Folkloregruppe „Dost luk Baris“ aus Euskirchen mit zwei, bereits bei internationalen Treffen ausgezeichneten Teams. In wunderschönen Outfits präsentierten die jungen Leute froh gelaunt ihre Tänze. Aus Bonn war die prächtig kostümierte und gesanglich bestens geschulte Gruppe „Russische Seele“ angereist. Sie präsentierte russische und deutsche Volkslieder und Tänze, und als die russische Solosängerin Helene Steinhauer das berühmte „Kalinka“ sang, sprang die Begeisterung auf die gut gefüllten Publikumsplätze über. Die Damen repräsentierten zwar das russische Kulturgut, hatten jedoch nicht alle ihre Wurzeln in Zentral - Russland, sondern auch in Kasachstan, in Kirgisien und in Weißrussland. Nicht anders war es bei der spanischen Gruppe „Andalucia Pura“. Die fünf Flamenco -Tänzerinnen in den entsprechend wallenden Kleidern hatten ihre Wurzeln quer über den spanischen Kontinent - von Andalusien über Galizien bis Katalonien. Aber das spanische Temperament, das ist den Menschen der iberischen Halbinsel in die Wiege gelegt, und das offenbarten sie auf der Bühne. Viel Rhythmus brachte die Samba-Gruppe aus Koblenz mit, und ein farbenprächtiges Spektakel präsentierten die Folklore-Tänzer der Gruppe „Obam Afrika“ aus Kamerun. Rund um die bestens präparierte Festwiese vor der Pergola hatten sich Getränke- und Verzehrsstände mit unterschiedlichen jeweils landesüblichen Angeboten aufgebaut, so unter anderem Leckereien aus Syrien, Paella aus Spanien, Wodka aus Russland, aber auch - Bier aus Deutschland. Denn bei aller Liebe
und Offenheit zu den Zugewanderten: Es geht darum, dass sie sich in unserem Land wohl fühlen, und dazu kann auch ein gutes Kölsch beitragen. Bei der rundum spürbaren Begeisterung des Publikums hatte man den Eindruck, dass es tatsächlich ein Fest war, das dem gegenseitigen Verstehen dient. Gabriele Hermann-Lersch: „Gelebtes Miteinander, eine gelebte und ehrlich empfundene Verständigung zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen wiegt so manches Gespräch am ‚Grünen Tisch‘ auf“.
Asuan Bender, die rührige Vorsitzende des Migrations- und Integrationsbeirats des Kreises eröffnete die Vernstaltung.
„Andalucia Pura“ zeugten die temperamentvollen Spanierinnen mit ihrem Flamenco.
„Russische Seele“, eine Gesangs- und Tanzgruppe aus Bonn, zeigte Kulturgut aus Russland und den angrenzenden Staaten.
