Politik | 21.09.2015, 14:59 Uhr

Zahlreiche Ehrungen bei „Unser Dorf hat Zukunft“

Gestaltungsprozess bewirkt Qualitäts- steigerung der Dörfer als Lebensraum

Landrat Dr. Jürgen Pföhler ehrt Dernau, Oberzissen und Nierendorf

Landrat Dr. Jürgen Pföhler freute sich mit den vielen Preisträgern. STF
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Ahrweiler. Über ein volles Haus voller Sieger konnte sich Landrat Dr. Jürgen Pföhler am vergangenen Donnertag im Sitzungssaal der Kreisverwaltung Ahrweiler freuen. Neben vielen Vertretern aus der Politik waren die Gewinner in den verschiedensten Kategorien des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ nach Ahrweiler geladen worden. In seiner Laudatio betonte Dr. Jürgen Pföhler, dass mehr als zwei Drittel der Bürger in den Dörfern wohnen würden, daher sei eine kontinuierliche Stärkung des ländlichen Raumes unverzichtbar. Diese könne jedoch nicht per Gesetz verordnet werden. Jede teilnehmende Gemeinde des Wettbewerbs wird einer Betrachtung unterzogen, die sich ausgesprochen vielfältig darstellt. Von der Baugestaltung und Grüngestaltung über das soziale und kulturelle Leben hin bis zur wirtschaftlichen und zukunftsfähigen Entwicklung reichen die Bewertungen. „Dabei sein ist alles“, dieses olympische Motto führte der Landrat an, sei auch für viele Dörfer der Fall, die sich häufig mehrfach bewerben. Hierdurch komme ein Gestaltungsprozess in Gang, der zu einer steten Qualitätssteigerung der Dörfer als Lebensraum führt.

Im laufenden Jahr haben sich neun Gemeinden der Bewertung durch die Kreiskommission gestellt, aus diesen Orten sind 19 Vereine, Initiativen und Jugendgruppen angetreten, um die von ihnen gezeigten Leistungen honoriert zu bekommen. Insgesamt 16.000 Euro Preisgelder als freiwillige Leistung des Kreises können so an die Preisträger ausgeschüttet werden.

Oberzissen auf Platz 1 der Hauptklasse

Der 1. Platz in der Hauptklasse mit einer Prämie von 1.500 Euro geht in diesem Jahr nach Oberzissen. Gewürdigt wird die neue Umfeldgestaltung an der ehemaligen Schule und jetzigem Heimatmuseum. Hier wurde ein Aufenthaltsbereich für alle Altersgruppen geschaffen. Die Offenlegung des Brenkbachs, die Neugestaltung der Bushaltestelle und viele private Maßnahmen von Haussanierungen machen deutlich, dass Oberzissen Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung ist.

Der 2. Platz in der Hauptklasse mit 1.000 Euro geht an die Ortsgemeinde Rech. Diese präsentiert sich mit einem harmonischen Ortsbild mit vielen wunderschönen Höfen, die teils als Straußwirtschaft genutzt werden, vielen dörflichen Nutzgärten und einer hohen Dichte an alten Gebäuden, die teilweise hervorragend saniert wurden.

Der 3. Platz in der Hauptklasse mit 800 Euro Prämie geht an die Ortsgemeinde Antweiler. Dieser Ort begeistert durch sein soziales Leben. Über 20 Vereine an den verschiedensten Kategorien bereichern das Vereinsleben.

In einer Sonderklasse sind die Ortsgemeinden, welche in den Vorjahren bereits erfolgreich am Kreiswettbewerb teilgenommen haben und sich für den Gebietsentscheid qualifizieren konnten.

Dernau belegt den 1. Platz in der Sonderklasse

Hier ging der 1. Platz und eine Prämie von 1.500 Euro an die Ortsgemeinde Dernau. Hier hat sich seit der letzten Teilnahme im Jahre 2012 viel getan. Der Dorfplatz im Ortskern wurde gestaltet und ein weiterer Meilenstein für die Imagesteigerung von Dernau wird die Neugestaltung des Weinbrunnenplatzes sein, für deren Planung eine hohe Förderung bewilligt wurde.

Der 2. Platz in der Sonderklasse geht nach Heppingen, welches ein Dorf in der Vorwärtsbewegung sei, so drückt es die Jury aus. In vielen Bereichen der Dorferneuerung kann Heppingen punkten, obwohl das Dorf noch keine anerkannte Dorferneuerungsgemeinde ist. Auch hier gibt es eine Förderung von 1.000 Euro.

Der 3. Platz geht nach Brohl-Lützing. 17 Vereine und ein gut agierender Vereinsring kennzeichnen das soziale Gefüge. Der Dorfplatz wurde umgestaltet und nun steht die Umgestaltung eines weniger schönen Hallenanbaus an. Auch hierfür gibt es 800 Euro.

