„Lämeje Kids“ erlebten Kalbgeburt mit
Große Resonanz beim „Nachmittag auf dem Bauernhof“
Lederbach.Die Familie Krause - als Landwirte doch so einiges gewohnt - staunte nicht schlecht: Über 60 Teilnehmer der Debütveranstaltung der Hohenleimbacher Aktion „Lämeje Kids“ hatten sich auf den Weg nach Lederbach gemacht, um einmal einen richtigen Bauernhof kennenzulernen. Angesichts eines solchen Andrangs waren eilends noch letzte Vorbereitungen getroffen worden, denn wie man eine hungrige und interessierte Kindermeute samt Eltern verpflegt, ist für die beiden gestandenen Landfrauen Sabine Krause und deren Schwiegermutter Elke Krause kein Problem. Neben der Familie Krause hatten auch die älteren Jugendlichen des „Lämeje Kids - Teams“ ihren Beitrag geleistet und die Aktion tatkräftig mit selbst gebackenem Kuchen sowie als Helfer bei der Wanderung unterstützt. 220 Milchkühe, die täglich eine Milchmenge von rund 6.000 Litern abgeben und 200 Rinder, die in einem riesigen Boxenlaufstall untergebracht sind, nennen die Landwirte Krause ihr Eigen. Wie Vieh und 180 Hektar Ländereien versorgt und gepflegt werden, war dann auch Inhalt der Führung über den Hof, der Kids wie Eltern begeistert folgten. Der aktuell als der „Ausbildungsbetrieb des Jahres für Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz“ gekürte Hof der Krauses hatte dann auch einiges zu bieten: Staunend konnten Kinder wie Eltern den hochmodernen, computergesteuerten Melkstand und den 15.000 Liter fassenden Milchtank anschauen, bevor Landwirt Karsten Krause zu den nächsten Stationen überleitete. Vom „Kreißsaal der Kühe“, wo die Kälber zur Welt kommen, ging es weiter zur „Grundschule für Kälber“, dem Klein-Kälberstall und dann zur „weiterführenden Kälberschule“ wo das Jungvieh bereits an den großen Boxenlaufstall, der letzten Station, gewöhnt wird. Der achtjährige „Nachwuchslandwirt“ Felix Krause zeigte den wissbegierigen Kindern hier sein eigenes, prämiertes Kälbchen, das er auf einer Ausstellung erfolgreich selbst vorgestellt und eine Auszeichnung damit gewonnen hatte.
Keine Frage der Kinder und Erwachsenen blieb unbeantwortet, und als die große Besuchergruppe dann auch noch eine - eigentlich ungeplante - Kalbgeburt „live“ miterleben konnte, war die Begeisterung der Kinder kaum noch zu bremsen. Doch damit nicht genug: Neben einer eigens für die Kinder hergerichteten Strohburg zum Spielen und Toben konnte beim anschließenden Picknick auf dem Hof dann bei den Kindern zum Beispiel die Erkenntnis reifen, wie unterschiedlich doch die frische Kuhmilch im Gegensatz zur industriell aufbereiteten schmeckt. Auch Ortsbürgermeister Thorsten Kabuth zeigte sich von der großen Resonanz und dem durchweg positiven Verlauf der Veranstaltung ebenfalls begeistert: „Als ich gemeinsam mit Jana Holzem, diese erste Veranstaltung geplant habe, hatten wir zunächst weniger Zuspruch befürchtet. Umso erfreulicher, dass doch so ein hohes Interesse an der Landwirtschaft und dem landschaftlich schönen Umfeld unseres Ortes das die Kinder heute kennenlernen konnten, besteht.“ Jana Holzem, die ihre Idee von einem Aktionsprogramm für Hohenleimbacher und Lederbacher Kinder schon kurz nach Kabuths Amtseinführung vorgetragen hatte, rannte bei diesem die sprichwörtlich „offene Türen“ ein. Gemeinsam war schnell eine Folge von Veranstaltungen erdacht, bei denen den Kids sowohl „Action“ als auch Lehr- und Erlebnisreiches geboten wird. Darüber hinaus entschied man sich, die Veranstaltungen auch für interessierte Kinder der umliegenden Orte zu öffnen. Auch fand Holzem schnell Zuspruch bei den älteren Jugendlichen des Dorfes, die sich spontan bereit erklärten bei den Aktionen mitzuhelfen: Svenja Hoss, Maike Mannebach, Sarah Klein, Ellen Reither und Ann Kathrin Kabuth unterstützten dieses Mal tatkräftig. Dass der Nachmittag auf dem Bauernhof mit der großen Resonanz erst der Erste in einer Reihe von weiteren Veranstaltungen ist, bekamen die Kids dann auch gleich mit auf den Heimweg: Am 27. September wird ab 15 Uhr am Treffpunkt Buswendeplatz Lederbach der Revierförster Christoph Hartung bereitstehen, um den Kindern das Ökosystem Wald und dessen Tier- und Pflanzenwelt im Rahmen eines Waldspaziergangs näher zu bringen.
Noch keine zehn Minuten alt: das während der Führung geborene Kalb.
Die über 60 Personen große Gruppe der „Lämeje Kids“ auf dem Weg nach Lederbach. Fotos: Privat
