Holländische Besucher zu Gast in der Synagoge in Niederzissen
Gäste aus Holland auf den Spuren der Vorfahren
Niederzissen. Auf den Spuren ihrer Vorfahren begrüßte jetzt Ortsbürgermeister Richard Keuler gemeinsam mit Brunhilde Stürmer vom Vorstand des Kultur- und Heimatvereins in der ehemaligen Synagoge die Brüder Martin und Harold Levie mit Ehefrau Tamara aus Holland.
Es war der Wunsch der Gäste, neben dem jüdischen Friedhof mit dem Grab der Urgroßeltern, das noch im Original erhalten ist, auch die ehem. Synagoge für die Begegnung zu wählen, da auch dieser Ort für die Großmutter Mathilda Philips, geb. Berger und deren Schwester Thekla, Mittelpunkt des jüdischen Lebens war, bevor beide nach der Heirat nach Oberhausen verzogen. Durch die Emigration nach Holland und dort versteckt, konnten sie dem Naziterror entkommen. Die jetzige Kontaktaufnahme basiert auf einem Brief, den Thekla Philips 1976 an den damaligen Bürgermeister Helmut Retterath schrieb und sich für die freundliche Aufnahme und die Führung durch Niederzissen bedankte. Diesen Brief hat Peter Retterath im vergangenen Jahr aus dem Nachlass seines verstorbenen Vaters für die Ausstellung in der ehem. Synagoge übergeben. Im gemeinsamen Gespräch konnten sie interessante Details über das Leben und den Verbleib einzelner Familienangehöriger machen und werden sich auch um die Kontaktaufnahme zu Verwandten in Mexiko bemühen, deren Vorfahren ebenfalls aus ihrer Niederzissener Familie stammen. Im Gegenzug versprach Richard Keuler, den Kontakt zu ihren in Israel wohnenden Angehörigen zu vermitteln. Ein Spaziergang durch Niederzissen, vorbei am Elternhaus der Großmutter und dem Versprechen, weiter im Kontakt zu bleiben, endete der für alle Beteiligten interessante und freundschaftliche Besuch.
