Ausstellungseröffnung mit Werken der Initiative Breisiger Künstler im Forum des Klosters Maria Laach
„Generationenvertrag Wachholderheiden der Osteifel“
Maria Laach. Die Wacholderheiden der Osteifel sind eine einzigartige Kulturlandschaft, die als Schutzgebiet gesichert sind und ein attraktives Ziel für Erholungssuchende darstellen. Unter dem Motto „Generationenvertrag - Wacholderheiden der Osteifel“ hat die „Initiative Breisiger Künstler“ unter der Federführung von Hildegard Hildebrand die Naturlandschaft in Form von Gemälden, Fotos, Skulpturen und Keramiken interpretiert, die bis zum 31. Mai im Forum des Klosters Maria Laach in Augenschein genommen werden können.
Zu den ausstellenden Künstlern zählen: Sophie Adrian, Doris Anger, Walter Buhr, Hildegard Hildebrand, Peter Krebs, Lisa Leukert, Klaus Marek, Klaus-Peter Püschel, Erika Weißenhagen und Willi Weißenhagen.
Im Rahmen einer Eröffnungsfeier, zu der Pater Johannes im Namen von Prior Administrator Dr. Albert Sieger OSB außer den Breisiger Künstlern zahlreiche Politiker willkommen hieß, wie zum Beispiel den Landtagsabgeordneten Marcel Hürter, Landrat Dr. Alexander Saftig (Kreis Mayen-Koblenz) und Landrat Dr. Jürgen Pföhler (Kreis Ahrweiler) gestand der Geistliche, dass er den Wachholder bis vor wenigen Wochen ausschließlich mit Hochprozentigem in Verbindung gebracht habe, sich aber nunmehr freue, mehr über diese wunderbare Landschaft zu erfahren. Hilla Hildebrand wies in ihrer kurzen Begrüßungsansprache u.a. darauf hin, dass der Erhalt der Wacholderheiden in ihrer ganzen Schönheit nicht zuletzt der Initiative des damaligen Bürgermeisters der VG Vordereifel und heutigen Landrats Dr. Alexander Saftig zu verdanken ist, der mit fachkundiger Unterstützung des 2012 verstorbenen Juristen und Politikwissenschaftlers Hans Hollederer das EU-Projekt: „Schutz und Pflege der Wacholderheiden in der Osteifel“ durchsetzte, welches von 2005 bis 2010 realisiert wurde. Um den Erfolg des Projektes auch weiterhin zu gewährleisten, wurde 2011 eine entsprechende Stiftung gegründet, die im Kreis Mayen-Koblenz unter dem Vorsitz von Landrat Dr. Alexander Saftig beheimatet ist. Landrat Dr. Jürgen Pföhler unterstrich in seinem Grußwort u.a., dass Maria Laach vor der Gebietsreform noch zum Kreis Mayen-Koblenz gehörte und im Rahmen der Reform dem Kreis Ahrweiler zugeordnet wurde, was ihn heute besonders stolz mache. „Wir sind deshalb froh, dass wir heute hier in Maria Laach zur Eröffnung der Ausstellung sein dürfen“, so Dr. Pföhler.
Die Werke spiegeln die Magie der Natur wieder
„Ich bin ja schon froh, dass ich zur Frühmesse nach Maria Laach kommen darf“, konterte Landrat Dr. Alexander Saftig augenzwinkernd. Anschließend stellte er die Frage: „Was ist mit dem Begriff „Generationenvertrag“ in dieser Ausstellung gemeint?“ und lieferte auch gleich die Antwort: „Die Künstler erklären den Titel der Ausstellung so: Inspiriert wurde der Name durch eine Baumgruppe bei Langscheid. Dort steht eine alte, bereits verwitterte Kiefer, die einer jungen Kiefer Halt bietet und damit vor Sturm schützt.“ An die Künstler gewandt sagte Dr. Saftig: „Sie sehen den Generationenvertrag in zwei Richtungen, denn einerseits ist der alte, tote Baum Stütze für den jungen Baum und andererseits schützen die Zweige der noch jungen Kiefer den alten Baum vor Wind und Wetter.“ Zum Abschluss wies Dr. Saftig darauf hin, dass es sich beim Wachholder nicht um Beeren, sondern um Zapfen handele, da Beeren einhäusig und Wachholder ebenso wie Zapfen zweihäusig sei.
Marcel Hürter -MdL- bezog sich dagegen auf die Geschichte der Wacholderheide: „Die Landschaft war vor langer Zeit ein Ausdruck von Verarmung der Menschen, die hier lebten. Damals wurde das Gebiet gerodet, um Anbauflächen für landwirtschaftliche Produkte zu gewinnen. Heute geht es uns wieder gut und die Eifel ist größtenteils auch wieder bewaldet. Es ist bemerkenswert, wie man sich für die Wiederherstellung der Wacholderheide in den Ursprungszustand eingesetzt hat!“ Der Landtagsabgeordnete bedankte sich bei den Künstlern, deren Werke die Magie der Natur, das Farbenspiel der Eifel und die spezielle Flora des Wacholdergebietes beeindruckend widerspiegeln.
Bei dem Wacholder handelt es sich um ein Nadelholzgewächs, welches in der hiesigen Region nicht nur unter dem kargen Schieferboden, sondern insbesondere unter dem Ginster bzw. dessen enormer Humusbildung zu leiden hatte bzw. hat. Die Gruppe der so genannten „Wacholderwarte“, zu denen u.a. auch die Breisiger Künstler zählen, hat sich die Erhaltung der Heideflächen, die Verjüngung des Wachholderbestandes und die Bestandssicherung der Heideflora auf die Fahne geschrieben. Dies hat bisher u.a. dazu geführt, dass sich bereits sieben Heidelerchen-Pärchen in dem Gebiet angesiedelt haben, die sich vor langer Zeit ein anderes Gebiet gesucht hatten, da die Nahrungskette unterbrochen war.
Die Schönheit der Wacholderheiden aus der Sicht der Künstlerin Erika Weißenhagen.
Der vielfältig engagierte Bildhauer und Vulkanparkführer Peter Krebs aus Königsfeld mit seinem „Wächter der Heide“.
Gemeinsam mit Hildegard Hildebrand hieß Pater Johannes die Besucher der Ausstellungseröffnung im Forum von Maria Laach willkommen.
