Politik | 10.01.2014, 16:37 Uhr

Neujahrsempfang der Handwerkskammer (HwK) Koblenz

Handwerk erwartet spannendes und erfolgreiches Jahr 2014

600 Gäste erschienen im Zentrum für Ernährung und Gesundheit zum Neujahrsempfang der HwK Koblenz

Als Präsident der Kölner Nachbarkammer eingeladen, als Präsident des deutschen Handwerks gekommen: Hans Peter Wollseifer (vorne 3.v.l.) zeichnete gemeinsam mit seinem Koblenzer Kollegen Werner Wittlich (2.v.l.) ein klares Bild der Herausforderungen und Chancen im neuen Jahr.P!ELmedia
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Koblenz. Zum Auftakt eines „spannenden Jahres 2014, in das wir mit Optimismus und Tatkraft starten“, begrüßte die Handwerkskammer (HwK) Koblenz bei ihrem traditionellen Neujahrsempfang 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Bildung, Bundeswehr, Medien und dem Ausland sowie Staatssekretäre, Abgeordnete aus Europaparlament, Bundestag und Landtag, Oberbürgermeister und Landräte.

HwK-Präsident Werner Wittlich und Hans Peter Wollseifer, vor wenigen Tagen zum neuen Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) gewählt, griffen in ihren Reden aktuelle Themen rund um die Bundespolitik auf, nannten konkrete Erwartungen und Ziele des Handwerks und gingen auf die Herausforderungen ein, denen sich die Verbände und Betriebe des Handwerks in diesem Jahr stellen. Wie in den Vorjahren fand der Neujahrsempfang im HwK-Zentrum für Ernährung und Gesundheit statt.

„Die neue Bundesregierung wird - um im Sprachgebrauch des Handwerks zu bleiben - nicht nur dicke Bretter bohren müssen. Sie steht unter besonderer Beobachtung bei dem, was sie leistet“, ging Werner Wittlich auf die Arbeitsaufnahme der Großen Koalition ein und stellte auch klar: Das Handwerk reihe sich nicht bei Skeptikern und Nörglern ein. „Daraus entsteht kein Fortschritt! Sehen, analysieren und Vorschläge machen, die sich dann auch umsetzen lassen - so arbeitet ein erfolgreicher Handwerksbetrieb, so arbeitet eine erfolgreiche Handwerkskammer und so definieren wir auch eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Politik.“

Wie Werner Wittlich sprach auch Hans Peter Wollseifer deutlich Erwartungen des Handwerks an die Politik aus: „Die wirtschaftlichen Aussichten für das Handwerk sind gut. Aber vieles hängt davon ab, wie umsichtig die neue Bundesregierung bei der Umsetzung des Koalitionsvertrags vorgeht und Belastungen der Betriebe vermeidet.“ Dabei ließe sich auf den Grundlagen der Regierungserklärung aufbauen, die ein klares Bekenntnis zum Handwerk und zu den Handwerkskammern festhält.

Ratschläge, so Werner Wittlich, werde die Handwerkskammer der Großen Koalition nicht geben und die Gespräche zwischen Politik und Handwerk im Vorfeld der Regierungsbildung seien erfolgreich verlaufen, „denn wichtige Positionen des Handwerks wurden berücksichtigt“.

Duale Ausbildung muss erhalten bleiben

Werner Wittlich sprach vor den Gästen des Neujahrsempfanges vielmehr aus, was nicht kommen dürfe: „Jedweder Eingriff in das System der dualen Ausbildung, der dieses Erfolgsmodell schwächt!“ Steuererhöhungen oder die Einführung einer „Bürgerversicherung“ lehnt das Handwerk genauso ab, „wie wir auch gegen die Einführung einer Mindestrente oder eines abschlagsfreien Renteneintritts mit 63 Jahren sind. Das können wir uns schlicht nicht leisten!“ Hier werde auf Kosten der Zukunft Kredit aufgenommen.

