Allgemeine Berichte | 19.08.2013, 13:37 Uhr

Sechs Künstler aktiv für Landesprogramm im Ahrkreis

„Jedem Kind seine Kunst“

„Jedem Kind seine Kunst“
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Ahrkreis/Mainz.Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat in diesem Jahr eine neue Initiative der kulturellen Bildung gestartet. Sie eröffnet Kindern und Jugendlichen zum Beispiel die Möglichkeit selbst Regie zu führen, oder gemeinsam malen, töpfern und tanzen lernen. Unter dem Namen „Jedem Kind seine Kunst“ sollen neue Wege der Vernetzung von Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen mit Kulturschaffenden und Künstlern erprobt werden. „Unser Anliegen ist es, Kinder und Jugendliche an möglichst viele künstlerische Ausdrucksformen heranzuführen“, erläutert Bildungsministerin Doris Ahnen die Intention des Vorhabens. Basis für künstlerische Aktivitäten im Rahmen von „Jedem Kind seine Kunst“ ist ein Pool von Kulturschaffenden, Künstlerinnen und Künstlern jedweder Sparte. Die Ministerin hatte sich mit einem Schreiben an den betreffenden Personenkreis gewandt, um diesen für die Initiative zu gewinnen. „Wir legen einen sehr breiten Kulturbegriff zugrunde. Nicht nur bildende Künstlerinnen und Künstler, Musikerinnen und Musiker oder Autorinnen und Autoren können und sollen mitmachen, sondern beispielsweise auch Architektinnen und Architekten, Designer, Tänzer, Schauspieler und Performancekünstler, wenn sie eine Idee haben, wie man Kinder und Jugendliche für eine künstlerische Gestaltung gewinnen kann“, so die Ministerin. Bei „Jedem Kind seine Kunst“ tragen professionelle Künstler ihre Projektideen in eine vom Ministerium installierte Datenbank ein. Kinder- und Jugendeinrichtungen können darauf zugreifen, um eine Zusammenarbeit mit einem Künstler ihrer Wahl zu verabreden. Ebenso können die Künstler ihrerseits auf die Institutionen zugehen, um ihre Leistungen anzubieten. Eine Jury wählte für die erste Angebotsrunde, die von Anfang August bis Ende Dezember dieses Jahres realisiert wird, aus 168 Projekten 110 aus. Das Land zahlt die Künstlerhonorare und stellt pro Projekt bis zu 2500 Euro zur Verfügung. Die Künstler und ihre Projekte sind im Internet unter www.kulturland.rlp.de zu finden. Im Kreis Ahrweiler sind sechs Künstler für das Landesprogramm aktiv. Unter dem Motto „Wir zeichnen, malen, drucken, kleben, experimentieren – mit allen Sinnen“ tritt Rosmarie Feuser, Malerin und ausgebildete Buchhändlerin, in der Remagener Grundschule St. Martin mit einem Kunst- und Sprachförder-Konzept an, während sie mit den Kindern der Kita St. Anna, Remagen und der Katholischen Kita Arche Noah von Oberwinter „Künstlerbücher“ entwickelt. Die kleinen Kreativen erlernen dabei Druckgrafik, Zeichnung, Malerei und experimentelle Techniken. Keramikerin Bernadette Heeb-Klöckner, die Kunsterziehung und Museumspädagogik studierte, will mit ihrem „Kunst-Weinberg“ Kinder und Jugendliche aus Nierendorf und der Umgebung anleiten, aus Ton Objekte zu formen, die später die Reb- und Zaunpfosten im Nierendorfer Weinberg zieren sollen. Projektpartner der „Weinbergwächter“ ist der Bürger- und Heimatverein Nierendorf. Ihr zweites Vorhaben „Vulkan und Feuerdrache“ mit der Gestaltung von Tonobjekten und dem Bau einer „Papierofen-Skulptur“ führt Heeb-Klöckner in Kooperation mit den Caritas-Werkstätten Sinzig als Integratives Projekt durch und noch einmal mit dem Kinder-und Jugendförderverein Grafschaft als „Mädchen-Projekt“. Am Gymnasium Nonnenwerth gibt es Tanzunterricht in verschiedenen Stilen mit Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin Anna-Lu Masch. Die Übungen fördern nicht nur Fitness, Selbstbewusstsein und Kreativität.

Das Tanzen wirkt sich auch positiv auf das Miteinander in der Klasse und den Schulunterricht aus. Gemeinsam gehen die Maler Rainer Hess, Wolfgang Kutzner und Gudrun Näkel in der Grundschule Dernau an den Start, wo die Schüler eine gekachelte Wand des bedachten Schulhofs bemalen und bedrucken werden. Im Projekt „Meine Schule, meine Stadt, mein Land“ heißt das Projekt, bei dem Wolfgang Kutzner in der Leo-Stausberg-Schule Brohl-Lützing ebenfalls zum malerischen Gestalten führt. Übrigens ist auch die Performancekünstlerin und Malerin Karin Meiner aus Burgbrohl beim Landesprogramm aktiv, allerdings im Kreis-Mayen-Koblenz.

Die Initiative „Jedem Kind seine Kunst“ erfährt eine Fortsetzung. Ministerin Ahnen kündigte an, dass im Frühherbst die nächste Angebotsrunde für das erste Halbjahr 2014 öffentlich ausgeschrieben werde. Dann können erneut mitmachen: Kulturschaffende und Künstler, die in Rheinland-Pfalz leben und die eine einschlägige künstlerische Ausbildung haben, oder seit mindestens fünf Jahren ihren Lebensunterhalt vorwiegend aus kreativer Tätigkeit bestreiten.

Unter dem Namen „Jedem Kind seine Kunst“ sollen neue Wege der Vernetzung von Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen mit Kulturschaffenden und Künstlern erprobt werden.Foto: HG

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