Die Förderung der Vereine ist Landrat Dr. Jürgen Pföhler eine Herzensangelegenheit. Kaum eine Gelegenheit lässt der Kreischef aus, um für das ehrenamtliche Engagement zu werben und die dort tätigen Personen zu loben und zu unterstützen. Umso mehr freute es ihn, auch hier drei Vereine auszeichnen zu können.

1. Platz in der Kategorie Vereine für den Heimat- und Bürgerverein Nierendorf

Der 1. Platz für die Vereine und eine Förderung von 1.500 Euro geht an den Heimat- und Bürgerverein Nierendorf. Eine Fülle an regelmäßigen und besonderen Aktivitäten kennzeichnet diesen Verein. Ein Highlight stellt die Anlegung eines ökologischen Weinbergs dar, verknüpft mit einem Kinder-Kunstprojekt, bei dem die Kinder aus Ton die verschiedensten Weinberg-Hüter herstellten. Weiter Aktionen sind das regelmäßige Sommerfest auf der Petrushütte, die Pflege der Website sowie die Erinnerung an eine jüdische deportierte Familie.

Auch der 2. Platz und damit 1.000 Euro gehen nach Nierendorf, diesmal an den Backesverein. Die Mitglieder dieses noch jungen Vereins haben mit über 3.300 Stunden an Eigenleistungen es möglich gemacht, eine alte Tradition wiederzubeleben. Herausgekommen ist ein schmuckes Backeshaus, welches sich sehr harmonisch in die Bachauenlandschaft von Nierendorf einfügt.

Der 3. Platz geht in diesem Jahr nach Antweiler. Das dortige Rentnerteam kann sich über 800 Euro freuen. Getreu dem Motto „Es gibt immer was zu tun“, meldeten sich auf einen Aufruf hin 25 Bereitwillige, die nun zahlreiche Arbeiten in dem Ort übernommen haben.

Sportverein Oberzissen auf Platz 1 der Kategorie „Jugend und Familie stärken“

Unter dem Motto „Jugend und Familie stärken“ wurden ebenfalls drei Preisträger ausgelobt. Der 1. Platz geht hier an den Sportverein Oberzissen, der sich über 1.500 Euro freuen kann. Der Verein mit seinen 350 Mitgliedern setzt auf die Jugend. Allein 200 Mitglieder sind Jugendliche. 13 Jugendmannschaften trainieren ein bis zwei Mal die Woche und jede stellt einen Trainer für Oberzissen. In unzähligen Stunden wurden Leistungen für den Verein erbracht, die zum Wohle aller dienen. So wurden das Vereinshaus mit einer großen Außenterasse sowie ein Rasenplatz gebaut und geplant ist ein Bolzplatz, auf dem auch Rollstuhl-Basketballer spielen können.

Der 2. Platz in dieser Kategorie geht an den SV Blau-Gelb Dernau mit einer Prämie von 1.000 Euro. Der Sportverein überzeugt durch sein vielfältiges Angebot in sechs Abteilungen. Jüngstes Vorzeigebeispiel ist der neue Sportplatz, der mit über 3100 Stunden an Eigenleistung ein Vorzeigeplatz geworden ist.

Über eine Prämie von 800 Euro und den dritten Platz kann sich der Jugendtreff Spessart freuen. Der Jugendtreff ist noch immer ein Knaller. Bereits im letzten Jahr konnten die Kinder und Jugendlichen aus Spessart mit einem Fotoprojekt überzeugen, in diesem Jahr ist es die Fülle an verschiedenen Aktivitäten. So beteiligte man sich an der Kirmes, besuchte den Bundestag in Berlin und jedes Jahr wird der Weihnachtsbaum des Ortes geschmückt.

Sonderpreis 1 Baukultur geht an Gudrun Näkel in Dernau

Der Sonderpreis 1 Baukultur mit 1.000 Euro ging an Gudrun Näkel in Dernau für die vorbildliche Sanierung und moderne Erweiterung eines Bruchsteinhauses einschließlich Umfeldgestaltung zum Ferienhaus mit Kunstgalerie. Der Sonderpreis 2 mit ebenfalls 1.000 Euro ging an die „Kinderbörse Kunterbunt“ in Antweiler für ein hohes, uneigennütziges, nachhaltiges, soziales Engagement zum Wohle der Allgemeinheit.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch.

Große Freude beim Heimat- und Bürgerverein Nierendorf.

Große Freude beim Heimat- und Bürgerverein Nierendorf.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler freute sich mit den vielen Preisträgern. Fotos: STF

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