Deutlich positioniert sich das Handwerk zum Jahresauftakt auch zur Energiewende. „Wir können uns eine orientierungslose Energiepolitik nicht leisten! Energiewende ja, aber mit Verstand und dort, wo wir effektive Mechanismen zur Umsetzung sehen. Die Gebäudesanierung steht hierbei an erster Stelle! Denn wo der Verbrauch gesenkt werden kann, muss Energie erst gar nicht erzeugt werden!“, so Werner Wittlich, was Hans Peter Wollseifer ergänzte: „Was wir zur Energiewende im Koalitionsvertrag lesen, bleibt deutlich hinter unseren Erwartungen zurück. Besonders hat uns enttäuscht, dass es nicht gelungen ist, sich auf die notwendigen steuerlichen Anreize für die energetische Gebäudesanierung zu verständigen.“

Das Handwerk steht am Jahresanfang 2014 wirtschaftlich gut dar: Auftragslage und Aussichten stimmen positiv. Herausforderungen wie die Fachkräftesicherung seien erkannt und werden durch die Betriebe und Organisationen des Handwerks ernst genommen. „Hier sind neue Denk- und Handlungsmodelle nicht nur erlaubt, sondern gefordert“, wies Werner Wittlich auf Initiativen wie das Ausbildungsprojekt des Handwerks am Mittelrhein mit Spanien hin - in Umfang und Vorbereitung bundesweit einmalig und mit einer Vorreiterrolle.

Handwerkskammer setzt Zeichen für Transparenz

Ein deutliches Zeichen setzte die HwK in der anhaltenden „Transparenz-Debatte“ um die wirtschaftliche Verfassung öffentlicher Institutionen in Kirche oder Wirtschaft. Eine entsprechende Presseanfrage an die HwK wurde in allen Details beantwortet. „Wir sind nicht verpflichtet Informationen zu Rücklagen, Fördermitteln oder zum Kammerhaushalt gegenüber den Medien offenzulegen, haben aber auch nichts zu verbergen“, ging Werner Wittlich auf einen Entschluss der Kammer ein, zusammen mit Hauptgeschäftsführer Alexander Baden Rede und Antwort zu stehen.

„Damit setzen wir ein Zeichen und denken, es spricht für die Handwerkskammer Koblenz und auch für das Handwerk. Denn als Interessensvertretung für unsere Betriebe ist die Kammer ein Abbild des Handwerks. Das schließt Mitsprache- und Entscheidungsmöglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus 151 Berufen ein. Das schafft demokratische Gestaltungsräume einer modernen Wirtschaftsorganisation“, beschrieb Werner Wittlich, selbst Elektromeister, die Arbeitsweise der HwK Koblenz als handwerkliche Selbstverwaltung von 19.500 Betrieben im Wirtschaftsraum Mittelrhein.

Im Vorfeld des Neujahrsempfangs wurden 25 Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister aus 14 Berufen für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement mit der Goldenen Ehrennadel der Handwerkskammer ausgezeichnet. „Auch sie sind Teil der Kammer und haben mit ihrer Arbeit über Jahrzehnte einen wichtigen Beitrag zum guten Stand des Handwerks geleistet. Dafür danken wir Ihnen und gratulieren herzlich“, stellte Werner Wittlich vor 600 Gästen den wichtigen und unverzichtbaren Beitrag des Ehrenamtes heraus.

Der nächste Neujahrsempfang des Handwerks findet am 9. Januar 2015 im Zentrum für Ernährung und Gesundheit der HwK Koblenz statt. Weitere Informationen zum Neujahrsempfang der HwK Koblenz, Tel. (02 61) 39 81 61, Fax. -9 96, E-Mail: presse@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de.

Pressemitteilung

Handwerkskammer Koblenz

Als Präsident der Kölner Nachbarkammer eingeladen, als Präsident des deutschen Handwerks gekommen: Hans Peter Wollseifer (vorne 3.v.l.) zeichnete gemeinsam mit seinem Koblenzer Kollegen Werner Wittlich (2.v.l.) ein klares Bild der Herausforderungen und Chancen im neuen Jahr.Foto: P!ELmedia

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