Frauenhaus im Gespräch mit Susanne Müller
Größeres Frauenhaus mit acht Plätzen im Kreis Ahrweiler geplant
aus Sinzig
Kreis Ahrweiler. Vier Plätze – mehr stehen Frauen, die im Kreis Ahrweiler Schutz vor Gewalt suchen, im Frauenhaus derzeit nicht zur Verfügung.
Das soll sich ändern: Frauen für Frauen e.V. plant ein neues, größeres Frauenhaus mit acht Schutzplätzen. Bei einem Besuch informierte sich die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller über das Projekt.
Eine passende Immobilie wurde bereits gefunden. Das bei der Ahrflut 2021 beschädigte Gebäude ist teilweise saniert und soll nun fertiggestellt werden.
Dafür stehen noch Sanierungs- und Umbauarbeiten, Sicherheitsmaßnahmen sowie die Einrichtung und Ausstattung des Hauses an.
Die Vereinsvertreterinnen stellten Müller auch das geplante Konzept für das neue Frauenhaus vor. Neben dem Schutz sollen die persönliche Situation und die Bedürfnisse der Frauen und Kinder stärker berücksichtigt werden. Das Frauenhaus soll erstmalig mit einem „offenen Konzept“ errichtet werden. Dazu gehört auch, bestehende Kontakte und unterstützende Netzwerke – etwa Familie, Freunde oder andere Vertrauenspersonen – soweit möglich zu erhalten und zu stärken. Für die Sicherheit der Bewohnerinnen und ihrer Kinder wird zugleich ein besonderes Schutzkonzept in Abstimmung mit der Polizei entwickelt.
„Gewaltschutz ist eine öffentliche Aufgabe und darf nicht vom Wohnort abhängen“, betont Müller, die dem Ausschuss für Frauen und Gleichstellung des Landtags angehört. „Frauen brauchen nicht nur einen sicheren Ort. Sie müssen auch darin gestärkt werden, ihr Leben wieder selbstbestimmt gestalten zu können. Deshalb finde ich es wichtig, ihre persönlichen Ressourcen und ihr unterstützendes Umfeld mitzudenken.“
Auch politisch gewinnt der Ausbau der Hilfsangebote an Bedeutung. Mit dem Gewalthilfegesetz wurde erstmals ein Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt geschaffen, der ab 2032 gelten soll. „Ein solcher Anspruch hilft nur, wenn Frauen vor Ort tatsächlich einen Schutzplatz und verlässliche Beratung finden. Darauf müssen wir uns jetzt vorbereiten“, so Müller.
Nach den Empfehlungen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention wären im Kreis Ahrweiler mindestens zwölf Frauenhausplätze erforderlich. Mit dem neuen Haus soll die Zahl zunächst von vier auf acht verdoppelt werden. Konkrete Fragen und Herausforderungen für die Umsetzung des Projekts wird die Abgeordnete Susanne Müller mit in die Gremien und in die Kooperation mit bestehenden Behörden nehmen.
Für die Fertigstellung und Ausstattung ist Frauen für Frauen e.V. auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Neben privaten Spenden können auch Stiftungen, Unternehmen und weitere Förderer dazu beitragen, die notwendigen Arbeiten zu unterstützen.
Weitere Informationen und Spenden unter: www.frauenfuerfrauenaw.de.
Pressemitteilung Susanne Müller MdL
v.l.n.r.: Gabriele Höhler, 1. Vorsitzende, MdL Susanne Müller, Karin Niesen, Schriftführerin, Eyleen Reuter, Mitarbeiterin im Frauenhaus und der Beratungsstelle Foto: Wahlkreisbüro Susanne Müller